Technik

#Google macht es möglich – private #Insolvenzdaten können eingesehen werden

#Google macht es möglich – private #Insolvenzdaten können eingesehen werden

Alle Insolvenzen in Deutschland werden veröffentlicht, aber jetzt sieht es so aus, als würden einige Internetdienste sich das zunutze machen. Einer dieser Dienste ist Google, denn in der Suchmaschine sind private Insolvenzdaten sehr einfach zu finden und es gibt schon Kritiker, die von einem „Schulden-Pranger“ sprechen. Nicht alle Opfer sind mit dieser zweifelhaften Geschäftspraktik einverstanden und jetzt hat sich ein Opfer mit Erfolg gegen die Veröffentlichung von privaten Insolvenzdaten gewehrt.

Von Diskretion keine Spur

Die Erfahrung, was passiert, wenn private Insolvenzdaten im Internet öffentlich gemacht werden, musste eine Kauffrau machen, die Privatinsolvenz beantragte. Sie hoffte natürlich auf eine diskrete Abwicklung, aber zu ihrem Leidwesen musste sie feststellen, dass sie dreimal auf verschiedenen Webseiten zu finden war, wenn sie ihren Namen bei Google eingegeben hat. Auf diesen Webseiten, wie zum Beispiel „Vorsichtpleite.de“, war nicht nur der vollständige Name, sondern auch das Geburtsdatum, der Tag, an dem die private Insolvenz angemeldet wurde, die genaue Summe der Schulden sowie das Aktenzeichen und ein Luftbild des Wohnorts zu sehen. Wie die betroffene Kauffrau, so fragen sich immer mehr Menschen, die in Geldnot sind, wie sie sich vor dieser dreisten Bloßstellung im Internet wehren können.

Gesetzlich vorgeschrieben

In Deutschland ist es gesetzlich vorgeschrieben, dass Insolvenzen öffentlich gemacht werden und das kann auch im Internet geschehen. Diese Veröffentlichung hat ihren Sinn, denn so haben alle, die mit einer bestimmten Firma ein Geschäft planen, die Möglichkeit, sich zu informieren, wie der Schuldenstand dieser Firma ist. Das gilt auch für private Insolvenzdaten, die von den Insolvenzgerichten unter Insolvenzbekanntmachungen.de nach Bundesland, Gericht und Registerart gebündelt werden. Diese Daten dürfen auch von anderen Webseiten öffentlich gemacht werden, wenn diese Veröffentlichung aber so aussieht wie bei der Kauffrau, dann ist das ein massiver Eingriff in die Persönlichkeitsrechte der Betroffenen. Das Ganze bekommt dann etwas von einem Pranger und die Einträge müssten eigentlich gelöscht werden. Leider scheitert dieses Vorhaben an der praktischen Umsetzbarkeit und das, obwohl die Betreiber dieser „Schulden-Pranger“ im Internet strengen Löschpflichten unterworfen sind.

Wie können private Insolvenzdaten gelöscht werden?

Private Insolvenzdaten, die im Internet veröffentlicht werden, dürfen nur für die Dauer von 14 Tagen uneingeschränkt zu finden sein und spätestens nach einem halben Jahr oder drei Jahre nach dem Abschluss des Insolvenzverfahrens müssen alle Einträge komplett gelöscht werden. Das klappt jedoch nicht immer, wie die App „Achtung Pleite“ beweist, die im Sommer des vergangenen Jahres für Schlagzeilen sorgte. Die App zeigte private Insolvenzdaten auf einer Deutschlandkarte und erst als der Datenschutz Druck machte, wurden die privaten Einträge gelöscht, Firmeninsolvenzen sind aber nach wie vor für alle sichtbar. Wer seinen Eintrag auf einer Internetseite löschen will, der kann das nur, wenn es auf der Seite auch ein Impressum gibt, aber das sucht man häufig vergebens. Bleibt die Möglichkeit, sich direkt an Google zu wenden und dort einen Löschantrag zu stellen, weil die persönlichen Rechte verletzt wurden.

Das Löschen kann dauern

Die Kauffrau war mit dem Erlebnis des Löschantrags nicht zufrieden, denn die Plattform „Vorsichtpleite.de“ wurde zwar vom Netz genommen, aber ihren Namen, ihre Adresse und das Datum, an dem sie die Insolvenz angemeldet hat, kann sie nach wie vor im Internet finden, wenn sie ihren Namen bei Google eingibt. Sie will aber ganz aus der Trefferliste verschwinden und das kann sehr lange dauern. Es wurde erneut ein Löschantrag gestellt, aber den lehnte Google ab und will vorerst keine weiteren Maßnahmen ergreifen. Die Webseiten, die von einem Webmaster entfernt werden, verschwinden eines Tages aus den klassischen Suchergebnissen, aber wann das der Fall ist, das kann keiner so genau sagen. Alles, was die Kauffrau jetzt noch tun kann, ist darauf zu warten, bis der Zwischenspeicher bei Google automatisch wieder überschrieben wird.

