Visa-Politik in Europa
Berlin () – Angesichts mehrerer Hunderttausend russischer Touristen in der Europäischen Union fordern EU-Abgeordnete von Brüssel schnelle Gegenmaßnahmen. „Urlaub in Europa darf für russische Staatsbürger nicht zur Normalität werden, solange der Kreml seinen brutalen Angriffskrieg fortsetzt“, sagte die EU-Abgeordnete Verena Mertens (CDU) der „Welt“ (Freitagausgabe). Es könne nicht sein, „dass wir gegenüber einem Aggressor-Staat Normalität simulieren, während Russland jeden Tag die ukrainische Zivilbevölkerung angreift“.
Die EU-Kommission müsse jetzt schnellstmöglich „alle verfügbaren Hebel nutzen, um durch Änderungen bei den Visaregeln für den Schengen-Raum die großzügige Vergabe von Touristenvisa an russische Staatsbürger zu unterbinden“, so Mertens. „Das Sicherheitsrisiko bei der Visa-Vergabe ist beträchtlich, denn unter den Einreisenden können auch gewaltbereite Personen sein, die durch den russischen Staat instrumentalisiert werden.“
Jan-Christoph Oetjen (FDP), Innenpolitiker im EU-Parlament, fordere die EU-Kommission auf, die Vorschläge zur Überarbeitung des Visa-Kodex so schnell wie möglich vorzulegen, damit die „unhaltbare Situation bei der Vergabe von Touristenvisa an russische Staatsbürger beendet wird“. Sollte Brüssel wie geplant erst 2027 neue Regeln vorschlagen, „würden russische Touristen auch im kommenden Jahr scharenweise wieder an europäischen Stränden zu finden sein“.
Die EU-Staaten hatten sich nach Beginn des Ukraine-Kriegs im Jahr 2022 auf Leitlinien verständigt, wonach Visa an russische Staatsbürger nur noch in begründeten Ausnahmefällen vergeben werden sollten. Daran hielten sich nahezu alle Mitgliedstaaten, mit Ausnahme der Mittelmeerländer Italien, Frankreich und Spanien, die von russischen Touristen offenbar eine zusätzliche Belebung der Wirtschaft erwarten.
Nach Angaben der EU-Kommission erteilte Italien im Jahr 2025 161.121 Visa (plus 8.900 gegenüber 2024), Frankreich 156.547 Visa (plus 32.657) und Spanien 123.359 Visa (plus 11.822). Laut Kommissionsbehörde gingen im vergangenen Jahr 77 Prozent (477.878) aller Visa, die die Schengen-Länder ausstellten, an russische Staatsbürger. Anfang Juni hatten bereits elf europäische Staaten in einem Schreiben an die EU-Kommission die Praxis der großzügigen Visa-Vergabe durch die drei Mittelmeerländer scharf kritisiert.
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| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Verena Mertens, Jan-Christoph Oetjen
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Verena Mertens, CDU, Jan-Christoph Oetjen, FDP, EU-Abgeordnete, EU-Kommission, EU-Parlament, Schengen-Raum, EU-Staaten, Italien, Frankreich, Spanien, Kreml, Ukraine, russische Staatsbürger, Russische Staatsbürger, Schengen-Länder, Visum-Vergabe
Wann ist das Ereignis passiert?
Das Ereignis fand in der Freitagausgabe des Artikels statt; zudem werden konkrete Zeitpunkte genannt:
- Freitag (nicht weiter datiert): Im Text: „… der „Welt“ (Freitagausgabe)“.
- Jahr 2022 (Ukraine-Krieg / Beginn): „… nach Beginn des Ukraine-Kriegs im Jahr 2022 …“
- Jahr 2025: Visa-Zahlen für 2025.
- Anfang Juni (des Folgejahres zu den Zahlen, also 2026): „Anfang Juni hatten bereits elf europäische Staaten … kritisiert.“
Zeitraum (zusammengefasst):Anfang Juni 2026 bis Freitagausgabe (Juni 2026), mit Bezug auf die Entwicklung seit 2022.
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Berlin, Europäische Union (Brüssel), Schengen-Raum, Italien, Frankreich, Spanien
Worum geht es in einem Satz?
EU-Abgeordnete fordern von der EU-Kommission schnelle Verschärfungen der Schengen-Visaregeln, um die großzügige Vergabe von Touristenvisa an russische Staatsbürger angesichts des laufenden russischen Angriffskriegs zu stoppen.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Fortsetzung des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine
- Erwartete großzügige Vergabe von Touristenvisa an russische Staatsbürger durch bestimmte EU-Mitgliedstaaten
- Abweichung einzelner Mittelmeerländer (Italien, Frankreich, Spanien) von 2022 vereinbarten Leitlinien nach Beginn des Ukraine-Kriegs
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
EU-Abgeordnete Verena Mertens fordert von der EU-Kommission schnelle Gegenmaßnahmen und kritisiert die „Normalität“ russischer Urlaube
Mertens verlangt Änderungen bei den Schengen-Visaregeln, um die großzügige Vergabe russischer Touristenvisa zu unterbinden, und verweist auf ein erhebliches Sicherheitsrisiko
EU-Innenpolitiker Jan-Christoph Oetjen fordert, die Vorschläge zur Überarbeitung des Visa-Kodex schnell vorzulegen und kritisiert die aktuelle Praxis als unhaltbar
Kritik, weil die Mittelmeerländer Italien, Frankreich und Spanien trotz Leitlinien seit 2022 offenbar weiterhin großzügig Visa vergeben und sich dadurch wirtschaftliche Impulse erhoffen
Anfang Juni hatten elf europäische Staaten die Praxis in einem Schreiben an die EU-Kommission scharf kritisiert
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Aufforderung an die EU-Kommission, schnell Gegenmaßnahmen zu ergreifen
- Änderung der Visaregeln im Schengen-Raum zur Unterbindung großzügiger Touristenvisa für russische Staatsbürger
- Reduzierung des Sicherheitsrisikos bei der Visa-Vergabe
- Einreichen von Vorschlägen zur Überarbeitung des Visa-Kodex möglichst zeitnah
- Ziel, die bisherige Praxis der Visa-Erteilung zu beenden
- Warnung, dass bei Verzögerungen bis 2027 russische Touristen im kommenden Jahr wieder verstärkt nach Europa reisen könnten
- Bezug auf 2022 vereinbarte Leitlinien, wonach Visa nur noch in begründeten Ausnahmefällen erteilt werden sollen
- Kritik an Abweichungen der Mittelmeerländer Italien, Frankreich und Spanien von diesen Leitlinien
- Erwarteter Druck durch Schreiben mehrerer europäischer Staaten an die EU-Kommission zur kritisierten Praxis der Visa-Vergabe
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja. Mehrere Personen werden zitiert, darunter die EU-Abgeordnete Verena Mertens (CDU) sowie Jan-Christoph Oetjen (FDP).
- EU-Abgeordnete pochen auf Touristenvisa-Einschränkungen für Russen - 7. August 2026
- CDU will zentrale Drohnenabwehr beim Innenministerium - 7. August 2026
- Sozialorganisationen warnen vor Hitzegefahren für Obdachlose - 7. August 2026

