Wirtschaft: Sparverhalten in Europa und den USA
Brüssel () – Nach Angaben der Beratungsfirma Boston Consulting Group (BCG) sparen die europäischen Haushalte im Schnitt 15 Prozent ihres Nettoeinkommens und halten insgesamt rund 12 Billionen Euro in Form von Bankeinlagen und Bargeld. Das berichtet der „Spiegel“.
Damit ist die Sparquote deutlich höher als in den USA, wo sie unter fünf Prozent liegt. Während 58 Prozent der US-Haushalte Aktien, Anleihen oder Fonds besitzen, beträgt der Anteil in der Eurozone nur 27 Prozent.
BCG führt das auf „tief verwurzelte“ kulturelle Normen zurück. In einer Umfrage unter gut 5.000 Menschen in Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien gaben etwa zwei Drittel der Befragten an, mit ihren Ersparnissen kein Risiko eingehen zu wollen. Auch auf die Frage, zu welcher Anlage sie einem jungen Menschen raten würden, der erst im Rentenalter auf das Geld zugreifen will, empfahl eine Mehrheit der Befragten risikoarme Anlagen. Dabei zeige die Geschichte, dass Aktien und Aktienfonds langfristig eine höhere Rendite böten als Sparbücher oder Tagesgeld, kritisierte die Beratungsfirma.
Eine Folge der Risikoaversion seien schwächere Kapitalmärkte in Europa: Viele Unternehmen finanzierten ihr Wachstum vor allem über Bankkredite, doch der Kontinent tue sich schwer, Kapital für innovative Geschäftsmodelle zur Verfügung zu stellen. Große Start-ups gingen statt in Europa oft lieber in den USA an die Börse.
Mario Draghi, Ex-Chef der Europäischen Zentralbank, hatte im Jahr 2024 in einem Bericht zur Wettbewerbsfähigkeit der EU ausgeführt, Europa sollte jährlich bis zu 800 Milliarden Euro zusätzlich in Innovationen und Wachstum investieren. Fast zwei Jahre später sei dieses Ziel in weiter Ferne, so BCG. Derweil haben Unternehmen in den USA und China ihre Forschungs- und Entwicklungsausgaben in den vergangenen Jahren stark gesteigert, vor allem im Tech-Bereich.
Als ein Vorbild dafür, mehr Kapital aus der Altersvorsorge in Firmenbeteiligungen und Anleihen zu investieren, gilt Schweden. Dort legen viele Arbeitnehmer automatisch rund 13 Prozent ihrer Rentenversicherungsbeiträge am Kapitalmarkt an. Zugleich hat das Land neue Unternehmen wie Klarna oder Spotify hervorgebracht. In Deutschland indes gab es lange keine politische Mehrheit dafür, einen Teil des Geldes für die gesetzliche Rentenversicherung auf dem Aktienmarkt anzulegen.
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| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Die vollständigen Namen von Personen, die im Artikel vorkommen, sind: Mario Draghi.
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Die genannten Organisationen, Parteien oder Institutionen sind: Boston Consulting Group (BCG), Spiegel, Europäische Zentralbank, Schweden, Klarna, Spotify.
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Worum geht es in einem Satz?
Die Boston Consulting Group berichtet, dass europäische Haushalte im Durchschnitt 15 Prozent ihres Nettoeinkommens sparen, was zu einer hohen Sparquote und einer niedrigen Aktienbeteiligung führt, während das Risikoavers verhalten der Eurozone die Kapitalmärkte schwächt und Innovationsinvestitionen behindert.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Durchschnittliche Sparquote europäischer Haushalte bei 15 Prozent
- Gesamte Bankeinlagen und Bargeld in der Eurozone bei etwa 12 Billionen Euro
- Niedrigere Sparquote in den USA unter 5 Prozent
- Höhere Aktienbeteiligung in den USA (58 Prozent) im Vergleich zur Eurozone (27 Prozent)
- Kulturelle Normen fördern Risikoaversion in Europa
- Umfrageergebnisse zeigen Ablehnung gegenüber risikobehafteten Anlagen
- Wirtschaftswachstum europäischer Unternehmen stark abhängig von Bankkrediten
- Mangel an Kapital für innovative Geschäftsmodelle in Europa
- Ex-Chef der Europäischen Zentralbank fordert zusätzliche Investitionen in Innovationen
- Fehlende politische Unterstützung für Investitionen in den Aktienmarkt durch Altersvorsorge
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
Nein.
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Höhere Sparquote in Europa im Vergleich zu den USA
- Geringerer Anteil der Haushalte mit Investments in Aktien, Anleihen oder Fonds in der Eurozone
- Risikoaversion führt zu schwächeren Kapitalmärkten in Europa
- Unternehmen finanzieren Wachstum häufig über Bankkredite
- Schwierigkeit, Kapital für innovative Geschäftsmodelle bereitzustellen
- Große Start-ups bevorzugen USA für Börsengänge
- Ziel von 800 Milliarden Euro zusätzlichen Investitionen in Innovationen nicht erreicht
- Steigende Forschungs- und Entwicklungsausgaben in den USA und China
- Schweden als Vorbild für Kapitalanlage aus Altersvorsorge
- Fehlende politische Mehrheit in Deutschland für Investitionen in Aktien aus der Rentenversicherung
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme der Beratungsfirma Boston Consulting Group (BCG) zitiert, die die Risikoaversion der Europäer kritisiert und deren Auswirkungen auf die Kapitalmärkte in Europa thematisiert.
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