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Amazon gegen Google – unter diesem Krieg leiden besonders die Kunden

Amazon gegen Google – unter diesem Krieg leiden besonders die Kunden

Es geht um unfaire Methoden im Wettbewerb, gegenseitige Verdächtigungen und jetzt auch um das Blockieren, wenn es um den Verkauf und die Nutzung der Produkte geht. Amazon gegen Google heißt der Streit zwischen zwei Internetgiganten, unter dem letztendlich nur die Kunden leiden. In der vorweihnachtlichen Zeit, wenn die Händler darauf bedacht sind, das Geschäft des Jahres zu machen, erreicht der Streit Amazon gegen Google eine neue Dimension. Die beiden geben sich alle Mühe, den Kunden das Weihnachtsfest und sich selbst das Geschäft gründlich zu verderben. Aber was ist der Anlass für den Krieg zwischen Amazon und Google?

Der Streit der Giganten

Der Zwist zwischen Google und Amazon schwelt schon eine ganze Weile. Google ist der wichtigste Internetkonzern, Amazon der größte Händler im Netz. Amazon wirft Google unfaires Verhalten vor, das Gleiche gilt auch für Google, die Amazon vorwerfen, den Wettbewerb zu verzerren. Konkret klagt Google, dass Amazon die Hardware von Google nicht mehr auf dem Onlineweg verkauft. Betroffen davon sind unter anderem Streaminggeräte, Smart-Home-Geräte und die Lautsprecher Google Home. Amazon hat für den Verkaufsboykott angeblich gute Gründe, denn Google weigert sich, den Prime Video Film-Abodienst aus dem Hause Amazon in seinen Suchergebnissen anzuzeigen. Die Rache von Amazon: Alle Produkte von Google haben auf der Plattform des E-Commerce-Händlers keine Chance. Auch wenn dritte Verkäufer den Versuch unternehmen, Google Geräte über Amazon zu verkaufen, klappt das nicht, denn diese Angebote nimmt Amazon erst gar nicht an.

Wer hat die besseren Waffen?

Wer einen Krieg führen möchte, der muss auch die passenden Waffen haben. Im Krieg Amazon gegen Google kämpfen beide Parteien mit unterschiedlich scharfen Waffen. Wer Produkte von Google wie „Google Home“ bei Amazon sucht, der bekommt ein Gerät von Amazon angezeigt, wie zum Beispiel den „Fire TV Stick“. Das wollte sich Google nicht länger gefallen lassen und sperrte kurzerhand alle, die YouTube mit einem Gerät von Amazon nutzen möchten. Experten sehen erst den Anfang eines Konflikts der beiden Internetriesen aus den USA, denn beide, Amazon und auch Google, haben noch viele Pfeile im Köcher. So könnte Google die Nutzung der Suchfunktionen sperren lassen, die Amazons „Alexa“ durchführt. Auch die PrimeVideo-App von Amazon könnte aus dem App Store von Android fliegen. Google hat die schärferen Waffen, zumindest auf lange Sicht gesehen, denn Amazon ist ein Händler, der etwas verkaufen möchte. Gelingt das nicht mehr, dann wird es eng.

Kommt es zum großen Knall?

Es sind eine Menge Geschäftsbereiche, in denen die Zeiten von Amazon und Google auf Sturm stehen. Viele fragen sich, wie lange es noch dauert, bis es zum offenen Streit und damit zum großen Knall kommt. Angefangen hat alles mit der smarten „Alexa“, der sprachgesteuerten Assistentin von Amazon. Der Erfolg von „Alexa“ hat Google kalt erwischt und völlig überrascht. Wieso hatte Amazon dieses Gerät schon, wo doch Google seit einigen Jahren an einem eigenen Gerät mit Spracherkennung für die Android-Mobilgeräte arbeitete? Dass es ausgerechnet der Händler Amazon war, der dieses Gerät auf den Markt brachte, hat Google sehr geschmerzt. Was aber vielleicht noch schlimmer ist, viele User nutzen „Alexa“ als Basis, um ihr Home-Netzwerk zu steuern. Diese Rolle hatte Google eigentlich für sich gedacht. Um nicht ganz den Anschluss zu verlieren, entwickelte Google auf die Schnelle die Echo-Kopie „Home“, aber der Vorsprung, den Amazon hat, ist sehr groß. Die Versuche von Google, Amazon doch noch zu bremsen, wirken ein wenig hilflos, wie der Versuch der Blockade von YouTube.

