Künast findet Vater in NSDAP-Kartei

Künast findet Vater in NSDAP-Kartei

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Politische Reflektionen zur NSDAP-Vergangenheit in Berlin

Berlin () – Die frühere Bundesverbraucherschutz- und Landwirtschaftsministerin Renate Künast (Grüne) hat die NSDAP-Mitgliedschaft ihres Vaters bei der Suche in den digital aufbereiteten Mitgliederakten gefunden.

„Ich habe das `Spiegel`-Tool fast sofort genutzt, es hatte schon lange in mir rumort, ob einer meiner Vorfahren in der NSDAP gewesen ist. Aber Recherche ist nicht einfach. Ich habe den Namen meines Vaters, Willy Künast, eingegeben, sein Geburtsdatum, sein Jahrgang 1914. Es gab sofort einen Treffer. Er ist am 1. Mai 1933 in der Partei aufgenommen worden, also wenige Wochen nach der Machtübernahme“, sagte die Grünenpolitiker dem „Spiegel“.

„Es war kein Schock, aber es hat mich schon getroffen und beschäftigt mich seitdem. Wenn aus einer unbeantworteten Frage Gewissheit wird, geht das Nachdenken wieder los“, so die heute 70-jährige Künast, die bis zum Frühjahr 2025 noch dem Bundestag angehörte.

Sie habe weitergesucht und auch noch seinen älteren Bruder gefunden, der 1937 eingetreten ist. „Mich beschäftigt das emotional, ich rede darüber mit meinem Mann, mit Freunden“, so Künast. „Nach dem Krieg war es auch bei uns wie in vielen Familien: Das war ein Schweigekartell“, so die Grüne weiter.

Der „Spiegel“ hatte nach der Veröffentlichung der Suchmaschine auf seiner Onlineseite mehrere Politiker angefragt, ob sie sich mit der möglichen NS-Vergangenheit ihrer Familien beschäftigen.

Ex-Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) erklärte nun dem „Spiegel“: „Ich habe die Daten meiner Großeltern eingegeben und war erleichtert, dass es stimmt, was mir erzählt wurde: Niemand von meinen Großeltern war in der NSDAP.“

Er habe allerdings auch seinen Großonkel in der Kartei gefunden. „Er war der Bruder meiner Großmutter und trat bereits im Mai 1932 in die NSDAP ein“, so Lauterbach, der heute SPD-Bundestagsabgeordneter ist. Sein Großonkel sei nach dem Krieg entnazifiziert worden und habe in Wuppertal eine Karriere bei der Polizei gemacht. „Er war ein überzeugter Nationalsozialist“, so Lauterbach über seinen Großonkel.

Der Bundestagsvizepräsident und frühere Thüringer Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) erklärte gegenüber dem „Spiegel“: „Ich finde die Transparenz, die jetzt in Bezug auf die NSDAP-Mitgliedsakten entsteht, wichtig. Nicht, um nachgelagerte Scherbengerichte abzuhalten, aber um sich zu erinnern und um sich mit der Geschichte der eigenen Familie auseinanderzusetzen.“

Er habe bereits vor den jetzt zugänglichen Akten gewusst, dass „mein Großvater ein frühes NSDAP-Mitglied war und meine Mutter ein frühes Mitglied des Bundes Deutscher Mädel“. Der Linkenpolitiker erklärte weiter: „Ich habe die Geschichte meiner Familie immer offen thematisiert, weil damit auch meine eigenen Brüche zusammenhängen.“

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Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Renate Künast (Archiv)

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?

Renate Künast, Willy Künast, Karl Lauterbach, Bodo Ramelow

Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?

Die genannten Organisationen, Parteien oder Institutionen sind: NSDAP, Grüne, Spiegel, SPD, Linke, Bund Deutscher Mädel.

Wann ist das Ereignis passiert?

Das beschriebene Ereignis in Bezug auf die NSDAP-Mitgliedschaft von Renate Künasts Vater fand am 1. Mai 1933 statt.

Wo spielt die Handlung des Artikels?

Die beschriebenen Ereignisse finden in Berlin statt. Es wird auch auf Wuppertal verwiesen, da dort der Großonkel von Karl Lauterbach tätig war.

Worum geht es in einem Satz?

Renate Künast hat durch die Suche in digitalisierten NSDAP-Mitgliederakten erfahren, dass ihr Vater Willy Künast 1933 der NSDAP beigetreten ist, was sie emotional beschäftigt und zum Nachdenken über die Familiengeschichte anregt.

Was war der Auslöser für den Vorfall?

  • Nutzung des digitalen Mitgliederverzeichnisses der NSDAP
  • Langjähriges Innenleben und Fragen zur Familiengeschichte
  • Entdeckung der NSDAP-Mitgliedschaft des Vaters, Willy Künast
  • Vorherige Ungewissheit über die NS-Vergangenheit im Familienkreis
  • Emotionale Auseinandersetzung und Kommunikation mit nahestehenden Personen
  • Historische Schweigekultur in der Familie nach dem Krieg

Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?

  • Renate Künast fand NSDAP-Mitgliedschaft ihres Vaters
  • Künast nutzte das Spiegel-Tool zur Recherche
  • Emotionales Auseinandersetzen mit Familiengeschichte
  • Ex-Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach gab an, dass seine Großeltern nicht in der NSDAP waren, fand jedoch Großonkel in den Akten
  • Bodo Ramelow betonte die Wichtigkeit der Transparenz der NSDAP-Mitgliedsakten
  • Ramelow sprach offen über die NSDAP-Vergangenheit seiner Familie

Welche Konsequenzen werden genannt?

  • Emotionale Auseinandersetzung mit der Familiengeschichte
  • Gespräche über die NS-Vergangenheit mit Angehörigen
  • Beschäftigung mit der eigenen Familiengeschichte
  • Erkenntnis über familiäre Verbindungen zur NSDAP
  • Reflexion über persönliche und familiäre Brüche
  • Wichtigkeit der Transparenz in Bezug auf die NSDAP-Mitgliedsakten
  • Auseinandersetzung mit der eigenen Identität und Geschichte

Gibt es bereits eine Stellungnahme?

Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme einer Person zitiert. Renate Künast äußert, dass die Entdeckung der NSDAP-Mitgliedschaft ihres Vaters sie emotional beschäftigt und sie darüber mit ihrem Mann und Freunden redet.

Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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