Wirtschaftsweise sprechen sich gegen Industriestrompreis aus

  • Monika Schnitzer, Vorsitzende des Sachverständigenrats der Wirtschaftsweisen, lehnt vergünstigten Stromtarif für die ab
  • Schnitzer argumentiert, das Konzept bremse den notwendigen Strukturwandel und verteile Steuergelder ineffizient
  • Wirtschaftsweisen Ulrike Malmendier und Martin Werding äußern sich ebenfalls skeptisch
  • Veronika Grimm hatte Industriestrompreis bereits abgelehnt, Achim Truger spricht sich dafür aus
  • Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck schlug Stromtarif von sechs Cent je Kilowattstunde für energieintensive Industriebranchen bis 2030 vor

() – Die Vorsitzende des Sachverständigenrats der Wirtschaftsweisen, Monika Schnitzer, hat sich gegen die Einführung eines vergünstigten Stromtarifs für die Industrie ausgesprochen. “Einen Industriestrompreis für energieintensive halte ich nicht für den richtigen Weg”, sagte Schnitzer dem “Handelsblatt”.

Dieser verteile Steuergelder von weniger energieintensiven Branchen in energieintensive Branchen um. “Das bremst den Strukturwandel, der aber dringend notwendig ist”, so Schnitzer. Es sei sinnvoller, wenn bestimmte Grundstoffe in Zukunft aus Ländern mit günstigeren Energiepreisen kämen und Deutschland sich auf Technologie-Produkte konzentriere, bei denen die einen Wettbewerbsvorteil hat. Auch die Wirtschaftsweise Ulrike Malmendier lehnt das Konzept ab.

“Eine solche Preisverzerrung führt bloß dazu, dass die bei Produktionsweisen hängen bleibt, in denen wir einen strategischen Nachteil haben”, sagte sie dem “Handelsblatt”. Es sei “kein Argument, dass bestimmte Industrien hier schon seit Jahrzehnten präsent sind”. Ebenfalls skeptisch ist der Wirtschaftsweise Martin Werding. “Ein Industriestrompreis ist viel zu wenig zielgenau und auch zu rückwärtsgewandt.”

Ratsmitglied Veronika Grimm hatte einen Industriestrompreis bereits abgelehnt. Allein Achim Truger spricht sich im fünfköpfigen Sachverständigenrat für das Konzept aus. “Es ist weitgehender Konsens, dass es strategisch wichtige Branchen und Unternehmen gibt, die man im Inland oder in der EU halten möchte”, so Truger. Ein Industriestrompreis könne ein “sinnvolles Element einer Transformationsstrategie” sein.

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hatte kürzlich einen Stromtarif in Höhe von sechs Cent je Kilowattstunde für energieintensive Industriebranchen bis 2030 vorgeschlagen.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Strommast

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