Bild: © Depositphotos.com / focuspocusltd

Das könnte Sie auch interessieren:

Übersetzungs-Apps – die kleinen Helfer für den Urlaub Die Welt ist zwar ein Dorf, aber ein Dorf, in dem jeder eine andere Sprache spricht. Wer seine Ferien schon mal im Ausland verbracht hat, der wird schnell festgestellt haben, dass es sprachliche Barrieren gibt, die nicht so einfach überwunden werden können. Heutzutage will aber niemand mehr das gute alte Wörterbuch mit in den Urlaub nehmen. Während früher erst geblättert werden musste, tippt man h...
Die neue Tracking-Offensive von #WhatsApp WhatsApp startet ein neues Feature, das schon für reichlich kontroverse Diskussionen sorgt, bevor es richtig in Gang gekommen ist. Für die einen ist es Stalking, für die anderen ein sehr nützliches Feature für den Alltag. Gemeint ist die Möglichkeit, dass die Nutzer in Zukunft den Standort ihrer Freunde in Echtzeit abrufen können. Aber nicht nur WhatsApp plant diese „Überprüfung“ in Echtzeit, auch...
Amazon gegen Google – unter diesem Krieg leiden besonders die Kunden Es geht um unfaire Methoden im Wettbewerb, gegenseitige Verdächtigungen und jetzt auch um das Blockieren, wenn es um den Verkauf und die Nutzung der Produkte geht. Amazon gegen Google heißt der Streit zwischen zwei Internetgiganten, unter dem letztendlich nur die Kunden leiden. In der vorweihnachtlichen Zeit, wenn die Händler darauf bedacht sind, das Geschäft des Jahres zu machen, erreicht der Str...
Project Owl – so will #Google gehen #Fake #News vorgehen Facebook und auch Google stehen seit einiger Zeit am Pranger, denn sie werden für die gefälschten Nachrichten im Netz, die sogenannten Fake News, verantwortlich gemacht. Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) will die Konzerne in Zukunft hart bestrafen, wenn sie weiterhin zu wenig tun, um diese gefälschten Nachrichten von ihren Seiten zu entfernen. Von Geldstrafen in Millionenhöhe ist da die Rede u...
Online-Zensur – was blockt #Facebook und was nicht? Nach Artikel 19 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte wird die Meinungsfreiheit jedes Menschen geschützt. Er darf seine Meinung verbreiten und die Meinungen anderer hören, eine staatliche Zensur ist laut Artikel 19 damit verboten. Als diese Erklärung verfasst wurde, gab es das Internet noch nicht und was die freie Meinungsäußerung angeht, war vieles einfacher. Jetzt gibt es das Internet und...
#Google setzt auf künstliche Intelligenz Eine Entwicklerkonferenz im Shoreline Amphitheater in Mountain View, Kalifornien, nutzte Google, um aller Welt zu zeigen, wie weit der Konzern auf dem Sektor künstliche Intelligenz ist. Der neue digitale Assistent, den Google entwickelt hat, ist jetzt auch für das Apple iPhone verfügbar und diese Aussage zeigte den 7000 Besuchern der Konferenz, dass Google dabei ist, den Apple-Pedanten Siri aus de...
Bußgeld für Google – ein richtiges Signal Google ist ein Global Player, ein Weltkonzern, der wie kaum ein anderer das Internet geprägt hat und bis heute prägt. Google steht für innovatives Denken, für ein beispielloses Geschäftsmodell, aber leider auch für maßlose Gier, immer noch größer und noch dominanter zu werden. Jetzt hat die EU der größten Internetsuchmaschine einen Dämpfer verpasst und Google zu einer Rekordgeldstrafe von 2,4 Mill...
1 Bewertung, Bewertung: 10,00 von 101 Bewertung, Bewertung: 10,00 von 101 Bewertung, Bewertung: 10,00 von 101 Bewertung, Bewertung: 10,00 von 101 Bewertung, Bewertung: 10,00 von 101 Bewertung, Bewertung: 10,00 von 101 Bewertung, Bewertung: 10,00 von 101 Bewertung, Bewertung: 10,00 von 101 Bewertung, Bewertung: 10,00 von 101 Bewertung, Bewertung: 10,00 von 10 (1 Bewertungen, durchschnittlich: 10,00 von 10)
Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig. eMail: u.dietz@tixio.de