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#0137-Nummern – die dreiste #Abzocke geht weiter

#0137-Nummern – die dreiste #Abzocke geht weiter

Mit dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs wurde eine der größten Kostenfallen beim Telefonieren zu Fall gebracht. Die berühmt-berüchtigten 0180-Nummern dürfen in Zukunft nicht mehr kosten als ein normaler Anruf mit der üblichen Ortsvorwahl. Gegen diese sogenannte „Servicenummer“ war geklagt worden, weil sie dem unlauteren Wettbewerb entspricht und die Begründung des Urteils war mehr als deutlich. Die Richter in Luxemburg sind davon überzeugt, dass die teuren 0180-Nummern die Verbraucher davon abhalten, sich an die Unternehmen zu wenden, mit denen sie einen Vertrag haben. Das sei nicht verbraucherfreundlich und die teure Telefonnummer sei nichts weiter als Abzocke. Aber die 0180-Nummern sind nicht die einzige Abzocke, es gibt noch schlimmere Kandidaten.

Ist die Abzocke auf dem Rückzug?

Mit den 0180-Nummern lässt sich kein Geld mehr verdienen, aber das sind nicht die einzigen weitreichenden Veränderungen, die im Zusammenhang mit der Abzocke stehen. Bereits 2013 wurde beschlossen, dass auch bei Warteschleifen bei Hotlines nicht mehr abkassiert werden darf. In der Folge mussten die Unternehmen auf die 0800-Nummern umstellen, die es entweder zum Nulltarif oder zum Festnetzpreis gibt. Leider ist damit noch nicht alles gut im Dschungel der Telefonsondernummern, denn auch das Urteil aus Luxemburg schützt nicht vor weiterer Abzocke, die neuen Probleme heißen 0137-Nummern und Call-by-Call.

Niemals zurückrufen

Wenn auf dem Display des Smartphones oder Handys eine 0137-Nummer auftaucht und dann sehr schnell wieder aufgelegt wird, dann sollte man das so schnell wie möglich vergessen und auf keinen Fall zurückrufen. Wer hier zu neugierig ist, der wird bestraft, und zwar mit Kosten zwischen 50 Cent und zwei Euro. Die Abzocke gilt auch dann, wenn in der Leitung nichts anderes als ein Knistern oder ein Rauschen zu hören ist. Grundsätzlich gilt bei der Betrugsmasche: Je länger man in der Leitung bleibt, umso teurer wird es am Ende. 0137-Nummern werden von keiner Flatrate abgedeckt, sie gehören ursprünglich zu den sogenannten Televoting-Nummern, die in der Hauptsache von TV-Sendern für Zuschauerabstimmungen und dubiose Gewinnspiele genutzt wurden. Heute dienen sie lediglich als Betrugsmasche und als Abzocke. Wer von einer 0137-Nummer angerufen wird, sollte die Bundesnetzagentur informieren.

Die wenigsten kennen die Kosten

Auch wenn es mittlerweile bekannt sein dürfte, dass der Anruf zu einer Servicenummer vom Handy deutlich teurer ist als aus dem Festnetz, viele Verbraucher wundern sich trotzdem über eine hohe Telefonrechnung. Es spielt keine Rolle, ob es sich um eine Servicehotline oder um ein Gewinnspiel handelt, der Satz „Anrufe im Mobilfunknetz können abweichen“, ist fast überall zu finden. Aber auch diejenigen, die sich dieser Tatsache bewusst sind, wissen oftmals nicht, wie teuer ein solcher Anruf werden kann, denn nach oben ist die Preisgrenze offen. Das gilt auch für die dubiosen Call-by-Call Angebote, wie sie zum Beispiel die Telekom im Programm hat.

Wie funktioniert Call-by-Call?

Mit einem Call-by-Call Angebot wird es möglich, preiswert ins Ausland oder in ein anderes Mobilfunknetz zu telefonieren. Die Verbraucher wählen dabei die Vorwahl eines anderen Netzanbieters, um günstiger als zu den Tarifen der Telekom telefonieren zu können. Aber diese vermeintlichen Billigtarife haben ihren Tücken, denn es können schnell mal Kosten von 60,- Euro oder mehr entstehen. Seit 2012 müssen die Anbieter zwar eine kostenlose Tarifansage bei einem Call-by-Call Anruf machen, aber die Tarife dürfen ähnlich wie die Benzinpreise, beliebig oft am Tag geändert werden. Kostet ein komplettes Gespräch am Morgen vielleicht noch 99 Cent, so kann es zur Mittagszeit 0,99 Euro pro Minute oder mehr kosten. Wer da nicht genau aufpasst, der merkt nicht, wenn gerade mal wieder die Einheit gewechselt wird.

Für die Verbraucherschützer kommt das Urteil aus Luxemburg viel zu spät, denn eine Anpassung der Preise hätte es schon von vier Jahren geben sollen. Als Konsequenz drohen den Verbrauchern jetzt endlose Warteschlangen oder sogar die Schließung vieler Servicecenter.

Bild: © Depositphotos.com / ronleishman

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Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig. eMail: u.dietz@tixio.de