Handelsverband warnt vor chinesischen Billigplattformen

Handelsverband warnt vor chinesischen Billigplattformen

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Wirtschaft: Zollpolitik und Plattformpakete in Berlin

() – Der Handelsverband Deutschland (HDE) warnt davor, dass trotz der Abschaffung der Zollfreigrenze weiterhin Hunderttausende Pakete von Plattformen wie Temu und Shein täglich nach Deutschland kommen.

„Temu, Shein und wie sie alle heißen, werden sich anpassen, und sie werden weitermachen“, sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth T-Online. Die Abschaffung der Zollfreigrenze von 150 Euro für Warensendungen aus Nicht-EU-Staaten zum Juli 2026 zeige zwar . Frankreich melde bereits 30 bis 40 Prozent weniger Sendungen. „Aber wir reden immer noch über Millionen und Abermillionen Pakete“, so Genth.

Für Deutschland gebe es noch keine . Genth sieht jedoch keinen Grund, warum die Entwicklung hierzulande anders verlaufen sollte. Doch selbst bei einem Rückgang um ein Drittel gehe es weiterhin um Hunderttausende Pakete täglich. „Wir treffen das Geschäftsmodell etwas, doch Shein und Temu stoppen wir so leider nicht.“

Genth rechnet auch deshalb mit einer Fortsetzung des Geschäfts, weil die Plattformen nach seiner Darstellung darauf angewiesen seien, ihre Fabriken auszulasten. „Sie brauchen die Auslastung ihrer Fabriken. Und in selbst bekommen sie diese Ware nicht los“, so Genth, „weil die Qualität so schlecht ist. Das kann man in China gar nicht mehr verkaufen, die chinesische Mittelschicht ist anspruchsvoller geworden“, sagte der Verbandschef. Und weiter: „Temu gibt es dort ja nicht einmal. Also landet das Zeug bei uns. Überspitzt gesagt: Für ist der Ramsch offenbar gut genug.“

Genth warnt zugleich vor Produkten, die hier gar nicht verkauft werden dürften. Es kämen weiterhin „Plagiate, unsichere Ware, teils gesundheitsschädliche Produkte“ nach Deutschland. Als Beispiel nennt er Kinderschuhe mit Chrom-VI-Belastung. Angesichts der Paketmengen hält er eine flächendeckende Kontrolle für unmöglich: „Der Zoll kann nur Stichproben machen, und das hilft nicht ausreichend. Allein in Deutschland kamen bis zum Ende der Zollfreigrenze 400.000 Pakete am Tag an, mittlerweile sind es vielleicht nur noch 300.000 Pakete am Tag. Wer soll das alles kontrollieren? Selbst wenn Sie den deutschen Zoll verdreifachen würden, wäre das nicht zu schaffen.“

Die zusätzliche Belastung der Sendungen durch drei Euro Zoll und zwei Euro Gebühr geht Genth nicht weit genug. „Fünf Euro, mein Gott – da hätten wir uns deutlich mehr vorgestellt.“ Weitere Maßnahmen seien notwendig, um die von ihm kritisierten Wettbewerbsverzerrungen zu beenden. Genth fordert unter anderem eine zentrale Marktaufsicht für Anbieter aus Drittstaaten. „Eine zentrale Marktaufsicht, eine Bundesbehörde für Firmen in Drittstaaten, wäre dringend nötig.“ Zudem müsse jeder Händler aus einem Drittstaat in der EU einen verantwortlichen, solventen Wirtschaftsakteur registrieren – „und zwar keinen Briefkasten mit einem Namen und einer Klingel, sondern eine juristische Person, die erreichbar, zahlungsfähig und haftbar ist“. Darüber hinaus will Genth eine gemeinsame Datenbasis der europäischen Zollbehörden, damit auffällige Händler und Sendungen europaweit erkannt und gezielt kontrolliert werden können.

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Text-/Bildquelle:
Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?

Stefan Genth

Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?

Handelsverband Deutschland (HDE), HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth, Temu, Shein, T-Online, China, Frankreich, EU, Zoll, Zollbehörden, Bundesbehörde, Marktaufsicht

Wann ist das Ereignis passiert?

Datum/Zeitraum: Juli 2026 (Abschaffung der Zollfreigrenze für Warensendungen aus Nicht-EU-Staaten)

Wo spielt die Handlung des Artikels?

Berlin

Worum geht es in einem Satz?

Der Handelsverband Deutschland warnt, dass trotz der Abschaffung der Zollfreigrenze weiterhin täglich Zehntausende bis Hunderttausende Pakete von Plattformen wie Temu und Shein nach Deutschland kommen und fordert deshalb strengere Marktaufsicht, verbindliche Verantwortliche sowie bessere gemeinsame Datenbasen zur europaweiten Kontrolle.

Was war der Auslöser für den Vorfall?

  • Abschaffung der Zollfreigrenze für Warensendungen aus Nicht-EU-Staaten zum Juli 2026 trotz weiterhin hoher Paketmengen aus Plattformen wie Temu und Shein

Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?

  • HDE warnt, dass trotz Abschaffung der Zollfreigrenze die Lieferungen von Temu und Shein nach Deutschland weitergehen werden
  • Laut HDE zeige die Maßnahme zwar Wirkung
  • Frankreich meldet laut HDE bereits 30 bis 40 Prozent weniger Sendungen
  • Für Deutschland gebe es noch keine Zahlen
  • HDE kritisiert weiterhin unkontrolliert eingehende Probleme wie Plagiate sowie unsichere teils gesundheitsschädliche Produkte
  • HDE fordert zusätzliche Maßnahmen, darunter mehr zentrale Marktaufsicht und bessere Registrierungs- und Datenpflichten für Anbieter aus Drittstaaten

Welche Konsequenzen werden genannt?

  • Fortsetzung des Zustroms von Plattformpaketen aus Nicht-EU-Staaten trotz Abschaffung der Zollfreigrenze
  • Fortsetzung der Wettbewerbsverzerrungen durch weiterhin günstige Sendungen
  • Weiterhin Plagiate, unsichere sowie teils gesundheitsschädliche Produkte auf dem deutschen Markt
  • Grenzen der Kontrollmöglichkeiten durch Stichproben und mangelnde flächendeckende Überwachung
  • Unzureichende Wirkung zusätzlicher Zoll- und Gebührenbelastungen von insgesamt fünf Euro
  • Bedarf an zusätzlichen bzw. erweiterten regulatorischen Maßnahmen zur Marktaufsicht
  • Forderung nach zentraler Marktaufsicht und registrierten, haftbaren Wirtschaftsakteuren
  • Forderung nach gemeinsamer europäischer Datenbasis der Zollbehörden zur gezielten Erkennung auffälliger Händler und Sendungen

Gibt es bereits eine Stellungnahme?

Ja: Der Artikel zitiert die Stellungnahme von HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth (u. a. über die weitere Auslieferung von Temu-/Shein-Paketen und die Auswirkungen der Zollfreigrenzen-Abschaffung).

Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
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