Wirtschaft: Dax und Geldpolitik in Frankfurt
Frankfurt/Main () – Der Dax ist am Freitagmorgen wenig verändert in den Handelstag gestartet. Gegen 9:30 Uhr wurde der Leitindex mit rund 26.050 Punkten berechnet, 0,2 Prozent über dem Schlussniveau vom Vortag.
Gefragt waren zum Wochenausklang vor allem die Aktien von Volkswagen. Der VW-Aufsichtsrat hatte am Vorabend dem Sparplan, der wohl die Streichung Zehntausender Stellen sowie mögliche Werksschließungen vorsieht, zugestimmt.
„Der Zins-Blues der vergangenen Tage hat den Dax gehörig durchgeschüttelt, aber Signale aus der amerikanischen Notenbank sowie die heute anstehenden Arbeitsmarktdaten erzeugen eine gewisse Hoffnung, dass der Krug steigender US-Leitzinsen vielleicht im September doch noch einmal an den Anlegern vorübergehen könnte“, sagte Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank. „Die Unterstützung bei 25.800 Punkten im Dax hat gehalten, und neue Käufer kommen herein. Damit ist die technische Grundlage für eine Erholung gelegt – ob daraus mehr wird, entscheiden heute die US-Arbeitsmarktdaten.“
„Der Renditeanstieg in dieser Woche zeigt, wie wenig dem Markt die Perspektive auch nur einer einzigen Leitzinsanhebung der amerikanischen Notenbank zu schmecken scheint. Die amerikanische Notenbank scheint dies auch erkannt zu haben, denn wie wäre sonst zu erklären, dass gleich drei Gouverneure der amerikanischen Notenbank nun wieder entspannte Zinssignale senden – weniger als eine Handvoll Handelstage nach den eigentlich klaren und dazu entgegengesetzten Worten ihres Vorsitzenden Kevin Warsh? Die amerikanische Notenbank redet weiterhin um den heißen Brei herum, und immer, wenn es ernst wird, findet sie Ausflüchte, um vielleicht doch noch weiter abzuwarten. Damit bleibt die Fed für die Märkte ein Unsicherheitsfaktor: Nicht ihre Worte, sondern erst ihre Taten werden zeigen, wie ernst sie es mit der Inflationsbekämpfung meint.“
„Die Inflationsdaten der kommenden Woche dürften etwas mehr Bedeutung haben als die heutigen Arbeitsmarktdaten, da die beiden Fed-Gouverneure Williams und Barr dezidiert darauf verwiesen haben, diese abwarten zu wollen, um zu entscheiden, ob sie sich für einen Zinsschritt im September aussprechen werden oder nicht. Dennoch hat die amerikanische Notenbank ein Doppelmandat: Neben der Preisstabilität gilt dieses auch dem Arbeitsmarkt.“ Ein „heißer“ Arbeitsmarkt mit zu vielen neu geschaffenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft könne die Zinssorgen des Marktes blitzartig zurückbringen. „Dann wäre die Zeit bis zum nächsten Inflationsbericht wohl um einiges nervöser. Der heutige Arbeitsmarktbericht wird daher vor allem zeigen, wie belastbar die jüngste Entspannung bei den Zinserwartungen tatsächlich ist“, sagte Stanzl.
Die europäische Gemeinschaftswährung war am Freitagmorgen etwas stärker: Ein Euro kostete 1,1627 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8601 Euro zu haben.
Der Goldpreis zeigte sich kaum verändert, am Morgen wurden für eine Feinunze 4.473 US-Dollar gezahlt (unverändert). Das entspricht einem Preis von 123,69 Euro pro Gramm.
Der Ölpreis stieg unterdessen: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Freitagmorgen gegen 9 Uhr deutscher Zeit 95,90 US-Dollar, das waren 38 Cent oder 0,4 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.
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Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Jochen Stanzl, Kevin Warsh, William(s), Barr
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Consorsbank, Vereinigte Staaten von Amerika (amerikanische Notenbank), Federal Reserve (Fed), Volkswagen, Fed-Gouverneur(e), Kevin Warsh, Williams, Barr, Jochen Stanzl
Wann ist das Ereignis passiert?
Datum/Zeitpunkt (Ereignis): Freitagmorgen (Beginn des Handelstags) – außerdem werden „gegen 9:30 Uhr“ und „gegen 9 Uhr deutscher Zeit“ genannt.
Zeitraum: am Freitag (Wochenausklang), im Tagesverlauf vor/nach dem Vormittag.
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Frankfurt/Main (Frankfurter Börse)
Worum geht es in einem Satz?
Der Dax ist am Freitagmorgen nur leicht gestiegen, vor allem gestützt durch Volkswagen-Aktien, während Anleger auf die heutigen US-Arbeitsmarktdaten und mögliche Zinssignale der Fed blicken und der Euro, Gold sowie der Ölpreis entsprechend moderat reagieren.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Zins-Blues der vergangenen Tage
- Signale aus der amerikanischen Notenbank
- Heute anstehende Arbeitsmarktdaten
- Zustimmung des VW-Aufsichtsrats zum Sparplan mit Streichungen Zehntausender Stellen sowie möglichen Werksschließungen
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- EZB- oder Geldpolitik der US-Notenbank als Unsicherheitsfaktor für die Märkte dargestellt
- Hoffnung auf entspanntere Zinssignale nach zuvor belastenden Zinsmeldungen betont
- keine konkrete Reaktion von Politik oder Öffentlichkeit beschrieben
- Medienkommentar/Analystenstimme als Deutung der Markterwartungen genannt
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Der Dax blieb am Freitagmorgen wenig verändert
- Unterstützung bei 25.800 Punkten im Dax hielt
- Neue Käufer kamen in den Handel
- Die technische Grundlage für eine mögliche Erholung wurde gelegt
- Ob die Erholung mehr wird, hängt von den US-Arbeitsmarktdaten ab
- Der Zinsanstieg in der Woche zeigte eine geringe Empfindlichkeit des Marktes gegenüber Zinserhöhungs-Erwartungen
- Die Fed blieb ein Unsicherheitsfaktor für die Märkte
- Ein Bericht zu den US-Arbeitsmarktdaten sollte zeigen, wie belastbar die Entspannung bei den Zinserwartungen ist
- Der Euro stieg leicht auf 1,1627 US-Dollar
- Der Goldpreis blieb nahezu unverändert
- Der Ölpreis stieg leicht auf 95,90 US-Dollar für Brent
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja. Es werden mehrere Stellungnahmen zitiert, u. a. von Jochen Stanzl (Chefmarktanalyst der Consorsbank), der zu den Zinserwartungen und dem Dax ausführt.
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