Es kracht überall

Mittlerweile ist Amazon der weltweit größte Anbieter von Server-Diensten, ein Terrain, auf dem sich eigentlich Google ganz weit vorne gesehen hat. Google versucht jetzt, Amazon mit der „Cloud Services Plattform“ Paroli zu bieten. Ob das aber gelingt, es ist zweifelhaft. Probleme gibt es zudem beim Thema Musikstreaming, denn auch hier tobt der Krieg Amazon gegen Google. Amazon Music und Google Play Musik, der Verleih von Videos über YouTube Red oder Amazon Video – der Krieg tobt an vielen Fronten. Auch hier stehen die Chancen mehr als schlecht, dass sich die beiden Internetriesen annähern oder vielleicht sogar friedlich einigen. Was das ganze Theater zwischen Google und Amazon aber so prekär macht: Die beiden Großkonzern interessiert es nicht, dass die Kunden unter dem andauernden Konflikt leiden müssen.

Wie sollen die Kunden reagieren?

Viele Kunden müssen auf Funktionen und Leistungen von Amazon verzichten, weil Google es so möchte. Auf der anderen Seite müssen viele Verbraucher auf die Leistungen von Google verzichten, weil Amazon es nicht will. Ein Beispiel ist, dass diejenigen, die ein Fire TV Stick gekauft haben, YouTube nicht nutzen können, obwohl sie dafür bezahlt haben. Wer bei Amazon nach den sehr beliebten Chromecast-Produkten sucht, der wird Pech haben und muss wohl oder übel auf einen anderen Onlinehändler ausweichen. Kurzfristig kann es eine gute Wahl sein, den Streaming-Dienst gleich doppelt zu kaufen. Sowohl der Fire TV Stick als auch Chromecast kosten ein Vermögen und da jeder moderne Fernseher mindestens drei HDMI-Anschlüsse hat, gibt es wohl keine Probleme. Die Kunden sollten für die Zukunft aber lernen, dass es keinen Sinn macht, sich auf Google und Amazon alleine zu verlassen. Besser ist es, nach Alternativen zu suchen, denn keiner weiß, wie lange der Streit zwischen Amazon und Google noch dauern wird.

In Europa schwierig

Alternativen zu den beiden Riesen aus den USA in Europa zu finden, ist schwer. Es gibt weder die passende Hardware noch die richtige Software, allerdings gibt es Shops, die Google Produkte verkaufen. Fraglich ist aber, wie lange diese Shops noch Produkte von Google anbieten können, denn der Arm von Amazon ist lang und viele wollen es sich mit dem weltweit größten Onlinehändler nicht verderben.

Fazit

Amazon gegen Google – das ist ein Krieg zwischen zwei Monopolisten, die Kunden spielen dabei überhaupt keine Rolle. Dass beide Konzerne der Wirtschaft in Europa nicht immer guttun, ist bekannt, daher sehen viele den Streit zwischen Google und Amazon sogar mit einem gewissen Wohlwollen. Der Streit zwischen Amazon und Google ist aber auch ein Beispiel dafür, wie es aussehen kann, wenn die weltweite Wirtschaft von einigen wenigen Monopolen beherrscht wird. Die Kunden zahlen letztendlich die Zeche, denn sie haben keine besonders große Auswahl mehr.

Bild: @ depositphotos.com / Vadymvdrobot

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Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig. eMail: u.dietz@tixio.de