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Kann die EU das Sterben der deutschen Bäder stoppen?

Kann die EU das Sterben der deutschen Bäder stoppen?

Die Kassen der meisten Kommunen sind leer und das führt zu einem Sterben der deutschen Bäder. Immer mehr Frei- und Hallenbäder schließen ihre Pforten, weil das Geld fehlt, sie zu unterhalten. Die Städte und Gemeinden stehen unter enormen Druck, zu sparen. Aber sie sparen am falschen Ende, denn kulturelle Einrichtungen wie beispielsweise Theater sind deutlich kostspieliger. Nach Ansicht vieler Bürger sind diese Institutionen nur für die Eliten da, die Bäder allerdings sind für die breite Masse gedacht.

Die Konkurrenz ist das Spaßbad

Zu teuer und zu viel Wasserfläche – so lauten lapidar die Begründungen für das Sterben der deutschen Bäder. Aber das stimmt nicht immer, oft holen sich die Gemeinden die Konkurrenz direkt in die Nachbarschaft. Viele Frei- und Hallenbäder stammen noch aus den 1970er Jahren, damals waren die Gemeindekasse voll und Badelandschaften modern. 30 Jahre später ist der Sprungturm aus der Mode, es sollte schon ein Rutschpark sein, auch das Kinderbassin wird kaum noch frequentiert, es musste einem Sole-Becken weichen. Damit lässt sich ein höheres Eintrittsgeld rechtfertigen. Um das Sterben der deutschen Bäder zu stoppen, reichen diese Neuerungen jedoch nicht aus. Viele Bäder haben nicht das Geld für einen Umbau und sie brauchen ein Lehrbecken, um Schwimmunterricht anbieten zu können. Die Konkurrenz der Spaßbäder ist erdrückend. Sie erfreuen sich großer Beliebtheit und spülen viel Geld in die Kassen der Gemeinden.

Hessen handelt

In fast allen Bundesländern hat das Sterben der deutschen Bäder schon begonnen und jedes Bundesland geht damit anders um. Während Nordrhein-Westfalen resigniert, wird in Hessen gehandelt. Um in Zukunft neben vielen Freibädern auch Hallenbäder erhalten zu können, will Bayern jetzt eine finanzielle Hilfe überprüfen. Hessen ist schon einen Schritt weiter. Ab diesem Jahr stehen für die nächsten fünf Jahre rund 50 Millionen Euro für den Neubau und die Sanierung der Bäder zur Verfügung. In den meisten anderes Bundesländern ist jedoch kein Umdenken in Sicht. Hallenbäder und Freibäder sind generell förderungsfähig, weil sie Einrichtungen der Gemeinde sind. Saniert hat Nordrhein-Westfalen in den letzten zehn Jahren aber nur vier Hallenbäder und nicht ein einziges Freibad. Viele hoffen auf eine Unterstützung vonseiten der EU, die das Sterben der deutschen Bäder beenden soll.

Kultur kostet Geld

Es sind die Theater, die die meisten Zuschüsse auch aus der EU verschlingen. Sie ziehen zwar deutlich weniger Besucher an als die Frei- und Hallenbäder, aber sie haben die bessere Lobby. Niemand kommt auf die Idee, die Zuschüsse für die Kulturbetriebe zu streichen und dieses Geld fehlt den Bädern im Land. Die Gemeinden sehen das etwas anders. Für ein Eintrittsgeld von drei Euro muss die Kommune sechs Euro Zuschuss zahlen. Vor allem für klamme Gemeinden ist das nicht so einfach zu stemmen.

Das Sterben der deutschen Bäder geht weiter und es sieht nicht nach einer langfristigen Lösung aus. In einem Freibad oder Hallenbad treffen alle Gesellschaftsschichten aufeinander. Die Bäder stehen nicht nur einer bestimmten Gruppe von Bürgern zur Verfügung, sondern allen. Daher sind die Gemeinden der Meinung, dass die EU helfen sollte. Um die Bäder zu erhalten, werden jetzt viele Bürger aktiv. Sie sammeln Unterschriften und sind bereit, sich selbst um ihr Freibad oder Hallenbad zu kümmern.

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Bild: @ depositphotos.com / jacquespalut

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Ulrike Dietz

Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.
Ulrike Dietz
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