Wirtschaft: Steuerreform in Deutschland unter Kritik
München () – Clemens Fuest, Präsident des Münchner Ifo-Instituts, hat sich skeptisch zu den geplanten Änderungen bei der sogenannten Reichensteuer geäußert. Ab 250.000 Euro soll diese laut einem am Donnerstag vorgestellten Reformpaket 45 Prozent betragen, ab 280.000 dann 47 Prozent.
„Ich finde schwer nachvollziehbar, was dieser Sprung nach nur 30.000 Euro bringen soll“, sagte Fuest dem „Spiegel“. Das müsse politisch motiviert sein, ökonomisch ergebe es keinen Sinn.
Die Erhöhung belaste zusammen mit steigenden Rentenbeiträgen vor allem Mittelständler, so Fuest. Mit Soli liege man bei einer Belastung ganz knapp unter 50 Prozent. Das sei ein Signal, noch weniger in Deutschland zu investieren.
Unterm Strich plant die Regierung bei der Einkommensteuer Entlastungen in Höhe von zehn Milliarden Euro. Für ein größeres Volumen hätte man die Staatsausgaben kürzen müssen, sagte Fuest. Ein Plan dafür fehle aber völlig – das sei die größte Schwäche des Pakets.
Die Präsidentin des Verbands der Familienunternehmer, Marie-Christine Ostermann, schloss sich der Kritik an. Die Einkommensteuer sei die Unternehmenssteuer für die meisten Familienunternehmen im Land, sagte sie dem TV-Sender „Welt“ am Donnerstag.
„Das bedeutet natürlich eine zusätzliche Belastung“, so Ostermann. Auch im Rentenpaket habe man durch die Kapitaldeckung schon zwei Prozent zusätzliche Belastung in der Zukunft. Jetzt komme bei der Steuerreform noch einmal eine Belastung hinzu. Dabei bräuchten die Unternehmen dringend Entlastung, um wieder investieren zu können.
Höhere Steuerbelastungen und Arbeitskosten führten dazu, dass weniger investiert werden könne. Wachstum brauche aber Eigenkapital, so Ostermann. „Das Ziel muss sein, Wachstum für Deutschland, Investitionen für Deutschland, Zukunftsinvestitionen. Und dafür muss man den Unternehmen mehr Eigenkapital, mehr eigenes Kapital lassen, anstatt wieder in dem Konzept jetzt zu schreiben, wir wollen Zukunftstechnologien fördern. Das sind wieder Subventionen, die vom Staat gesteuert und verteilt werden. Wir brauchen aber die private, freie Initiative in unserem Land.“
Ostermann forderte, dass die Regierung viel mehr tun müsse, um die Unternehmen steuerlich zu entlasten. „Wenn das jetzt bei der Einkommenssteuer nichts wird, dann müsste wenigstens jetzt mal die Stromsteuer komplett für alle Unternehmen wegfallen“, sagte sie. „Die Entlastung, gerade die steuerliche, die finanzielle, ist am allerwichtigsten.“
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| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Steuerbescheid (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Clemens Fuest, Marie-Christine Ostermann
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Ifo-Institut, Spiegel, Verband der Familienunternehmer, TV-Sender Welt
Wann ist das Ereignis passiert?
Nicht erwähnt
Wo spielt die Handlung des Artikels?
München
Worum geht es in einem Satz?
Clemens Fuest, Präsident des Ifo-Instituts, kritisiert die geplanten Erhöhungen der Reichensteuer, da diese vor allem Mittelständler belasten und eine politische Motivation hinter den sprunghaften Steigerungen vermutet, während gleichzeitig eine wirkliche Entlastung für Unternehmen und Investitionen in Deutschland fehlt.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Geplante Änderungen bei der Reichensteuer
- Anhebung des Steuersatzes ab bestimmten Einkommensgrenzen
- Skepsis von Clemens Fuest gegenüber der Relevanz des Sprungs im Steuersatz
- Politische Motivation hinter den Steuererhöhungen
- Belastung für Mittelständler durch steigende Rentenbeiträge
- Fehlende Staatsausgabensenkungen zur Finanzierung der Steuerentlastungen
- Forderungen nach steuerlicher Entlastung für Unternehmen
- Verbindung zwischen höheren Steuerbelastungen und geringeren Investitionen
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Clemens Fuest äußert Skepsis zu Änderungen bei der Reichensteuer
- Kritisiert den starken Anstieg der Steuerlast ab 250.000 Euro
- Erhöhte Belastung könnte Mittelständler und Investitionen in Deutschland gefährden
- Regierung plant Einkommensteuerentlastungen von zehn Milliarden Euro, sieht jedoch fehlende Staatsausgabenkürzungen als Schwäche
- Marie-Christine Ostermann schließt sich der Kritik an und betont Belastung für Familienunternehmen
- Höhere Steuer- und Arbeitskosten verringern Investitionen
- Forderung nach mehr steuerlicher Entlastung für Unternehmen
- Vorschlag, die Stromsteuer für alle Unternehmen abzuschaffen
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Zusätzliche Belastung für Mittelständler
- Signal für geringere Investitionen in Deutschland
- Fehlendes Konzept zur Staatsausgabenkürzung
- Notwendigkeit für steuerliche Entlastungen für Unternehmen
- Geringere Investitionsbereitschaft aufgrund höherer Steuerbelastungen
- Wachstumshemmnisse durch fehlendes Eigenkapital
- Forderung nach kompletter Abschaffung der Stromsteuer für Unternehmen
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja, im Artikel werden Stellungnahmen von zwei Personen zitiert: Clemens Fuest äußert sich skeptisch zu den Änderungen bei der Reichensteuer, während Marie-Christine Ostermann die Kritik an der Steuerreform unterstützt und zusätzliche Entlastungen für Unternehmen fordert.
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