Mit dem Hausboot Frankreichs Süden erkunden

Frankreich hat seinen Besuchern sehr viel zu bieten. Interessante Städte, das Mittelmeer an der Côte d’Azur, den Atlantik in der Normandie und der Bretagne, die Alpen und zahlreiche Wasserwege, die sich quer durch das Land ziehen. Einer dieser reizvollen Wasserwege ist der Canal du Midi. Dieser Kanal bietet die Gelegenheit, sich Frankreich aus einer ganz anderen Perspektive anzuschauen.

Der Kanal und seine Geschichte

Ludwig XIV., der berühmte Sonnenkönig, wollte die Stadt Toulouse mit dem Mittelmeer verbinden. Er beauftragte den Ingenieur Pierre-Paul Riquet, einen Kanal anzulegen, was dann auch zwischen 1667 und 1681 geschah. Zunächst bekam der Kanal den Namen „Canal Royal en Languedoc“, also königlicher Kanal im Languedoc. Erst während der Französischen Revolution erhielt der Kanal dann den Namen Canal du Midi. Heute ist er 360 Kilometer lang und entlang des Kanals gibt es 328 Bauwerke, wie Schleusen, Brücken, Aquädukte und Tunnel. Das, was im 17. Jahrhundert eine riesige war, gehört seit 1996 zum Welterbe der UNESCO.

Zwischen Atlantik und Mittelmeer

Der Canal du Midi ist die wohl bekannteste Wasserstraße in Frankreich. Der Kanal verläuft zwischen Toulouse und dem Mittelmeer und ist ideal, um das Land von einem Hausboot aus anzuschauen. Auf einem Boot reisen ist immer eine individuelle , denn dort, wo es besonders schön oder interessant ist, geht das Boot vor Anker. Ein Hausbooturlaub auf dem Canal du Midi garantiert Sonnenschein und angenehme fast das ganze Jahr über. Platanen und Zypressen, aber auch Schirmpinien säumen die Uferwege des Kanals und sorgen so für Schatten. Alle, die sich für Kultur interessieren, kommen bei einer Hausbootreise auf dem Canal du Midi auf ihre Kosten, ebenso wie alle Gourmets.

Eine Reise für alle Sinne

Die Fahrt mit dem Hausboot auf dem Canal du Midi geht vorbei an idyllischen Weinbergen und den „Montagne Noire“, dem Schwarzen Gebirge. Pittoreske Dörfer laden zu einem Halt ein und die kleinen lokalen Märkte sind ein Paradies für alle Feinschmecker. Wer sich bei der sommerlichen Hitze abkühlen will, kann dies in zahlreichen Seen, und Teichen und an den Stränden in der Region. Der Canal du Midi ist ebenfalls für seine außergewöhnlichen Bauten bekannt. Der Tunnel von Malpas gehört dazu, ebenso wie die berühmte Schleusentreppe von Fonsérannes oder die Kanalbrücke von Béziers. Wer in die wunderschöne Camargue will, nutzt den See von Thau als Tor zum Mittelmeer.

Ein Kanal für den Warentransport

Der neue Wasserweg entwickelte sich im 17. Jahrhundert schnell zu einem beliebten Transportweg. Vor allem die Boote mit Weinen aus Südfrankreich nutzten den Kanal. Noch heute gibt es das Dorf Le Somail, dessen Name, übersetzt aus dem Altfranzösischen, „Schlaf“ bedeutet. In früheren Zeiten legten dort die Boote für die Nacht an.

Fazit

Alle, die einen entspannten mit vielen Sehenswürdigkeiten in Frankreich planen, sollten mit dem Hausboot auf dem Canal du Midi fahren. Wunderschön ist beispielsweise Narbonne, die frühere Hauptstadt des südlichen Teils von Gallien. Schon die Römer wussten die vielen köstlichen Spezialitäten dieser Region zu schätzen. Ein Schmuckstück ist auch Carcassonne, eine mittelalterliche Stadt, die das historische Erbe des Canal du Midi erzählt. Erlesen sind dort die Weine, es gibt Straßenkunst und den ganzen über Festivals.

Bild: @ depositphotos.com / PantherMediaSeller

Mit dem Hausboot Frankreichs Süden erkunden

Ulrike Dietz