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Niedriglohn in Deutschland – die Zahlen sind erschreckend

Niedriglohn in Deutschland – die Zahlen sind erschreckend

Die Partei „Die Linke“ hat anlässlich des Tags der Arbeit am 1. Mai das Bundesministerium für Arbeit und Soziales gefragt, wie viele Menschen in Deutschland Niedriglohn bekommen und mit ihrem Gehalt nicht mehr auskommen. Die Antwort des Ministeriums offenbart ein regelrechtes Dilemma, wenn es um den Niedriglohn in Deutschland geht. 3,38 Millionen Deutsche, die vollbeschäftigt sind, verdienen weniger als 2000 Euro brutto im Monat. Noch drastischer sind die Zahlen im Osten der Republik. Jeder Vierte in einem der ostdeutschen Bundesländer hat weniger als 2000 Euro brutto im Monat zur Verfügung.

Es kommt immer auf die Branche an

Beim Niedriglohn in Deutschland kommt es auch immer auf die jeweilige Branche an. Die Unterschiede sind sehr groß, wie eine kleine Anfrage der AfD ergab. Zwei Berufsgruppen sind, was den Niedriglohn in Deutschland angeht, besonders weit vorne: Zum einen die Reinigungskräfte und zum anderen die Beschäftigten in Hotels oder Gaststätten. Sie verfügen meist nur über ein Bruttoeinkommen von durchschnittlich 1861 Euro pro Monat. Diejenigen, die in der Touristikbranche, im Hotel oder in einer Gaststätte arbeiten, bekommen mit 1961 Euro im Monat nur geringfügig mehr. 2154 Euro bekommen die Mitarbeiter der Land-, Tier- und Forstwirtschaft. Wer in der Lebensmittelbranche arbeitet, muss mit 2165 Euro zufrieden sein. Der Niedriglohn in Deutschland trifft außerdem die Pflege- und Gesundheitsberufe, hier liegt der Verdienst im Schnitt bei 2354 Euro.

Wenig Qualifikation, wenig Geld

Wie viele Menschen mit Niedriglohn in Deutschland leben müssen, das zeigen auch die Gehälter derjenigen, die nur eine geringe Qualifikation haben. Sie verdienten im vergangenen Jahr in den ostdeutschen Bundesländern nicht mehr als 1610 Euro brutto im Monat. Ungelernte oder nicht qualifizierte Reinigungskräfte bekommen im Schnitt auf 1630 Euro brutto pro Monat. In den westdeutschen Bundesländern sind es 1768 Euro und damit stehen die weniger Qualifizierten auch im Westen am unteren Ende der Gehaltsskala. Wenig Qualifikation bedeutet zwar weniger Geld, aber die Anforderungen passen oftmals nicht zu den niedrigen Löhnen. Nach Ansicht der Gewerkschaften lassen sich nach wie vor zu viele Menschen mit einem Niedriglohn in Deutschland abspeisen.

Die Mieten steigen weiter

Sorgen macht nicht nur der Niedriglohn in Deutschland, der so viele Branchen trifft, es sind vor allem die stetig steigenden Mieten. In vielen Regionen explodieren die Mieten regelrecht und es betrifft längst nicht mehr nur die großen Städte. Selbst in den kleineren Kreisstädten mit Einwohnerzahlen zwischen 10.000 und 20.000 steigen die Mieten rasant an. Diejenigen, die von einem kleinen Gehalt leben müssen, können sich diese Mieten kaum noch leisten. Immer mehr Menschen in Deutschland machen außerdem die steigenden Lebenshaltungskosten zu schaffen. Lebensmittel und Strom sind zwei weitere Posten, die ein großes Loch in die ohnehin schon kleinen Haushaltskassen reißen.

Nach Meinung der Linken ist es Zeit, den Mindestlohn in Deutschland von jetzt 9,19 Euro auf zwölf Euro anzuheben. Die Abschaffung der Leiharbeit ist für die Linken ebenfalls ein Schritt in die richtige Richtung. Ob diese Maßnahmen wirklich ausreichen, um langfristig vor einem Armutsrisiko zu schützen, ist jedoch fraglich. Fest steht nur, dass etwas passieren muss. Besonders groß ist das Risiko übrigens in Mecklenburg-Vorpommern und in Thüringen, niedrig ist es dagegen in Baden-Württemberg und der Hansestadt Hamburg.

Bild: @ depositphotos.com / ginasanders

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Ulrike Dietz

Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.
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