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So kommen Haustiere gut durch den Sommer

So kommen Haustiere gut durch den Sommer

Das Thermometer zeigt in diesem Sommer nur in eine Richtung, und zwar nach oben. 30° Grad und mehr jeden Tag, keine Abkühlung und kein Ende der Hitze in Sicht. Nicht nur Menschen leiden unter der extremen Hitze, auch Hund, Katze und Hamster fühlen sich nicht mehr wohl. Vielfach reagieren Tiere empfindlicher auf die Hitze als Menschen. Was können Haustierbesitzer tun, damit ihre Lieblinge gut durch den Rekordsommer 2018 kommen? Der Deutsche Tierschutzbund weiß Rat.

Viel Flüssigkeit an heißen Tagen

Für einige Haustiere ist die große Hitze lebensgefährlich, denn wie Menschen, können sie ebenfalls einen Hitzschlag erleiden. Besonders anfällig sind Tiere, die keine Schweißdrüsen haben, wie das bei Kaninchen und Hunden der Fall ist. Diese Tiere können sich nicht durch Schwitzen abkühlen, sie haben nur die Möglichkeit, zu hecheln oder eben viel zu trinken. Viel zu trinken ist überlebenswichtig, denn sonst kommt es zur Austrocknung und schließlich zu einem lebensbedrohlichen Anstieg der Körpertemperatur. Wenn Hund oder Kaninchen nicht trinken wollen, dann müssen die Besitzer das Futter mit Wasser anreichern. Eine gute Idee ist es auch, überall im Haus oder in der Wohnung einen gefüllten Wassernapf zu platzieren, so bekommt der Hund immer wieder die Gelegenheit zum Trinken.

Welche Symptome hat ein Hitzschlag?

Wenn ein schattiges Plätzchen, ausreichend Wasser und frische Luft fehlen, dann führt das bei vielen Haustieren zum Wärmestau, der dann einem Hitzschlag zur Folge hat. Bei Nagetieren wie Hamstern, Ratten und Kaninchen können schon Temperaturen zwischen 25° und 28° Grad zu einem gefährlichen Kollaps führen. Bei Hunden macht sich der Hitzschlag mit glasigen Augen und einer tiefroten Zunge bemerkbar. Gefährlich ist es, wenn das Tier mit einem weit gestreckten Hals extrem stark hechelt und der Speichel dabei sehr zäh ist. Spätestens dann sollten beim Besitzer alle Alarmglocken schrillen. Auch wenn sich die sichtbaren Bereiche der nicht mit Fell bedeckten Haut stark röten, deutet das auf einen Hitzschlag hin. Gleichgewichtsstörungen, Erbrechen und Bewusstlosigkeit bilden alsdann das Finale eines Hitzschlags.

Wie reagieren Katzen und Kleintiere auf die Hitze?

Katzen und Kleintiere leiden ebenfalls unter der sommerlichen Hitze. Während Kleintiere wie Meerschweinchen sich schnell atmend in eine Ecke ihres Käfigs zurückziehen, liegen Katzen stark hechelnd auf dem Bauch. Auch wenn Katzen unruhig sind, einen deutlich erhöhten Herzschlag und eine erhöhte Körpertemperatur haben, spricht das für die ersten Symptome eines Hitzschlags. In jedem Fall muss der Besitzer schnell handeln, um die Tiere aus der Gefahrenzone zu bringen. Katzen und Kleintiere müssen sofort an einen schattigen Platz gebracht und mit frischem Wasser versorgt werden. Sollten die Katze oder das Meerschweinchen das Bewusstsein verlieren, dann hilft es, sie in ein nasses Tuch einzuwickeln und umgehend zum Tierarzt zu fahren.

Der richtige Umgang mit Katzen in der Sommerhitze

Anders als Hunde sind Katzen nicht so stark vom Menschen abhängig. Katzen suchen sich eigenständig ein schattiges, kühles Plätzchen. Die Besitzer der Stubentiger müssen trotzdem stets darauf achten, dass die Katze ausreichend trinkt. Eine echte Wohltat ist zudem ein Kirschkernkissen, das aus der Tiefkühltruhe kommt. Wichtig ist, dass das Futter nicht in der prallen Sonne steht. Besonders Nassfutter zieht sehr schnell Ungeziefer an und das kann zu schweren Erkrankungen bei der Katze führen.

