Leistungskürzungen für Flüchtlinge werden kaum durchgesetzt

Leistungskürzungen für Flüchtlinge werden kaum durchgesetzt

News - Politik - aktuelle Entwicklungen und Hintergründe

Leistungskürzungen für Flüchtlinge werden kaum durchgesetzt

Berlin () – Die von der Bundesregierung nach den Messerattacken von Mannheim und Solingen beschlossenen Verschärfungen in der Migrationspolitik laufen offenbar zum Teil ins Leere.

Wie der Focus berichtet, betrifft das vor allem einen zentralen Aspekt des Pakets: Leistungskürzungen für Dublin-Fälle, also Schutzsuchende, die bereits in einem anderen EU-Mitgliedsstaat Asyl beantragt haben. In der Praxis wird diese gesetzliche Neuregelung laut einer Recherche des Nachrichtenmagazins bei allen 16 Bundesländern und Landeshauptstädten aber so gut wie nicht umgesetzt.

„In Bremen wurden bisher keine Leistungen gekürzt“, erklärt die dortige Sozialverwaltung. Eine Verwaltungsanweisung sei derzeit noch in Arbeit, außerdem „muss zunächst auch in Absprache mit anderen Bundesländern eine verfassungskonforme Auslegung“ der Gesetzesvorgaben geprüft werden.

Auch das niedersächsische Innenministerium teilte mit, dass Leistungskürzungen „bisher in keinem Fall erfolgt“ seien. Eine „Weisung des Landes“ verbiete sogar Kürzungen, sagte ein Sprecher der Landeshauptstadt Hannover.

Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und die bayerische Landeshauptstadt München geben zwar an, im Prinzip der neuen Gesetzeslage Folge leisten zu wollen. Allerdings lässt sich das in der Praxis vor Ort nicht immer bewerkstelligen. Düsseldorf etwa hat bisher „keine Kürzungen von Sozialleistungen bei Dublin-Fällen vorgenommen“. Dies trifft auch bei allen anderen Länder-Hauptstädten zu. Zum Teil verweisen sie dabei auf komplizierte Einzelfallregelungen oder auch rechtliche Bedenken.

Auch der ehemalige Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier, hält Leistungskürzungen für problematisch. „Die Rechtsprechung ist in solchen Fragen klar: Die Menschenwürde in Verbindung mit dem Sozialstaatsprinzip erfordert ein Existenzminimum auch für Ausländer, die sich in Deutschland aufhalten“, sagte er dem Focus. Außerdem dürften Leistungskürzungen nicht dazu dienen, migrationspolitische Ziele zu erreichen. „Der Gesetzgeber überfordert die Behörden auch, da Leistungskürzungen sehr heikel sind.“

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge geht von mehreren zehntausend Dublin-Flüchtlingen aus, die sich derzeit in Deutschland aufhalten, wie ein Sprecher mitteilte.

Bist du ein guter Leser? 👍

Welcher Begriff kam im Artikel vor?




Bist du ein guter Leser? 👍

Welcher Begriff kam im Artikel vor?




Bist du ein guter Leser? 👍

Welcher Begriff kam im Artikel vor?




Bist du gut in Tic Tac Toe? 👍

Captcha wird geladen ...
Bitte Spielernamen, geheimes Wort und Captcha eingeben und Spiel starten.

Spielername und geheimes Wort gehören zusammen. Das Captcha wird nur beim ersten autorisierten Spiel für diese Kombination in diesem Browser abgefragt.

Top 3

Platz Name Punkte Siege
Lade Rangliste ...

Zur Tic Tac Toe 100 Topliste

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Asylbewerberunterkunft (Archiv)

Berlin: Ein Blick auf die Migrationspolitik

Berlin ist nicht nur die Hauptstadt Deutschlands, sondern auch ein zentrales Zentrum für politische Entscheidungen, insbesondere in der Migrationspolitik. Kürzlich angekündigte Verschärfungen nach den Messerattacken in Mannheim und Solingen zeigen jedoch, dass die Umsetzung in der Praxis oft ins Leere läuft. Trotz der gesetzlichen Neuregelungen, die Leistungskürzungen für Schutzsuchende aus Dublin-Fällen vorsehen, berichten zahlreiche Bundesländer, dass diese in der Realität nicht angewandt werden. So erklärt beispielsweise die Sozialverwaltung Bremerhaven, dass es bislang keine Kürzungen gegeben hat und eine entsprechende Verordnung noch auf sich warten lässt. In den meisten anderen Bundesländern, wie Nordrhein-Westfalen und Bayern, stehen die Behörden vor ähnlichen Herausforderungen, sodass die neue Gesetzgebung häufig auf Widerstand stößt.

Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH