Polizei deckt mutmaßliches Netzwerk für Stellvertreterprüfungen in Osnabrück, Melle, Lienen und Hamm auf

Polizei deckt mutmaßliches Netzwerk für Stellvertreterprüfungen in Osnabrück, Melle, Lienen und Hamm auf

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Panorama: Polizei ermittelt in Osnabrück

() – Die ist in Osnabrück, Melle, Lienen und Hamm gegen eine mutmaßliche Gruppierung vorgegangen, die bundesweit sogenannte „Stellvertreterprüfungen“ organisiert haben soll. Die Polizeiinspektion Osnabrück hat am Mittwoch gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft Osnabrück umfangreiche Maßnahmen gegen die mutmaßlich bandenmäßig organisierte Gruppierung durchgeführt, teilte die Polizeiinspektion Osnabrück mit.

Dabei sollen andere Personen gegen Bezahlung Prüfungen für die eigentlichen Prüfungsteilnehmer abgelegt haben.

Nach bisherigen Erkenntnissen sollen Interessierte unter anderem über Messengerdienste Kontakt zu den Beschuldigten aufgenommen und gegen Zahlung eines Entgelts die Ablegung verschiedener Prüfungen durch einen Stellvertreter beauftragt haben. Angeboten worden sein sollen unter anderem Einbürgerungstests, Sprachzertifikate, Führerscheinprüfungen, Prüfungen für Taxiunternehmer sowie Sachkundeprüfungen nach § 34a Gewerbeordnung.

Je nach Prüfung sollen dafür mehrere hundert bis mehrere tausend verlangt worden sein. Nach bisherigen Erkenntnissen sollen die Beschuldigten damit Einnahmen von mehr als 250.000 Euro erzielt haben.

Um die Prüfungen stellvertretend ablegen zu können, sollen die Beschuldigten ge- oder verfälschte Ausweisdokumente mit den Personalien der jeweiligen Prüfungsteilnehmer, jedoch mit dem Lichtbild des Stellvertreters, beschafft haben.

Die Beschuldigten selbst oder von ihnen ausgewählte Personen sollen anschließend unter Vorlage dieser Dokumente an den Prüfungen teilgenommen und sich dabei als die jeweils angemeldeten Prüflinge ausgegeben haben. Bei den Prüfungen sollen die Stellvertreter die Identität der jeweiligen Auftraggeber bestätigt haben, je nach Art der Prüfung durch handschriftliche Unterschrift oder durch Eingaben an elektronischen Geräten.

Dadurch besteht unter anderem der Verdacht der Urkundenfälschung sowie der Fälschung beweiserheblicher .

Die Ermittlungen der Polizeiinspektion Osnabrück werden seit März unter Leitung der Staatsanwaltschaft Osnabrück geführt. Der Anfangsverdacht ergab sich aus der Auswertung eines Mobiltelefons eines damals 28-jährigen Beschuldigten aus Osnabrück.

Das Gerät war zuvor im Rahmen eines anderen Ermittlungsverfahrens wegen des Verdachts des unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln beschlagnahmt worden. Die weiteren Ermittlungen erhärteten den Verdacht, dass die beschriebenen Straftaten auch aktuell fortgesetzt worden sein sollen.

Nach derzeitigen Erkenntnissen werden mindestens 100 Fälle im Zusammenhang mit dem Verfahren geprüft.

Insgesamt sollen neun Personen im Alter zwischen 26 und 51 Jahren Teil der mutmaßlichen Gruppierung sein. Darüber hinaus haben die Ermittler weitere Personen identifiziert, die als Stellvertreter Prüfungen abgelegt haben sollen.

Nach aktuellem Ermittlungsstand sollen diese Personen nicht Teil der Gruppierung gewesen sein, sondern jeweils einzelne Prüfungen übernommen haben. Zudem hat sich im Verlauf der Ermittlungen der Verdacht gegen einen nebenamtlichen Prüfer einer - und Handelskammer wegen des Verdachts der Bestechlichkeit ergeben.

Am Mittwoch durchsuchten die Einsatzkräfte knapp ein Dutzend Objekte in Osnabrück, Melle, Lienen und Hamm.

Darüber hinaus vollstreckten sie zwei Haftbefehle und setzten Vermögensarreste um. Gegenstand der Haftbefehle ist unter anderem der Verdacht des bandenmäßigen Einschleusens von Ausländern.

Bei den Durchsuchungen stellten die Einsatzkräfte unter anderem über ein Dutzend Mobiltelefone sowie einen Mercedes GLE sicher. Zudem wurden mehrere Computer, Laptops und Datenträger, diverse Ausweisdokumente, deren Echtheitsprüfungen andauern, mehrere tausend Euro Bargeld, Kokain, XTC sowie Marihuana und eine Armbrust sichergestellt.

Die sichergestellten Beweismittel werden nun ausgewertet. Die Ermittlungen dauern an.

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Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?

Staatsanwaltschaft Osnabrück, Polizeiinspektion Osnabrück

Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?

Polizeiinspektion Osnabrück, Staatsanwaltschaft Osnabrück, Industrie- und Handelskammer

Wann ist das Ereignis passiert?

Das Ereignis fand am Mittwoch statt (konkret im Text: „am Mittwoch … umfangreiche Maßnahmen“). Kein konkretes Datum ist genannt.

Wo spielt die Handlung des Artikels?

Osnabrück, Melle, Lienen, Hamm

Worum geht es in einem Satz?

Die Polizei in Osnabrück hat mit der Staatsanwaltschaft gegen eine mutmaßliche bundesweite Gruppierung ermittelt und Wohnungen durchsucht, der zufolge Personen gegen Bezahlung „Stellvertreterprüfungen“ (u. a. Einbürgerungstest, Sprach- und Führerscheinprüfungen sowie Sachkundeprüfungen) organisiert und dafür teils gefälschte/gefälschte Ausweisdokumente genutzt haben, wobei Einnahmen von mehr als 250.000 Euro und Verdacht auf Urkundenfälschung sowie weitere Straftaten im Raum stehen.

Was war der Auslöser für den Vorfall?

  • Die Auswertung eines Mobiltelefons eines damals 28-jährigen Beschuldigten aus Osnabrück im Rahmen eines anderen Ermittlungsverfahrens wegen des Verdachts des unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln
  • Der dabei entstandene Anfangsverdacht, dass die beschriebenen Straftaten auch aktuell fortgesetzt worden sein sollen

Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?

  • In dem Artikel wird keine konkrete Reaktion von Politik, Öffentlichkeit oder Medien beschrieben

Welche Konsequenzen werden genannt?

  • Verdacht auf Urkundenfälschung
  • Verdacht auf Fälschung beweiserheblicher Daten
  • Einnahmen aus den beauftragten Prüfungen in erheblicher Höhe
  • Einordnung als bandenmäßig organisierte Vorgehensweise
  • Möglichkeit von strafrechtlichen Ermittlungen und daraus folgenden Verfahren gegen Beteiligte
  • Umsetzung von Haftbefehlen und Vermögensarresten
  • Sicherstellung von Beweismitteln zur weiteren Auswertung
  • Fortgesetzte Ermittlungen und Prüfung von mindestens 100 Fällen
  • Verdacht auf Bestechlichkeit gegen einen nebenamtlichen Prüfer einer Industrie- und Handelskammer

Gibt es bereits eine Stellungnahme?

Nein. Es werden keine Stellungnahmen oder Reaktionen einer konkreten Person oder Organisation zitiert.

Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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