Wirtschaft: EU bei Rohstoffabhängigkeit unter Druck
München () – Die Europäische Union (EU) läuft Gefahr, ihr selbst gestecktes Ziel zu verfehlen, bei kritischen Rohstoffen unabhängiger zu werden. Das ergab eine aktuelle Studie des Ifo-Instituts.
Nur bei vier der 27 untersuchten kritischen Rohstoffe erreicht die EU demnach mehr als fünf Prozent der weltweiten Förderung, bei neun liegt ihr Anteil bei null. „Europa sollte bereits heute stabile Partnerschaften mit rohstoffreichen Ländern aufgebaut haben und eigene Vorkommen systematisch erschließen, bisher gibt es aber kaum mehr als Absichtserklärungen und zu viele Unklarheiten“, sagte Ifo-Forscherin Isabella Gourevich.
Die Abhängigkeit der EU von Importen ist vor allem in Zukunftsfeldern sehr hoch. Unverzichtbare und teils seltene Rohstoffe für Batterien, Halbleiter, erneuerbare Energien und Verteidigung muss Europa fast vollständig aus dem Ausland beziehen. Um die Versorgung zu vertretbaren Preisen zu sichern, muss laut Gourevich schnell gehandelt werden: „Die EU sollte ihre Partnerschaften mit rohstoffreichen Ländern jetzt durch konkrete Projekte und Finanzierungszusagen unterlegen, Ankündigungen reichen nicht mehr.“
Der Studie zufolge wäre es auch möglich, innerhalb der nächsten Jahre Kapazitäten für die Verarbeitung in EU-Ländern zu schaffen. Mittelfristig könne die EU auch einige der kritischen Rohstoffe selbst abbauen, es gibt laut der Studie eine ganze Reihe unerschlossener Vorkommen. „Auch hier muss die EU jetzt handeln, denn die Erschließung einer Mine dauert bis zu 18 Jahre“, sagte Gourevich.
Doch dafür fehlt der Studie zufolge die Grundlage: Ob sich der Abbau bekannter Lagerstätten wirtschaftlich lohnt, ist weitgehend ungeklärt. Die europäische geologische Rohstoffdatenbank MIN4EU weist große Lücken auf. Detaillierte Lagerstätten- und Bergbaustandortdaten werden hier für Deutschland nur von Baden-Württemberg veröffentlicht.
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| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Isabella Gourevich
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Ifo-Institut, EU (Europäische Union), MIN4EU
Wann ist das Ereignis passiert?
Nicht erwähnt
Wo spielt die Handlung des Artikels?
München (Deutschland)
Worum geht es in einem Satz?
Die EU verfehlt laut einer Ifo-Studie ihr Ziel, bei kritischen Rohstoffen unabhängiger zu werden, weil sie bei vielen Stoffen kaum Förderanteile hat, stark vom Import abhängt und trotz der Notwendigkeit schneller konkreter Partnerschaften, Finanzierungszusagen sowie besserer Datenbasis und potenzieller eigener Erschließung bislang vor allem Absichtserklärungen fehlen.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Die EU droht ihr Ziel zu verfehlen, bei kritischen Rohstoffen unabhängiger zu werden
- Fehlende stabile Partnerschaften der EU mit rohstoffreichen Ländern
- Kaum konkrete Projekte und Finanzierungszusagen statt Absichtserklärungen
- Zu viele Unklarheiten bei der Umsetzung rohstoffpolitischer Vorhaben
- Lücken in der europäischen geologischen Rohstoffdatenbank MIN4EU
- Weitgehend ungeklärte wirtschaftliche Rentabilität des Abbaus bekannter Lagerstätten
- Es fehlen ausreichende Daten zu Lagerstätten- und Bergbaustandorten, die für Deutschland nur teilweise veröffentlicht werden
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
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Politik
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Öffentlichkeit
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Medien
- Wird nicht beschrieben, wie sie reagiert haben
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Die EU verfehlt möglicherweise ihr Ziel, bei kritischen Rohstoffen unabhängiger zu werden
- Hohe Abhängigkeit von Importen bei Zukunftsfeldern wie Batterien, Halbleitern, erneuerbaren Energien und Verteidigung
- Fehlende stabile Partnerschaften mit rohstoffreichen Ländern führt zu Versorgungsrisiken
- Zu viele Unklarheiten und nur Absichtserklärungen statt konkreter Projekte können die Versorgung nicht ausreichend absichern
- Versorgungen zu vertretbaren Preisen könnten schwieriger werden
- Verzögerungen beim Aufbau von Verarbeitungs- und Produktionskapazitäten innerhalb der EU
- Unzureichender Abbau eigener Vorkommen trotz vorhandener unerschlossener Lagerstätten
- Lange Planungs- und Erschließungszeiten von Minen erhöhen den Zeitdruck für politische und wirtschaftliche Entscheidungen
- Wirtschaftlichkeit des Abbaus bleibt weitgehend ungeklärt, wodurch Entscheidungen erschwert werden
- Lückenhafte geologische Daten zu Lagerstätten und Bergbaustandorten behindern die Rohstoffplanung und -umsetzung
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja: Die Ifo-Forscherin Isabella Gourevich wird mit mehreren Zitaten direkt zitiert.
- Vollbrand einer Lkw-Zugmaschine auf A1 bei Schwelm - 30. Juli 2026
- Feuerwehr Gronau löscht Dachstuhlbrand in der Herzogstraße - 30. Juli 2026
- Brand eines Wohnhauses in Kastl – mehrere Personen verletzt - 30. Juli 2026

