Bargeld zuhause lagern – ist das eigentlich erlaubt?

Viele Banken verlangen mittlerweile Strafzinsen und hohe Gebühren und auch das klassische Sparen, beispielsweise auf einem Tages- oder Festgeldkonto, lohnt sich nicht mehr.

Bargeld zuhause lagern ist daher für viele Menschen der einzige Weg, ihr Geld vor dem Zugriff der Banken zu schützen. Darf man überhaupt Bargeld zuhause lagern, oder ist so etwas bei Strafe verboten? Viele haben Angst vor Strafe, andere sehen das Ganze eher locker, aber was ist hier erlaubt und was ist verboten?

Bargeld zuhause lagern – was sagen die Gesetze?

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Im Sommer 2021 wurde in das sogenannte Geldwäschegesetz verschärft. Wer mehr als 10.000 bar auf sein Konto einzahlt, muss überzeugend nachweisen können, dass er das Geld auf legalem Wege erworben hat. Gibt es aber keinen Nachweis über die Herkunft, dann kann der Besitzer des Geldes strafrechtlich belangt werden. Viele Bürger kennen sich mit der komplizierten Gesetzeslage im Geldwäschegesetz nicht aus und meinen daher, dass sie nicht mehr als 10.000 Euro zuhause haben dürfen. Im kursieren inzwischen viele Geschichten von Personen, die angeblich Besuch von der Polizei hatten, weil sie zuhause Bargeld lagern.

Jeder kann machen, was er möchte

Im vorigen Jahr hat die Deutsche Bundesbank eine große repräsentative Umfrage gestartet, um zu erfahren, wie viel Bargeld die Deutschen bei sich zuhause lagern. Das Ergebnis: Im Schnitt sind es 1364 Euro, die entweder zu Hause oder in einem Bankschließfach liegen. Bargeld zuhause lagern ist weit verbreitet und es ist nicht strafbar. Jeder hat das Recht, Geld dort aufzubewahren, wo er möchte, sowie die Politik können keinem Bürger diesbezüglich Vorschriften machen. Obergrenzen gibt es nicht, selbst wer mehr als 10.000 Euro in der Keksdose verwahrt, muss keine Angst vor Strafe haben. Allerdings ist es nicht ganz ungefährlich, große Geldsummen in den eigenen vier Wänden zu verwahren.

Was ist zu beachten?

Wer viel Bargeld zuhause hat, muss immer mit der Unsicherheit leben, dass Einbrecher das Geld stehlen oder dass es bei einem Brand- oder Wasserschaden vernichtet wird. Wird das Geld bei einem Einbruch gestohlen, dann ist die Hausratversicherung zuständig, sie ersetzt aber nur Summen bis maximal 2000 Euro. Bei größeren Summen kann die den Einbau und die Nutzung eines fest installierten Tresors verlangen. Ein sicheres Versteck zu finden, ist nicht einfach. Auf der anderen Seite sind oft hohe Summen Bargeld nicht mehr auffindbar, wenn der Besitzer des Geldes verstirbt. Einbrecher sind Profis, die sich auch gut auskennen, wenn es um Geldverstecke geht. Wenn sie genug Zeit haben, sich „umzuschauen“, werden sie das vermeintlich sichere Geldversteck wahrscheinlich auch finden.

Fazit zu Bargeld zuhause lagern

Alle, die keine Strafzinsen für ihr Geld zahlen möchten und Angst vor Einbrechern haben, sollten ein Schließfach bei der Bank mieten. Dies ist mit 70 bis 80 Euro pro Jahr eine günstige Sache, zugleich ist das Geld sicher aufgehoben. Wer ein Bankschließfach mieten möchte, sollte sich vor dem Abschluss des Mietvertrags kundig machen, ob der Inhalt des Schließfachs vor Raub und Schäden durch Blitzeinschläge, Explosionen oder Feuer versichert ist. Besonders in diesem Punkt sind die Vertragsbedingungen von Bank zu Bank verschieden.

Bild: @ depositphotos.com / kues

Bargeld zuhause lagern – ist das eigentlich erlaubt?

Ulrike Dietz