Wirtschaftsweise Schnitzer für Reform der Netzentgelte

() – Die Vorsitzende des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, Monika Schnitzer, hat den Vorschlag von Bundesnetzagentur-Chef Klaus Müller für eine Reform des Strompreises mit niedrigen Netzentgelt-Gebühren für Regionen mit viel Windkraft begrüßt. “Der Vorschlag von Regionen mit unterschiedlichen Strompreisen ist sehr überlegenswert”, sagte die Wirtschaftsweise der “Neuen Osnabrücker Zeitung” (Samstagausgabe).

Diese würden den Anreiz deutlich erhöhen, den Ausbau der Stromtrassen zu beschleunigen. “Es ist nicht einzusehen, warum die im Norden höhere Netzentgelte und dadurch höhere Strompreise , um den Ausbau der Infrastruktur zu finanzieren”, sagte Schnitzer. Einen Industriestrompreis oder Brückenstrompreis, wie ihn die Bundesregierung derzeit diskutiert, hält sie unterdessen nicht für den richtigen Weg. “Es ist nicht damit zu rechnen, dass man den nur vorübergehend subventionieren muss und dann mit dem Ausbau der Erneuerbaren genauso wettbewerbsfähige Strompreise hat wie andere Länder. Wir haben derzeit höhere als andere Länder, und diese Preisdifferenz wird voraussichtlich auch bleiben, selbst wenn wir mehr erneuerbare Energien haben”, sagte Schnitzer.

Sie verwies darauf, dass andere Länder die Erneuerbaren ebenfalls ausbauen. “Und in Spanien scheint häufiger die Sonne, in anderen Ländern bläst mehr Wind. Die erneuerbaren Energien werden unsere Energiepreise verringern, aber dass wir die Differenz zu anderen ausgleichen, halte ich für unwahrscheinlich. Wir laufen Gefahr, mit der Subvention den Strukturwandel aufzuhalten”, warnte die Sachverständige.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Hochspannungsleitung (Archiv)

Wirtschaftsweise Schnitzer für Reform der Netzentgelte

Zusammenfassung

  • Monika Schnitzer, Vorsitzende des Sachverständigenrats, begrüßt Reformvorschlag des Strompreises von Bundesnetzagentur-Chef Klaus Müller
  • München: Vorschlag beinhaltet niedrigere Netzentgelt-Gebühren für Regionen mit viel Windkraft
  • Reform würde Anreiz erhöhen, den Ausbau von Stromtrassen zu beschleunigen
  • Industriestrompreis oder Brückenstrompreis von Bundesregierung diskutiert, aber nicht optimal
  • Schnitzer: Höhere Energiepreise als andere Länder werden wahrscheinlich bestehen bleiben
  • Erneuerbare Energien werden Energiepreise verringern, aber Differenz zu anderen Ländern bleibt
  • Fazit

    Monika Schnitzer, Vorsitzende des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, unterstützt den Vorschlag von Bundesnetzagentur-Chef Klaus Müller, niedrigere Netzentgelt-Gebühren für Regionen mit viel Windkraft einzuführen. Ihrer Meinung nach würde dies den Anreiz erhöhen, den Ausbau von Stromtrassen zu beschleunigen und sei fairer für Verbraucher im Norden. Sie spricht sich jedoch gegen eine temporäre Subventionierung der Industriestrompreise aus, da sie glaubt, dass dies den Strukturwandel aufhalten könnte.

    Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH