AfD-Landesvorsitzende uneins über Nato-Abkehr Deutschlands

Magdeburg () – Auf der Europawahlversammlung der AfD in Magdeburg ist durch eine nächtliche Einigung des Lagers um Thüringens Landeschef Björn Höcke und die AfD-Bundesvorsitzende Alice Weidel eine Debatte um eine Loslösung Deutschlands von der verhindert worden. “Nicht alles, was geopolitisch diskussionswürdig ist, muss in einem Europawahlprogramm thematisiert werden”, sagte AfD-Bundesvize Peter Boehringer der “Welt” (Montagsausgabe).

Weidel sagte: “Nach langen und intensiven Verhandlungen haben wir uns auf eine gemeinsame Präambel einigen können, von der wir überzeugt sind, dass sie genau den Kern unseres Programms trifft.” Innerhalb der herrschen aber weiterhin unterschiedliche Ansichten zu der Frage. Nordrhein-Westfalens AfD-Chef Martin Vincentz sagte der Zeitung: “Die Frage nach einer Loslösung von der Nato stellt sich aktuell aus meiner Sicht nicht, da die aktuell weder in der Lage ist, den Nato-Ansprüchen zu genügen, noch – und erst nicht – ein außerhalb der Nato zu verteidigen.” Berlins Landesvorsitzende Kristin Brinker sagte: “Ich sehe keine Veranlassung, Deutschlands Mitgliedschaft in der Nato infrage zu stellen. Langfristig erscheint es mir sinnvoll, die militärische Zusammenarbeit in der EU zum Schutz ihrer Mitgliedstaaten zu vertiefen.”

Emil Sänze, einer von zwei Vorsitzenden des baden-württembergischen Landesverbands, sagte: “In Überzeugung der Idee eines Europas der Vaterländer, halte ich es für sinnlogisch, sich aus der hegemonialen Umklammerung der USA und somit der Nato herauszulösen. Wenn Europa als geschlossene Interessenvertretung für die Bürger Europas eintreten will, ist die Forderung nach einer eigenständigen europäischen Verteidigungsgemeinschaft die politische Konsequenz und schon längst überfällig. Unser europäisches Interesse muss es sein, frei von geopolitischen Überlegungen sogenannter Weltmächte, ohne Bündniszwang frei agieren zu können.”

Sachsens Landeschef Jörg Urban sagte unterdessen der “Welt”: “Die AfD tritt dafür ein, dass Europa einen starken und selbständigen Pol in einer multipolaren Welt darstellen wird. Eine der Voraussetzungen dafür ist es, ein europäisches Verteidigungsbündnis unabhängig von den USA aufzubauen. Insbesondere deshalb, weil die US-Interessen oft nicht deckungsgleich mit europäischen Interessen sind.”

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: AfD-Europawahlversammlung am 05.08.2023

AfD-Landesvorsitzende uneins über Nato-Abkehr Deutschlands

Zusammenfassung

– Eine Debatte um eine Loslösung Deutschlands von der Nato wurde auf der AfD-Europawahlversammlung verhindert.
– Nächtliche Einigung zwischen Thüringens Landeschef Björn Höcke und AfD-Bundesvorsitzende Alice Weidel.
– In der Partei herrschen weiterhin unterschiedliche Ansichten zur Frage der Nato-Mitgliedschaft.
– Einige Mitglieder befürworten die Vertiefung der militärischen Zusammenarbeit in der EU.

Fazit

Auf der Europawahlversammlung der AfD in Magdeburg ist eine Debatte über Deutschlands Loslösung von der NATO vermieden worden, nachdem sich die Parteivorsitzenden Alice Weidel und Björn Höcke auf einen Kompromiss einigten. In der Partei gibt es weiterhin unterschiedliche Ansichten zu dieser Frage.

Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
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