DGB kritisiert Kürzungen bei Jobcentern

() – Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat die geplante Mittelstreichung für Arbeitsvermittlung scharf kritisiert. “Kürzungen bei Jobcentern sind inakzeptabel und führen am Ziel der aktiven Arbeitsmarktpolitik vorbei”, sagte DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel vor den entsprechenden Haushaltsberatungen des Bundestages an diesem Freitag der “Neuen Osnabrücker Zeitung” (Freitagausgaben).

“Sie müssen vom zwingend wieder einkassiert werden.” Andernfalls müssten Jobcenter Förderangebote deutlich herunterfahren oder sogar streichen, so Piel. Das sei angesichts des Fachkräftemangels völlig kontraproduktiv. Im Etat von Bundesarbeits- und Sozialminister Hubertus Heil (SPD) sind Kürzungen bei Eingliederungsleistungen und Verwaltungskosten von 700 Millionen gegenüber 2023 vorgesehen. Im laufenden Jahr wurden die Mittel für die Jobcenter bereits um 260 Millionen Euro zurückgefahren. Zugleich wurden mit Einführung des Bürgergeldes neue Förderangebote geschaffen, etwa das Weiterbildungsgeld. Piel frage, was das für eine Arbeitsmarktpolitik sein solle, bei der die Ampel mit dem Bürgergeldgesetz Förderinstrumente verbessere, um so mehr Arbeitslosen bessere Chancen auf gute zu bieten, dann aber kein Geld für die neuen Maßnahmen einstelle. Nichts sei so teuer und schaffe so viele Folgeprobleme, wie Arbeitslose nicht anständig und angemessen zu fördern und sie stattdessen in Arbeitslosigkeit zu belassen. “Wer bei Jobcentern den Rotstift ansetzt, spart nicht, sondern verschiebt nur die Probleme in die Zukunft”, so die DGB-Vorständin. Die aktuellen Fachkräfteengpässe zeigten deutlich, dass mehr getan werden müsse, damit ohne Arbeit einen qualifizierenden Abschluss nachholen könnten. Zur Finanzierung forderte Piel Steuererhöhungen für Reiche. “Es ist allerhöchste Zeit, dass große Vermögen und Spitzeneinkommen endlich stärker besteuert werden. Ansonsten lassen sich die gute Unterstützung für Arbeitslose und andere wichtige Zukunftsaufgaben nicht finanzieren”, sagte sie.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Jobcenter in Halle (Archiv)

DGB kritisiert Kürzungen bei Jobcentern

Zusammenfassung

– Deutscher Gewerkschaftsbund kritisiert geplante Mittelstreichung für Arbeitsvermittlung
– DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel nennt Kürzungen bei Jobcentern inakzeptabel
– Befürchtung, dass Jobcenter Förderangebote reduzieren oder streichen müssen
– Kürzungen von 700 Millionen Euro gegenüber 2023 im Etat von Bundesarbeits- und Sozialminister Hubertus Heil vorgesehen
– Piel warnt vor hohen Kosten durch unzureichende Förderung und Belassung von Arbeitslosen
– DGB-Vorständin fordert Steuererhöhungen für Reiche zur Finanzierung wichtiger Zukunftsaufgaben und Unterstützung für Arbeitslose

Fazit

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) kritisiert die geplanten Kürzungen von 700 Millionen Euro für Arbeitsvermittlungen ab 2023 im Bundeshaushalt. DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel warnt, dass Jobcenter ihre Förderangebote reduzieren oder sogar streichen müssten, was angesichts des Fachkräftemangels kontraproduktiv sei. Sie fordert Steuererhöhungen für Reiche, um Unterstützung für Arbeitslose und andere wichtige Zukunftsaufgaben zu finanzieren.

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