Die Telekom will in den USA durchstarten

Wie viele andere deutsche Unternehmen konzentriert sich jetzt auch die Deutsche Telekom auf das Geschäft in den USA. Genauer gesagt auf die lukrative Mobilfunk-Tochter T-Mobile US. Um sich ganz auf das Geschäft mit den USA konzentrieren zu können, hat die Deutsche Telekom sogar ihr Geschäft in den Niederlanden verkauft.

Viel Geld

Rund fünf Milliarden Euro investiert die Deutsche Telekom in die hauseigene US-Tochter T-Mobile US. Mit dieser Investition steigt die Beteiligung des DAX-Unternehmens an einem sehr schnell wachsenden Markt der Mobilfunkunternehmen in den USA um 48,4 Prozent. Bisher hält die Deutsche Telekom 43,2 Prozent an der Tochtergesellschaft in den Staaten. Diese hat sich im vergangenen Jahr mit dem kleinen Konkurrenzunternehmen Sprint zusammengeschlossen. Sprint war ein Teil der Beteiligungsgesellschaft SoftBank aus Japan. Da es eine sogenannte Stimmrechtsvereinbarung gab, kann die Telekom die Gewinne der US-Tochter in der Bilanz auch konsolidieren und damit vom Wachstum des Geschäfts in den USA profitieren.

Neue Aktien

Bei der geplanten Transaktion werden rund 225 Millionen neue eigene Aktien an die japanische SoftBank ausgegeben, und zwar für einen Stückpreis von 20 Euro. Im Gegenzug bekommt die Telekom 45 Millionen Aktien von T-Mobile US zu einem Preis von durchschnittlich 118 Dollar pro Aktie. Außerdem wird Marcelo Claure von der SoftBank in den Aufsichtsrat wechseln. Von dieser Kooperation versprechen sich die beiden Unternehmen ein deutliches Wertsteigerungspotenzial. Als Technologieinvestor hält die SoftBank auch Beteiligungen an anderen Konzernen wie beispielsweise Alibaba und Uber. Durch den Tausch der Aktien mit der Telekom steigt SoftBank zum zweitgrößten privaten Aktionär der Telekom auf.

Gute Geschäfte

Die Mittel für einen Einstieg in das Mobilfunkgeschäft in den USA hat die Telekom durch ihren Ausstieg aus dem Engagement in den Niederlanden erhalten. Die T-Mobile Netherlands wird für fünf Milliarden an Warburg Pincus und Apax verkauft, zwei bekannte Finanzinvestoren. Wenn die Transaktion stattgefunden hat, bekommt die Deutsche Telekom einen Betrag von rund 3,8 Milliarden Euro. An den Börsen kommt die Konzentration der Telekom auf das Geschäft in den USA und vor allem die gestiegene Wachstumsfantasie sehr gut an. Die Aktie der Deutschen Telekom im DAX stieg bereits um drei Prozentpunkte auf jetzt 18,40 Euro. In den vergangenen Wochen hatte sich der Titel noch deutlich schlechter entwickelt als der Deutsche Aktienindex DAX.

Bild: @ depositphotos.com / Wirestock

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Ulrike Dietz
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