IOM: Bootsmigration nach Italien stark zurückgegangen
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Genf () – In diesem Jahr sind bisher 91.974 illegale Einreisen in die EU festgestellt worden, ein Rückgang um 30,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Grund ist die Eindämmung der Bootsmigration nach Italien um 63 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie die „Welt am Sonntag“ unter Berufung auf Daten der Internationalen Organisation für Migration (IOM) mit Stand 12. August berichtet. Wie viele Beobachter kommt auch eine interne Lageanalyse der EU-Kommission zu dem Ergebnis: „Das liegt höchstwahrscheinlich an dem fortlaufenden Migrationsmanagement und Anti-Schlepper-Operationen der libyschen und tunesischen Behörden.“
Über diese zentrale Mittelmeerroute waren im vergangenen Jahr mit 158.000 Migranten so viele gekommen wie seit dem Extremjahr 2016 (181.000) nicht mehr. Unter Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, die mit dem Versprechen angetretenen war, die illegale Migration zu stoppen, hatte Italien 2023 sogar die meisten Asylanträge seiner Geschichte verzeichnet.
Extrem gestiegen sind hingegen im laufenden Jahr die Überfahrten auf der besonders gefährlichen Kanaren-Route (plus 148 Prozent, 21.844) über den Atlantik aus Nordafrika. Auch die Ostroute auf die griechischen Inseln (26.300, plus 57 Prozent) wird häufiger genutzt. Die Bootsmigration auf die kanarischen Inseln wäre ohne den Einsatz von spanischen Nationalpolizisten im Senegal und in Mauretanien, von wo die meisten Migranten abfahren, nach Ansicht Madrids noch deutlich umfangreicher.
Das spanische Innenministerium teilte der Zeitung mit, durch das Vorgehen der insgesamt rund 80 Beamten gegen Schmuggler-Netzwerke in Afrika sogar 40 Prozent aller Abfahrten zu verhindern. Bereits 2023 habe man die illegale Überfahrt von 27.000 Menschen verhindert. Staatliche Seenotretter des Salvamento Maritimo gehen derweil davon aus, dass immer mehr Migranten umkommen. „Von zehn Booten kommen nur noch drei bis fünf an – auch weil die Mafia den Menschen immer weniger Treibstoff mitgibt“, sagte ein Beamter der „Welt am Sonntag“.
Neben Bootspassagen versuchen Migranten auch auf anderen Wegen als Asylbewerber nach Europa zu gelangen und wenden dabei immer neue Tricks an. So heißt es in einem vertraulichen EU-Bericht an die Sicherheitsbehörden der Mitgliedstaaten aus dieser Woche: „Folgendes gilt es intensiv zu beobachten: Seit Juni gibt es einen extremen Anstieg der Asylanträge junger Mauretanier auf dem Flughafen Madrid-Barajas.“ Die Nordwestafrikaner buchten Flüge von Casablanca in Marokko nach Südamerika. „Dann nutzen sie den Zwischenstopp in Madrid, um ihre Pässe zu zerreißen und um Asyl zu bitten.“ Hätten im gesamten vergangenen Jahr nur 60 Mauretanier Asylanträge in Spanien gestellt, seien es allein im Juni dieses Jahres 260 gewesen.
Trotz des deutlichen Rückgangs auf den Seerouten (91.974 Feststellungen bis 12. August) und damit auch bei den unerlaubten Einreisen in die EU insgesamt (inklusive der Landrouten waren es rund 113.000 laut Frontex bis Ende Juli) verharrt die Zahl der in der Union gestellten Asylanträge 2024 fast auf dem hohen Vorjahresniveau. Nur drei Prozent weniger Bewerber registrierte die EU-Asylagentur bis Ende Juli (555.000) laut einem internen Bericht.
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