Gesellschaftliche Herausforderung: Gewalt gegen Obdachlose in Deutschland
Berlin () – Die Zahl der Straftaten gegen obdachlose Menschen ist 2025 um knapp 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Das geht aus Antworten des Bundesinnenministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linken hervor, über die die „Rheinische Post“ (Samstagausgabe) berichtet.
Demnach kam es 2025 zu insgesamt 2.563 Straftaten gegen Obdachlose. In den Jahren 2023 und 2024 wurden jeweils knapp 2.200 Straftaten verzeichnet. Mehr als 2.000 Fälle richteten sich im vergangenen Jahr gegen obdachlose Männer, in gut 500 Fällen waren Frauen betroffen. Am häufigsten wurden Obdachlose in Berlin (592 Fälle) zu Opfern, gefolgt von Bayern (492 Fälle) und Nordrhein-Westfalen (310 Fälle).
Die Antworten zeigen zudem, dass die Aufklärungsquote bei Straftaten gegen obdachlose Menschen im Schnitt niedriger ausfällt als insgesamt. Bei Fällen von Gewaltkriminalität gegen Obdachlose lag sie im vergangenen Jahr bei 66,5 Prozent. Zum Vergleich: Insgesamt betrug der Anteil aufgeklärter Fälle 77,5 Prozent.
„Wir erleben auf unseren Straßen derzeit eine beispiellose Gewalteskalation gegen wohnungslose Menschen“, sagte die Bundestagsabgeordnete Sahra Mirow, Sprecherin der Linkenfraktion für soziales Wohnen, der Zeitung. Die mehr als 2.500 polizeilich erfassten Straftaten bildeten dabei nur die Spitze des Eisbergs. Aufgrund einer geringen Anzeigebereitschaft der Betroffenen sowie ungenauer Erfassungskriterien und Definitionen aufseiten der Behörden sei von einer erheblichen Dunkelziffer und weitaus höheren Fallzahlen auszugehen.
„Ein Leben ohne privaten Schutzraum bedeutet permanente Angreifbarkeit im öffentlichen Raum – körperlich, sozial und rechtlich“, sagte Mirow. Wirkungsvoller Schutz beginne daher mit einer eigenen Wohnung.
Bauministerin Verena Hubertz (SPD) hatte sich zuletzt zu dem Ziel bekannt, Obdachlosigkeit bis 2030 zu überwinden. „Das ist eine Mammutaufgabe und eine Kraftanstrengung, an der wir festhalten wollen“, sagte sie Anfang Juni der „Rheinischen Post“.
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| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Gedenken für verstorbene Obdachlose (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Die vollständigen Namen von Personen im Artikel sind:
Sahra Mirow, Verena Hubertz
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Die genannten Organisationen, Parteien oder Institutionen sind:
Bundesinnenministerium, Die Linke, Rheinische Post, Bundestagsabgeordnete Sahra Mirow, Linkenfraktion, Bauministerin Verena Hubertz, SPD.
Wann ist das Ereignis passiert?
Das beschriebene Ereignis fand im Jahr 2025 statt.
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Die Ereignisse finden oder fanden in folgenden Orten statt: Berlin, Bayern, Nordrhein-Westfalen.
Worum geht es in einem Satz?
Im Jahr 2025 ist die Zahl der Straftaten gegen obdachlose Menschen um fast 17 Prozent gestiegen, wobei Berlin die höchste Opferzahl aufweist und die Aufklärungsquote im Vergleich zu anderen Straftaten niedriger ist, was auf eine besorgniserregende Gewalteskalation hinweist.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Anstieg der Straftaten gegen obdachlose Menschen um 17 Prozent
- Zahl der Straftaten gegen Obdachlose 2025: 2.563
- Vorjahreszahlen (2023 und 2024): jeweils knapp 2.200 Straftaten
- Höchste Fallzahlen in Berlin (592), Bayern (492), Nordrhein-Westfalen (310)
- Hohe Zahl der Opfer männlicher Obdachloser
- Geringe Aufklärungsquote von Gewaltkriminalität gegen Obdachlose (66,5%)
- Überdurchschnittliche Dunkelziffer durch geringe Anzeigebereitschaft
- Fehlende Erfassungskriterien und Definitionen bei Behörden
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Anstieg der Straftaten gegen obdachlose Menschen um 17 % im Vergleich zum Vorjahr
- 2.563 Straftaten gegen Obdachlose im Jahr 2025
- Häufigste Opfer in Berlin (592 Fälle), Bayern (492), Nordrhein-Westfalen (310)
- Niedrigere Aufklärungsquote bei Straftaten gegen Obdachlose (66,5 %) im Vergleich zu insgesamt (77,5 %)
- Sahra Mirow (Linke) betont Gewalteskalation gegen obdachlose Menschen
- Kritisch: große Dunkelziffer durch geringe Anzeigebereitschaft
- Mirow fordert Schutz durch eigenen Wohnraum
- Bauministerin Verena Hubertz (SPD) will Obdachlosigkeit bis 2030 überwinden
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Anstieg der Straftaten gegen obdachlose Menschen um knapp 17 Prozent
- 2.563 Straftaten im Jahr 2025
- Höhere Dunkelziffer durch geringe Anzeigebereitschaft
- Niedrigere Aufklärungsquote bei Straftaten gegen Obdachlose im Vergleich zum Durchschnitt
- Beispiellose Gewalteskalation gegen wohnungslose Menschen
- Permanente Angreifbarkeit im öffentlichen Raum
- Ziel der Überwindung von Obdachlosigkeit bis 2030
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme von Sahra Mirow, Sprecherin der Linkenfraktion für soziales Wohnen, zitiert: "Wir erleben auf unseren Straßen derzeit eine beispiellose Gewalteskalation gegen wohnungslose Menschen."
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