Politik: EU-Ökodesign-Verordnung in Berlin
Berlin () – Der Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Kreislaufwirtschaft (BDE) lobt die neue EU-Ökodesign-Verordnung. „Echtes Recycling beginnt beim Design. Dass die EU-Ökodesign-Verordnung nun ernst macht, ist ein historischer Schritt für den Ressourcenschutz“, sagte Hauptgeschäftsführer Andreas Bruckschen der „Rheinischen Post“ (Sonntagausgabe).
Bruckschen sagte, wenn Produkte von Anfang an kreislauftauglich gestaltet und digital dokumentiert würden, schone das nicht nur das Klima, sondern mache die Kreislaufwirtschaft zu einem Wachstumsmotor. „Bessere Produkte für die Verbraucher, verlässliche Rohstoffe für die Wirtschaft – dabei gewinnen alle.“
Die EU-Ökodesign-Verordnung tritt am Sonntag, dem 19. Juli, in Kraft und verbietet es großen Unternehmen in der EU, unverkaufte Kleidung zu vernichten.
Der Gesamtverband „Textil+Mode“ kritisiert die neue EU-Ökodesign-Verordnung scharf. „Kein deutscher oder europäischer Hersteller vernichtet einwandfreie Neuware“, sagte Jonas Stracke, Kreislaufexperte bei „Textil+Mode“, der „Rheinischen Post“. „Dennoch erweckt der Name des Gesetzes den Eindruck, als würden Hersteller massenhaft Neuware vernichten.“
Das Gesetz setze an der falschen Stelle an. „Das Gesetz mit dem wuchtigen Namen Vernichtungsverbot bekämpft nicht mal im Ansatz das Ultra-Fast-Fashion-Problem, sondern schafft in der EU viel neue Bürokratie, ausgerechnet für die Unternehmen, die nicht für die Altkleiderberge mit wertloser Ramschware verantwortlich sind“, sagte Stracke.
„Für mehr Nachhaltigkeit braucht es vor allem funktionierende Sammel-, Sortier- und Recyclingstrukturen sowie einen Markt für recycelte Textilfasern. Solange diese Voraussetzungen fehlen, bleibt auch das Vernichtungsverbot mit all seinem zusätzlichen Dokumentationsaufwand lediglich ein Papiertiger.“
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| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Modeartikel-Geschäft (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Andreas Bruckschen, Jonas Stracke
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Wann ist das Ereignis passiert?
19. Juli (Inkrafttreten der EU-Ökodesign-Verordnung, „Sonntagausgabe“ – also im Kontext eines Sonntags vor/nach dem Inkrafttreten).
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Berlin
Worum geht es in einem Satz?
Der BDE begrüßt die am 19. Juli in Kraft tretende EU-Ökodesign-Verordnung als wichtigen Schritt für echten Ressourcenschutz und Klimawirkung durch kreislauftaugliches Design, während „Textil+Mode“ kritisiert, sie bekämpfe das Fast-Fashion-Problem nicht wirksam, schaffe vor allem Bürokratie und bleibe ohne funktionierende Sammel-, Sortier- und Recyclingstrukturen ein „Papiertiger“.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Kritik am Vernichten unverkaufter Kleidung durch große Unternehmen in der EU
- Forderung nach besserer Kreislauftauglichkeit von Produkten und digitaler Dokumentation als Hintergrund der neuen EU-Ökodesign-Verordnung
- Einordnung des Gesetzes als Reaktion auf das Ultra-Fast-Fashion-Problem
- Erwarteter bürokratischer Mehraufwand durch das Vernichtungsverbot und die dazugehörige Dokumentationspflicht
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Der Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Kreislaufwirtschaft (BDE) lobt die EU-Ökodesign-Verordnung und nennt sie einen historischen Schritt für den Ressourcenschutz
- Der BDE sieht durch kreislauftaugliches Design und digitale Dokumentation Vorteile für Klima und Kreislaufwirtschaft als Wachstumsmotor
- Der Gesamtverband Textil+Mode kritisiert die Verordnung scharf und widerspricht der Darstellung, wonach Hersteller massenhaft Neuware vernichten würden
- Textil+Mode wirft der Verordnung vor, an der falschen Stelle anzusetzen und befürchtet mehr Bürokratie, statt das Ultra-Fast-Fashion-Problem zu lösen
- Textil+Mode fordert stattdessen funktionierende Sammel-, Sortier- und Recyclingstrukturen sowie einen Markt für recycelte Textilfasern
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Schonung von Klima durch ressourcenschonende Kreislaufgestaltung von Produkten
- Schaffung eines digitalen Informations- und Dokumentationssystems zur Kreislauftauglichkeit
- Förderung der Kreislaufwirtschaft als Wachstumsmotor durch verlässliche Rohstoffversorgung
- Bessere Produkte für Verbraucher
- Verlässliche Rohstoffbasis für die Wirtschaft
- Zunahme von Bürokratie und zusätzlichem Dokumentationsaufwand für betroffene Unternehmen
- Kritik, dass das Gesetz nicht wirksam gegen das Ultra-Fast-Fashion-Problem adressiert wird
- Fehlen notwendiger Sammel Sortier und Recyclingstrukturen sowie eines Marktes für recycelte Textilfasern als Bremse für die Wirksamkeit
- Bewertung als Papiertiger solange die Voraussetzungen fehlen
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja. Hauptgeschäftsführer Andreas Bruckschen (BDE) und Jonas Stracke, Kreislaufexperte bei „Textil+Mode“, werden mit Stellungnahmen/ Reaktionen in dem Artikel zitiert.
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