Darf jeder Brennholz im Wald sammeln?

Ständig steigende Kosten für Strom, und Heizöl sind der Grund, warum sich immer mehr für einen Ofen entscheiden. Ein Ofen sorgt für eine wohlige Wärme und ist zu einer preiswerten Alternative geworden. Viele, die sich für einen Ofen entschieden haben, fragen sich jetzt: Ist Brennholz im sammeln eigentlich erlaubt oder kostet es Strafe, wenn der Förster die Sammler erwischt? Machen sich die Sammler am Ende vielleicht sogar strafbar?

Viele Jahre verboten

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Brennholz im Wald sammeln galt noch vor 200 Jahren als sogenannter Holzfrevel. Wer dabei erwischt wurde, musste mit dem Tod am Galgen rechnen. 100 Jahre später erlaubte die Obrigkeit dem armen Teil der Bevölkerung, Reisig, Zweige und Holz im Wald zu sammeln. Gesammelt werden durfte aber nur Lese-, Klau- oder Raffholz, also dürre und angefaulte Äste, die von allein zu Boden gefallen waren. Größere Mengen davon zu sammeln, war allerdings verboten, kleine Mengen für den Eigenbedarf war alles, was die Besitzer des Waldes erlaubt haben. Bis heute ist Brennholz im Wald sammeln nur unter bestimmten Auflagen erlaubt.

Brennholz im Wald sammeln – was ist erlaubt?

Ob es erlaubt ist, im Wald Brennholz zu sammeln, regeln die Landeswaldgesetze oder die Leseholzverordnung. Gesetz und Verordnung können, je nach Bundesland, auch Einschränkungen haben. So ist es beispielsweise nicht in allen Teilen des Waldes erlaubt, Holz zu sammeln. Vielfach gibt es auch Mengenbeschränkungen, wie etwa die Menge, die in eine Schubkarre passt. Nicht erlaubt ist das Abbrechen oder das Absägen von Ästen und Zweigen eines Baumes. Viele Wälder in Deutschland sind in Privatbesitz und ohne Erlaubnis ist das Sammeln von Brennholz dort streng verboten.

Holz mit einem Holzsammelschein sammeln

Wer sich nicht beim illegalen Sammeln von Brennholz erwischen lassen und strafbar machen möchte, sollte sich bei der Gemeinde oder beim Forstamt einen sogenannten „Leseschein“ oder „Holzsammelschein“ holen. Ein solcher Schein lohnt sich für diejenigen, die hin und wieder mal geringfügige Mengen Brennholz sammeln. Der Schein ist zwischen einem Monat und einem Jahr gültig und die Gebühren reichen von fünf bis 30 . Leider bekommt nicht jeder einen solchen Leseschein, der immer nur für ein bestimmtes Waldgebiet gilt. Ist die Nachfrage groß, dann wird nur eine bestimmte Anzahl an Scheinen ausgegeben und wer zu spät kommt, hat Pech. Wer Brennholz sammeln will, sollte sich also frühzeitig um einen Leseschein bemühen.

Was ist ein Selbstwerberschein?

In einigen Bundesländern ist es erlaubt, die Äste von bereits gefällten Bäumen abzusägen und günstig zu kaufen. Dazu braucht es aber einen Selbstwerberschein, der beim zuständigen Forstamt beantragt werden muss. Diesen Schein bekommen aber nur diejenigen, die zuvor erfolgreich einen Motorsägekurs gemacht haben. Viele Baumärkte bieten diese Kurse an, die im Schnitt rund 150 Euro kosten.

Fazit zu Brennholz im Wald sammeln

Alle, die ihr Holz für den Ofen im Wald selbst sammeln möchten, müssen in jedem Fall die geeignete Schutzausrüstung haben. Dazu gehören ein Helm, spezielle Schuhe, Handschuhe und eine sogenannte Schnittschutzhose. Wird die Ausrüstung neu gekauft, kostet sie rund 500 Euro. Trotzdem lohnt sich die Anschaffung, denn der selbst gesägte Raummeter Holz kostet im Bundesdurchschnitt 40 Euro. Wer sich die gleiche Menge fertig gesägt bequem nach Hause bringen lässt, muss mit einem Preis von 100 Euro und mehr rechnen.

Bild: @ depositphotos.com / Wirestock

Darf jeder Brennholz im Wald sammeln?

Ulrike Dietz