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Der kommende Winter wird richtig teuer

Der kommende Winter wird richtig teuer

Es ist Herbst geworden und die Zeit bis zum ersten Frost ist nicht mehr fern. Die Preise für Heizöl sind bereits gestiegen, jetzt kommen die Preise für Erdgas dran. Die Gasnotierung klettert kräftig in die Höhe und schuld an diesem Dilemma sind zum einen China, zum anderen die Atomkraftwerke in Belgien und Frankreich. Alle, die jetzt noch kein Heizöl im Keller haben, sollten sich beeilen, bevor die Preise noch weiter steigen.

Der Trend geht zur Teuerung

Als am 1. Oktober das sogenannte Gaswirtschaftsjahr begann, haben die bekannten Vergleichsportale und die Energiehändler einen sehr stark steigenden Preis für Brennstoffe registriert. Nur sehr selten gab es einen so deutlichen Trend zu Teuerung wie zu Beginn des Winters 2018/2019. Beim Thema Heizöl hat das Vergleichsportal „Check24“ einen neuen Rekord gemeldet: Bereits Mitte September war das Heizöl um satte acht Prozent teuer als noch vier Wochen zuvor. Seit Beginn des Jahres 2016 ist der durchschnittliche Monatspreis um sage und schreibe 85 Prozent nach oben geklettert. In vielen der sechs Millionen deutschen Haushalte, in denen mit Öl geheizt wird, wurde der vermeintlich günstige Einkauf von Heizöl im Sommer immer wieder verschoben. Man hoffte, dass die Preise fallen, aber diese Wette ging leider nicht auf. Wer jetzt noch Öl braucht, sollte schnell kaufen, denn ein Ende des Preisanstiegs ist momentan nicht in Sicht.

Teures Gas

Was den Preis angeht, gibt es in Deutschland allerdings große Unterschiede. Im Norden des Landes ist das Heizöl deutlich billiger, als es im Süden der Republik der Fall ist. Das liegt unter anderem an den Transportproblemen wegen der zu niedrigen Wasserstände. Für die Preisunterschiede sorgten auch Ausfälle in den Raffinerien in Bayern. Dazu kam dann Anfang September auch noch ein Brand in der Bayernöl-Raffinerie in Ingolstadt. Teuer wird es ebenfalls für die Gaskunden. Noch sind es nur wenige der insgesamt 900 Gasversorger, die ihre Preise für das kommende Jahr veröffentlicht haben, jedoch der Trend verheißt nichts Gutes. Preiserhöhungen gibt es schon bei 18 der Versorger und diese Erhöhungen liegen bei durchschnittlich acht Prozent. Nur zwei Stadtwerke wollen die Preise für Gas senken.

China kauft den Markt leer

Die Chinesen wollen ihre massiven Umweltprobleme, die durch Kohlekraftwerke entstanden sind, in den Griff bekommen. Aus diesem Grund kaufen sie praktisch im Alleingang den Weltmarkt für flüssiges Erdgas leer. Ein weiterer Grund für die drastische Verteuerung des Erdgases sind die störanfälligen belgischen und französischen Atomkraftwerke. Das führt zu wartungsbedingten Stillständen der Atomkraftwerke in Frankreich und die Ausfälle der Atommeiler in Belgien machen den Einsatz von Gaskraftwerken erforderlich. Das wiederum treibt die Preise für Erdgas immer weiter nach oben.

Fazit

Wie sehen die Prognosen für den Winter aus? Letztendlich ist einmal mehr alles vom Wetter abhängig. Ist der kommende Winter mild und für die Produzenten von Ökostrom auch ausreichend windig, bleiben die Betreiber der Gasspeicher auf ihren Reserven sitzen. Das könnte sie dann zu einem Abverkauf zwingen, um Platz für das billige Nachfüllen im Sommer zu haben. Ist das der Fall, dann kommt es nach Ansicht von Experten im ersten Quartal des neuen Jahres zu einem regelrechten Schlachtfest der Gaspreise.

Bild: © Depositphotos.com / elenathewise

Ulrike Dietz

Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.
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