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Hund und Katze unter einem Dach – so klappt es mit dem friedlichen Zusammenleben

Hund und Katze unter einem Dach – so klappt es mit dem friedlichen Zusammenleben

Der Konflikt zwischen Hunden und Katzen ist legendär. Immer wieder fachsimpeln Experten darüber, wie das Verhältnis zwischen den beiden friedvoll verlaufen kann, während in lustigen Cartoons ein wütender Hund eine fauchende Katze auf den nächsten Baum jagt. Leben Hunde und Katzen tatsächlich zusammen, dann ist es umgekehrt, denn der Stubentiger gibt in dieser tierischen Beziehung den Ton an. Die Katze hat das Sagen und der Hund ist gut beraten, sich an diese Hierarchie zu halten.

Die Katze ist die Königin

Wissenschaftler der University of Lincoln in England wollten wissen, wie es ist, mit einem Hund und einer Katze stressfrei unter einem Dach zu leben. Die Forscher setzen sich daher mit insgesamt 748 Besitzern von Hunden und Katzen in Europa, Australien, Kanada und den USA in Verbindung. Sie fragten, wie es mit den beiden tierischen Mitbewohnern klappt und wie der Hund und die Katze miteinander auskommen. Zusammengefasst lässt sich feststellen, dass Hunde und Katzen sehr wohl zusammenleben können. Der Hund muss dabei jedoch eine wichtige Bedingung erfüllen: Er muss die Katze als Königin anerkennen. Ist das der Fall, dann kommen Hunde und Katzen bei mehr als 80 Prozent der befragten Tierhalter gut miteinander aus. Nur knapp drei Prozent der Befragten gaben an, dass sich Hund und Katze nicht ausstehen können.

Der Hund mag es friedlich

Ob es mit einem harmonischen Zusammenleben zwischen Hund und Katze klappt, hängt vor allem von der Katze ab. Sie ist diejenige, die auf Streit aus ist und sie bedroht den Hund dreimal öfter als das umgekehrt der Fall ist. Katzen scheuen auch vor einer körperlichen Auseinandersetzung nicht zurück und verletzen Hunde zehn Mal häufiger als umgekehrt. 57 Prozent der Befragten berichteten, dass sie faucht und nach dem Hund schlägt, nur in 18 Prozent der befragten Haushalte ist der Hund der Aggressor. Rund ein Fünftel der Hunde biedert sich bei der Katze an und gibt ihr das Lieblingsspielzeug. Vielleicht erhoffen sie sich auf diese Weise, Ruhe zu haben, oder sie handeln taktisch, um die Katze milde zu stimmen. Katzen ihrerseits sehen keinen Sinn darin, einem Hund ihr Spielzeug zu überlassen.

Die Katze muss zufrieden sein

Warum ist das Verhältnis zwischen Hunden und Katzen so angespannt und selten friedfertig? Der Grund ist in der Domestizierung zu suchen, vermuten Wissenschaftler. Hunde leben seit sehr viel längerer Zeit mit Menschen zusammen, als das bei Katzen der Fall ist. Sie sind daher auch geübter darin, mit anderen Lebewesen auszukommen und können aus diesem Grund ihr Verhalten auch besser kontrollieren als Katzen das können. Dazu kommt, dass Hunde Rudeltiere sind, Katzen hingegen Einzelgänger. Wer einen Hund und eine Katze unter einem Dach halten möchte, der sollte vor allem auf das Alter der Katze achten. Die Samtpfote sollte nicht älter als ein Jahr sein, wenn sie mit dem Hund zusammenwohnen soll. Grundsätzlich gilt aber, wenn die Katze zufrieden ist und sich wohlfühlt, kann es mit dem Zusammenleben funktionieren.

Worauf müssen die Besitzer achten?

Neben dem optimalen Alter der Katze ist es auch wichtig, dass beide Tiere ihren Platz und ihren Freiraum haben. Ebenso wichtig ist, dass es getrennte Futterplätze gibt. Auch bei Hunden und Katzen gibt es Futterneid und was dem einen schmeckt, das schmeckt dem anderen noch viel besser. Die Besitzer sind gut beraten, keinen von beiden zu bevorzugen, denn das führt zu Missgunst, Neid und schließlich zu Streitigkeiten. Erhält der Hund einen Leckerbissen, dann sollte auch die Katze einen bekommen. Bekommt die Katze Streicheleinheiten, sollte auch der Hund die gewünschte Aufmerksamkeit bekommen. Fühlen sich beide Tiere gleichermaßen beachtet, dann klappt es auch mit dem Zusammenleben.

Was tun, wenn die beiden sich streiten?

Wenn Hund und Katze sich nicht mögen, dann scheuchen sie sich gerne gegenseitig durch das Haus. Sie verfolgen einander, der Hund knurrt, die Katze faucht und spuckt sogar manchmal. Der Besitzer sollte in diesem Fall eingreifen, aber die Tiere weder anschreien noch mit ihnen schimpfen. Hilfreich ist es, den Hund an die Leine zu nehmen und die Katze in ein anderes Zimmer zu bringen. Schimpfen und anschreien sorgt für noch mehr Stress, für eine schlechte Stimmung und auch für Angst. Wenn der Besitzer merkt, dass es vielleicht der Katze nicht gefällt, wenn der Hund auf ihrer Decke liegt, dann ist es eine gute Idee, den Hund so zu trainieren, dass er sich nicht mehr darauf legt. Umgekehrt ist es schon schwieriger, denn Katzen lassen sich nur sehr ungern erziehen und tun meist das Gegenteil von dem, was von ihnen verlangt wird.

Auf die richtige Rasse achten

Ob das Zusammenleben von Hund und Katze gelingt oder jeden Tag neu ausgehandelt wird, hängt auch mit den jeweiligen Rassen zusammen. Für Katzenbesitzer, die sich noch ein Hund anschaffen wollen, ist es wichtig, dass es sich um eine ruhige und ausgeglichene Rasse handelt. Große Rassen wie Bernhardiner, Neufundländer oder Labradore gelten als friedlich und katzenfreundlich. Bei den kleineren Rassen hat unter anderem der Mops ein Herz für Katzen. Der Mops ist freundlich und er ist geduldig, eine Eigenschaft, die beim Zusammenleben mit Katzen von Vorteil ist. Wer den Hund oder die Katze aus dem Tierheim holt, sollte nicht vergessen zu fragen, ob es Schwierigkeiten mit anderen Tieren gibt. Ideal ist es, wenn Hund und Katze zusammen aufwachsen, denn dann verstehen sie sich in der Regel sehr gut, da sie aneinander gewöhnt sind.

Fazit

Es kann eine erbitterte Feindschaft, aber auch eine ganz große Freundschaft sein – wie gut oder weniger gut Katzen und Hunde sich verstehen, muss keine Glücksache sein. Wenn bereits ein Tier im Haushalt lebt und ein zweites dazukommen soll, gilt es, einige grundlegende Dinge zu beachten. Sowohl der Hund als auch die Katzen müssen ihr eigenes Reich und ihren Freiraum haben. Sie sollten getrennt voneinander fressen und der Hund sollte nach Möglichkeit nicht in die Nähe der Katzentoilette kommen. Falls sich herausstellt, dass das friedliche Zusammenleben nicht funktioniert, dann ist es falsch, etwas erzwingen zu wollen. Besser ist es, die Tiere entweder getrennt voneinander zu halten, was sehr anstrengend ist, oder sich von einem der beiden zu trennen, selbst wenn es schwerfällt.

Bild: © Depositphotos.com / pyotr021

Ulrike Dietz

Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.
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