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#Buchscanner – Neues Gerät kann geschlossene Bücher lesen

#Buchscanner – Neues Gerät kann geschlossene Bücher lesen

Auf den ersten Blick klingt es ein bisschen verrückt, ein geschlossenes Buch zu lesen, erst auf den zweiten Blick bekommt das Ganze aber einen Sinn. Das neue Gerät, das an den Sicherheitscheck am Flughafen erinnert, arbeitet mit einer Strahlung, die es möglich macht, die obersten Seiten eines Buches zu lesen, ohne dass das Buch dafür aufgeschlagen werden muss.

Eine große Hilfe für Bibliothekare

Es gibt viele sehr kostbare alte Bücher, die Bibliothekare am liebsten gar nicht anfassen würden. Aber um einen Blick in diese wertvollen Bücher werfen zu können, müssen sie zwangsläufig aufgeklappt werden, aber das kann für die brüchigen Seiten gefährlich werden. Aus diesem Grund hat ein Forscherteam am Massachusetts Institute of Technology in Boston einen ganz speziellen Scanner entwickelt, der es möglich macht, alte Bücher zu lesen, ohne sie dabei anzufassen.

Wie funktioniert der Scanner?

Der Scanner sendet eine Strahlung aus, die von den Seiten des Buches reflektiert wird. Mittels einer besonderen Software ist es den Forschern aus den USA jetzt gelungen, aus der Strahlung, die aufgefangen wird, die einzelnen Buchstaben auf den oberen Seiten des Buches zu rekonstruieren. Der Scanner nutzt eine Terahertz-Strahlung, wie sie ähnlich auch bei Körperscannern zum Einsatz kommt, um zum Beispiel an Flughäfen die Passagiere zu kontrollieren. Die Wellen liegen dabei in einem Bereich zwischen einer Mikrowelle und einer Infrarotstrahlung. Mit den Wellen dieser Scanner kann Kleidung problemlos durchdrungen werden, in diesem Fall werden die Wellen von der Haut reflektiert. So wird sichtbar, was unter der Kleidung ist, daher auch der Begriff Nacktscanner. Bei einem Buchscanner ist es ähnlich, denn zwischen den Seiten eines Buches ist eine sehr dünne Luftschicht, die von den Wellen reflektiert wird.

Museen zeigen großes Interesse

Das Metropolitan Museum in New York hat als erstes Museum großes Interesse an dem neuartigen Scanner angemeldet, denn dort könnten dann sehr alte Bücher gelesen werden, ohne sie aufschlagen zu müssen, bislang ist es allerdings nur möglich, neun Seiten zu lesen. Aber auch für die Industrie ist der Scanner von Interesse, zum Beispiel, um unterschiedliche Beschichtungen überprüfen zu können.

Bild: © Depositphotos.com / tenkorys

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Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig. eMail: u.dietz@tixio.de