Käfige müssen in den Schatten

Besonders oft sind Meerschweinchen, Kaninchen und auch Ziervögel die Opfer der Hitze. Die Tiere sind in Freigehegen oder in ihren Käfigen dem prallen Sonnenschein ausgeliefert und sie haben keine Möglichkeit, sich an einen schattigen Platz zurückzuziehen. Da sich der Stand der Sonne im Laufe des Tages ändert, sollten Käfige häufig den Platz wechseln, damit die Tiere immer im Schatten sind. Den Käfig auf kühle Steinplatten zu stellen oder das Gehege mit feuchten Tüchern abzudecken, kann ebenfalls helfen. So heizt sich der Käfig nicht auf und die Tiere fühlen sich in der schattigen und kühlen Umgebung wohl. Frische Luft ist immer wichtig, jedoch sollten die Volieren und Käfige nie Zugluft aufgesetzt sein.

Tiere nicht im Auto lassen

Dass Tiere bei Hitze nicht im Auto bleiben dürfen, ist bekannt. Trotzdem gibt es jedes Jahr wieder Schlagzeilen von Hunden, die bei glühender Hitze in letzter Minute aus einem Auto befreit wurden. Der Deutsche Tierschutzverein warnt eindringlich davor, den Hund nicht mal für fünf Minuten in einem überhitzten Auto alleine zu lassen. In der Sommerhitze verwandelt sich das Auto innerhalb von kurzer Zeit in einen Backofen. Der Sauerstoff wird schnell knapp, es kommt zu Übelkeit, zu Problemen mit dem Kreislauf, schließlich zum Kreislaufversagen und zu einem qualvollen Tod. Ein spaltbreit geöffnetes Fenster oder ein Schiebedach reichen auf keinen Fall aus, um für Abkühlung zu sorgen. Selbst wenn das Auto im Schatten geparkt ist, besteht für Hunde, Katze und andere Haustiere große Gefahr.

Für ausreichend Kühlung sorgen

Unvermeidliche Autofahrten, beispielsweise zum Tierarzt oder auch in den Urlaub, sollten nach Möglichkeit in den kühlen Tages- und Nachtstunden stattfinden. Bei den Transportboxen für Katzen ist es wichtig, dass die Box einen Luftaustausch möglich macht, zusätzlich sollten die Katzenbesitzer auch ein Fenster öffnen. Hunde sollten während der Fahrt ihre Schnauze nicht aus dem Fenster halten, da der starke Fahrtwind zu Entzündungen an den Augen und Ohren führen kann. Mit an Bord sollte stets ein ausreichender Vorrat an Trinkwasser sein, außerdem sind helle angefeuchtete Tücher sehr hilfreich. Sie funktionieren wie eine Kompresse und können auf den Käfig oder die Transportbox gelegt werden. Auch Kühlakkus aus dem Gefrierfach in der Box verhindern, dass Hund oder Katze übermäßig schwitzen müssen. Mit diesen Vorsichtsmaßnahmen ist es möglich, auch längere Fahrten mit Tieren an Bord zu machen.

Fazit

Irgendwann ist auch die größte Hitzewelle einmal vorbei. Bis es aber so weit ist, sollten sich Haustiere trotz der Wärme rundherum wohlfühlen. Das Gassigehen sollten Hundebesitzer auf die kühlen Stunden am Morgen oder am Abend verlegen. Für den Spaziergang ideal sind schattige Waldgebiete oder Parks. Hunde im Sommer scheren zu lassen, ist keine gute Idee, denn viele Rassen bekommen auf den kahl geschorenen Stellen schnell einen Sonnenbrand. Nur bei Hunden mit einem extrem dicken und dichtem Fell, wie beispielsweise bei Huskys oder Berner Sennenhunden, sollte das Fell ausgedünnt werden, da sie schnell unter der Hitze leiden. Viel wichtiger ist jedoch, dass die Hunde viel im Schatten sind und immer ausreichend trinken können.

Bild: © Depositphotos.com / damedeeso

Ulrike Dietz

Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.
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