Gesundheit

Flexitarier – was steckt hinter der halb-vegetarischen Ernährungsform

Flexitarier – was steckt hinter der halb-vegetarischen Ernährungsform

Während die einen ohne ihr Stück Fleisch zu Mittag nicht auskommen, haben andere schon längst die Vorzüge vegetarischer Ernährung erkannt. Die allseits bekannte Ernährungspyramide, ein wichtiger Indikator für die Zusammenstellung des Speiseplans, lässt erkennen, dass man nur dreimal pro Woche Fleisch konsumieren muss, um den Bedarf der darin enthaltenen Vitamine und Spurenelemente zu decken. Dass Menschen mit Ernährung bewusst umgehen und offenbar immer öfter auf Fleisch verzichten zeigt auch die Statistik: Im Jahr 1991 lag der jährliche pro-Kopf Konsum von Fleisch noch bei 63,9 Kilogramm. Im Jahr 2012 aßen Deutsche nur mehr rund 60,9 Kilogramm. 2019 wurde mit 59,5 Kilogramm der Tiefststand der Aufzeichnungsreihe erreicht. Mit ein Grund ist vermutlich, dass sich immer mehr Menschen dazu entscheiden Flexitarier zu werden.

Flexitarische Ernährung gibt es schon länger

Obwohl sich der Begriff Flexitarier erst seit einigen Jahren im deutschsprachigen Raum etabliert hat, gibt es diese Art zu essen schon länger. Der Begriff Flexitarier setzt sich aus den englischen Wörtern „flexible“ und „vegetarian“ zusammen was sich als flexibler Vegetarier übersetzen lässt. Der Trend stammt aus den USA, wo das Wort Flexitarian bereits im Jahr 2003 von der American Dialect Society zum nützlichsten Begriff des Jahres gewählt wurde. Flexitarier schließen den Fleischkonsum zwar nicht kategorisch aus, sie integrieren tierische Produkte jedoch nicht täglich in den Speiseplan. Die meisten plädieren für eine gesunde und ausgewogene Ernährung.

Aufrufe zumindest tageweise auf den Fleischkonsum zu verzichten blicken auf eine lange Geschichte zurück. Allerdings oblag die Einschränkung nicht immer dem freien Willen: Bereits im Jahr 1917 riefen Politiker dazu auf, fleischlose Tage einzulegen. „Essen wird den Krieg gewinnen“, diese Devise gab der Chef der United States Food Administration in jenem Jahr aus, als die USA in den ersten Weltkrieg eintraten. Damals erkannte man wie sehr der Krieg die Ernährungssituation der Menschen beeinflussen würde: Wo früher Getreide und Gemüse angebaut wurden, entstanden plötzlich riesige Schlachtfelder.  Hier einige der Empfehlungen, die damals in der Notlage herausgegeben wurden und bis heute nichts an Aktualität verloren haben:

  • Kauf mit Bedacht ein
  • Koche mit Sorgfalt
  • Verwende weniger Fleisch und Weizen
  • Kaufe lokale Produkte
  • Serviere akkurate Portionen und nutze die Reste

70 Prozent der amerikanischen Bevölkerung zeigten sich dazu motiviert, diese Regeln einzuhalten und bewusst auf Fleisch zu verzichten. Damals halt die allgemeine Empfehlung, jeden Dienstag kein Fleisch zu essen. Später verlagerte sich der Tag. Fast 100 Jahre nachdem die Food Association wegen der Auswirkungen des Kriegs gefordert hatte, weniger Fleisch zu konsumieren startete Sid Lerner eine weitere Kampagne. Seit 2013 hat der Meatless Monday zahlreiche Anhänger gewonnen, darunter auch prominente Vertreter wie der Ex-Beatle Sänger Paul McCartney.

Wie ein Flexitarier lebt

Flexitariern geht es im Prinzip darum sich von persönlichen oder von der Öffentlichkeit auferlegten Regeln zu befreien und bewusst zu genießen. Mit Verboten haben Flexitarier nichts m Hut, allerdings bekennen sie sich zu einer ausgewogenen Ernährung. Eines ist klar, ein bewusster Fleischverzicht führt nicht unbedingt zu einem gesünderen Lebensstil: Denn immerhin enthalten Kalorienbomben wie Torten, Eis oder Chips kein Fleisch. Doch wahre Flexitarier setzen sich mit der Zusammensetzung der Lebensmittel auseinander und stellen hochwertige Pflanzenkost in den Vordergrund.

Den Grundstock einer flexitarischen Ernährung bilden Obst und Gemüse. Besonders gesund sind Produkte aus regionalem Anbau, die keine weiten Transportwege hinter sich haben. Außerdem kaufen Flexitarier gerne jenes Obst und Gemüse ein das gerade Saison hat. Es müssen nicht unbedingt ausländische Erdbeeren im Winter sein. Ihren Energiebedarf decken Flexitarier außerdem mit sättigenden Kohlenhydraten wie Nudeln, Reis, Hirse und Getreide. Aufgrund des höheren Ballaststoff- und Nährstoffgehalts bevorzugen sie Vollkornprodukte. Ergänzt werden die pflanzlichen Lebensmittel mit hochwertigen Fetten wie Pflanzenölen. Sie liefern wichtige Omega-Fettsäuren und sorgen dafür, dass die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K besser aufgenommen werden können.

Als alternative Proteinquellen zu Fleisch und Milchprodukten bieten sich Soja, Tofu und Hülsenfrüchte an. Mit diesen pflanzlichen Alternativen lassen sich in Nu köstliche Speisen zaubern.

Gesundheitliche Vorteile von Flexitarismus

Wie oft Flexitarier Fleisch und andere tierische Produkte verzehren, entscheiden sie selbst. Manche gönnen sich zum Beispiel bei einem Restaurantbesuch ein Stück saftiges Steak oder ein Schnitzel, andere wiederum kochen ein bis zwei Mal pro Woche zu Hause Fleisch. Durch die Ernährungsumstellung nehmen die meisten Flexitarier ab. Wer zum Frühstück statt Schinken, Speck und Spiegelei über einen längeren Zeitraum hinweg Vollkornbrot mit magerem Aufstrich und Gemüse oder ein warmes Porridge genießt, spart Kalorien. Wenn man sich zwischendurch als Snack einen Smoothie, etwas Obst und eine Handvoll Nüsse statt Schokoriegel und süßen Teilchen vom Bäcker gönnt, purzeln die Pfunde wie von selbst.

Außerdem trägt eine pflanzenbasierte Ernährungsweise dazu bei, das Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt zu senken. Obst und Gemüse enthalten viele sekundäre Pflanzenstoffe, die als Antioxidantien dienen. Sie leisten wertvolle Arbeit im Kampf gegen freie Radikale, die körpereigene Zellen angreifen. Außerdem haben Flexitarier in der Regel einen niedrigeren Cholesterinspiegel. Die zahlreichen Ballaststoffe, die Flexitarier zu sich nehmen, schützen außerdem gegen Krebs. Sie geben dem Darm Arbeit und fördern die Erhaltung einer gesunden Darmschleimhaut.

Bild: @ depositphotos.com / jag_cz

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