Weine aus Chile – die Konkurrenz vom anderen Ende der Welt

Die Franzosen müssen damit leben, dass sie nicht mehr die unangefochtene Nummer eins auf dieser Welt sind, wenn es um den geht. Selbst die vom Glück verwöhnten Winzer in Kalifornien müssen mittlerweile zugeben, dass Weine aus Chile mehr als nur gut sind. Dabei ist das südamerikanische Land auf den ersten Blick nicht das typische Land für Wein. Trotzdem haben Weine aus Chile eine sehr lange Tradition, an der die Briten nicht ganz unschuldig sind.

Weine mit Geschichte

Die Briten waren die Ersten, die Wein aus Chile zu schätzen wussten. Sir Francis Drake, der Pirat ihrer Majestät Königin Elisabeth I., kaperte im Jahre 1578 ein spanisches Schiff und erbeutete unter anderem 1700 Schläuche gefüllt mit Wein aus Chile. Diese Weine aus Chile waren für Spanien bestimmt, aber sie kamen nach England. Seitdem schätzen die Briten den Wein, der aus Chile kommt. Die Spanier haben mit dem Anbau von Wein in Chile begonnen. Das war in der Mitte des 15. Jahrhunderts und schnell war der Weinbau ein wichtiger Faktor für die chilenische . In den 1980er Jahren brach der Anbau unter der Enteignungspolitik des Sozialisten Salvador Allende vollkommen zusammen. Nach dem Ende der Allende Ära kümmerten sich große Investoren wie der Weinunternehmer Miguel Torres um den chilenischen Wein und es ging endlich wieder bergauf.

Die Natur steht im Mittelpunkt

Heute sind Weine aus Chile auf der ganzen Welt beliebt und sie bestimmen mittlerweile auch die Weinstilistik. Eine Spezialität der Winzer aus Chile ist der spannende Natur- und Biowein, den die jungen Weinmacher produzieren. Nach Ansicht von Weinkennern können selbst die ganz Großen, wie Grand Marnier oder Lafite Rothschild noch etwas von diesen „jungen Wilden“ aus Chile lernen. Dennoch ist der Wein aus Chile noch immer Massenware, wenn auch eine sehr gute. Das liegt allein schon an den großen Rebflächen, die 120.000 Hektar ausmachen. Diese großen Anbauflächen sind auch notwendig, denn die Welt trinkt gerne die natürlichen Bioweine aus Südamerika. In Deutschland bieten immer mehr Sterne-Restaurants Weine aus Chile an.

Echte Spitzenweine

Weine aus Chile gibt es schon für unter zehn zu kaufen. Das heißt aber nicht, dass die Weine eine schlechte Qualität haben. Ein Beispiel ist der „Pour Ma Gueule“ vom Weingut Clos des Fous, Jahrgang 2016. Dieser Ökowein ist ein Cuvée aus den Reben Carignan, Syrah, Cinsault und Malbec. Im Edelstahltank gereift, hat er heute den Charakter eines erstklassigen Burgunders mit den Aromen von roten Beeren und Holunder. Der Wein ist perfekt zu einem leichten Essen, vielleicht zu einem Grillabend im Frühling und er kostet nicht mehr als 9,95 Euro pro Flasche. Mit dieser Qualität zu diesem kann kein Wein aus Europa mithalten.

Weine aus Chile gewinnen weltweit immer mehr Freunde. Das ist nicht weiter verwunderlich, denn die jungen Weinmacher bringen immer mehr erstklassige Weine auf den Markt. So beispielsweise Bioweine aus einer Rebsorte, die zum ersten Mal in Chile angebaut wurde: Moscatel. Die biodynamischen Naturweine aus diesen Trauben haben ein herrliches Aroma nach Rosen und Mirabellen. Die Rebstöcke wachsen rund 500 Kilometer von der Hauptstadt Santiago entfernt und die Weine haben Fans von bis Paris.

Bild: @ depositphotos.com / belchonock

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Häufige Fragen

Warum sind Weine aus Chile so beliebt?

Weine aus Chile erfreuen sich großer Beliebtheit aufgrund ihrer hohen Qualität und der Vielfalt an Rebsorten, die sie bieten. Zudem sind sie oft preislich attraktiv im Vergleich zu europäischen Weinen.

Welche Geschichte hat der Weinbau in Chile?

Der Weinbau in Chile begann im 15. Jahrhundert mit den Spaniern und erlebte verschiedene Höhen und Tiefen, insbesondere während der Enteignungspolitik in den 1980er Jahren. Nach dieser Phase erlebte der Weinbau dank privater Investoren eine Renaissance.

Was macht chilenische Weine besonders?

Chilenische Weine zeichnen sich durch ihre Kombination aus traditionellem Wissen und innovativen Techniken junger Winzer aus, die oft auch Bioweine produzieren. Diese Weine haben ein einzigartiges Aroma und sind oft sehr zugänglich.

Welche Rebsorten sind typisch für chilenische Weine?

Typische Rebsorten aus Chile sind Carignan, Syrah, Cinsault und Malbec. Diese Sorten werden häufig in Cuvées kombiniert, um komplexe und geschmackvolle Weine zu kreieren.

Wie viel kosten gute chilenische Weine?

Gute chilenische Weine sind bereits ab unter zehn Euro erhältlich, was sie zu einer attraktiven Wahl für Weinliebhaber macht. Ein Beispiel ist der „Pour Ma Gueule“ vom Weingut Clos des Fous.

Was sind biodynamische Weine?

Biodynamische Weine werden aus Trauben hergestellt, die nach biodynamischen Prinzipien angebaut werden, was bedeutet, dass sie ohne chemische Düngemittel oder Pestizide kultiviert werden. Diese Weine haben oft ein intensives Aroma und sind umweltfreundlicher.

Wie hat sich der chilenische Weinmarkt entwickelt?

Der chilenische Weinmarkt hat sich in den letzten Jahrzehnten stark entwickelt, mit einer zunehmenden internationalen Anerkennung und Nachfrage nach chilenischen Weinen, insbesondere Bioweinen.

Welche Rolle spielen junge Winzer in Chile?

Junge Winzer in Chile bringen frischen Wind in die Weinproduktion, indem sie innovative Techniken und neue Rebsorten ausprobieren, was zu einer steigenden Qualität und Vielfalt der Weine führt.

Wo kann man chilenische Weine kaufen?

Chilenische Weine sind in vielen Supermärkten, Weinhandlungen und zunehmend auch in Sterne-Restaurants erhältlich, besonders in Deutschland.

Wie unterscheiden sich chilenische Weine von europäischen Weinen?

Chilenische Weine unterscheiden sich oft durch ihre Fruchtigkeit und Zugänglichkeit, während europäische Weine häufig komplexere Geschmacksprofile aufweisen. Zudem sind chilenische Weine oft günstiger.

Ulrike Dietz