Umfrage: Machtmissbrauch im Klinikalltag weit verbreitet

Umfrage: Machtmissbrauch im Klinikalltag weit verbreitet

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Gesellschaft: Machtmissbrauch im Gesundheitswesen Deutschland

Berlin () – Machtmissbrauch und sexuelle Belästigung sind im ärztlichen Arbeitsalltag in deutschen Krankenhäusern weit verbreitet. Das zeigt eine bundesweite Befragung des Marburger Bundes, an der über 9.000 angestellte Ärzte teilnahmen und die am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde.

Demnach hat knapp die Hälfte der Befragten in den letzten zwölf Monaten Machtmissbrauch durch ärztliche Vorgesetzte erlebt. Die Vorfälle treten häufig wiederholt auf, die Hälfte der Betroffenen (51 Prozent) erlebt sie mehrmals im Jahr, ein erheblicher Anteil sogar monatlich (30 Prozent) oder wöchentlich (14 Prozent). Weit überwiegend geht der Machtmissbrauch von männlichen ärztlichen Vorgesetzten aus.

Die häufigsten Formen des Machtmissbrauchs waren ein respektloser Umgangston, die Infragestellung der fachlichen Kompetenz ohne sachlichen Grund sowie Mobbing oder öffentliche Bloßstellung. Die Auswirkungen auf die Betroffenen waren erheblich, viele berichteten von emotionaler Erschöpfung und dem Wunsch, den Arbeitsplatz zu wechseln. Drei Viertel der Betroffenen meldeten die Vorfälle nicht, da sie keine wirksamen Konsequenzen erwarteten oder berufliche Nachteile befürchteten.

Auch sexuelle Belästigung stellte ein signifikantes Problem dar. 13 Prozent der Befragten gaben an, in den letzten zwölf Monaten entsprechende Erfahrungen gemacht zu haben. Die Vorfälle umfassten sexualbezogene Kommentare, unerwünschte Gespräche mit sexuellem Inhalt und unerwünschte körperliche Nähe. Etwa drei Viertel der Betroffenen hat sexuelle Belästigung in den zurückliegenden zwölf Monaten mehrmals erlebt, 59 Prozent „mehrmals im Jahr“, 17 Prozent „mehrmals im Monat“ und 6 Prozent sogar „mehrmals in der Woche“; 18 Prozent berichten von einem einmaligen Vorfall in den vergangenen zwölf Monaten.

Der Marburger Bund sieht dringenden Handlungsbedarf. „Betriebsräte, Beschwerdestellen und Geschäftsführungen müssen bei Grenzüberschreitungen eng zusammenarbeiten und präventiv handeln“, sagte Andreas Botzlar, zweiter Vorsitzender des Marburger Bundes. Es könne nicht sein, dass sexuelle Belästigung folgenlos bleibe oder sogar dazu führe, dass den Betroffenen die Kündigung nahegelegt werde. „Wir brauchen eine andere Führungskultur in den Krankenhäusern. Führungskräfte müssen für ihre Verantwortung qualifiziert und stärker in die Pflicht genommen werden.“

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Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Pressekonferenz Marburger Bund am 14.04.2026

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?

Andreas Botzlar

Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?

Marburger Bund, Berlin, Betriebsräte, Beschwerdestellen, Geschäftsführungen

Wann ist das Ereignis passiert?

14.04.2026

Wo spielt die Handlung des Artikels?

Das beschriebene Ereignis fand in Berlin statt.

Worum geht es in einem Satz?

Eine bundesweite Befragung des Marburger Bundes zeigt, dass Machtmissbrauch und sexuelle Belästigung im deutschen Krankenhausalltag weit verbreitet sind, wobei fast die Hälfte der Ärzte Machtmissbrauch erlebt hat und 13 Prozent sexuelle Belästigung erfahren mussten, was einen dringenden Handlungsbedarf für eine bessere Führungskultur und Präventionsmaßnahmen in den Einrichtungen aufzeigt.

Was war der Auslöser für den Vorfall?

  • Umfassende Befragung des Marburger Bundes mit über 9.000 Ärzten
  • Weit verbreiteter Machtmissbrauch und sexuelle Belästigung im ärztlichen Alltag
  • Knapp die Hälfte der Teilnehmer erlebte Machtmissbrauch durch Vorgesetzte
  • Vorfälle häufig und wiederholt, insbesondere von männlichen Vorgesetzten
  • Häufigste Formen: respektloser Umgang, Infragestellung der Kompetenz, Mobbing
  • Emotionaler Stress und Frustration bei Betroffenen
  • Hohe Nichtmelderate von Vorfällen aufgrund mangelnder Konsequenzen oder Angst vor Nachteilen
  • Signifikante Berichte über sexuelle Belästigung mit verschiedenen Vorfallstypen
  • Dringender Handlungsbedarf erkannt, Forderung nach Veränderungen in der Führungskultur

Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?

  • Machtmissbrauch und sexuelle Belästigung weit verbreitet im ärztlichen Arbeitsalltag
  • Fast die Hälfte der 9.000 befragten Ärzte hat Machtmissbrauch erlebt
  • Häufigkeit der Vorfälle: 51% mehrmals im Jahr, 30% monatlich, 14% wöchentlich
  • Mehrheit der Vorfälle geht von männlichen Vorgesetzten aus
  • Formen des Machtmissbrauchs: respektloser Umgangston, Infragestellung der Kompetenz, Mobbing
  • Auswirkungen auf Betroffene: emotionale Erschöpfung, Wunsch nach Arbeitsplatzwechsel
  • Drei Viertel meldeten Vorfälle nicht aus Mangel an Konsequenzen oder Angst vor Nachteilen
  • 13% erlebten sexuelle Belästigung in den letzten zwölf Monaten
  • Häufigkeit: 75% mehrmals erlebt, 59% mehrmals im Jahr, 17% monatlich, 6% wöchentlich
  • Marburger Bund fordert dringenden Handlungsbedarf und Zusammenarbeit zwischen Betriebsräten und Geschäftsführungen
  • Notwendigkeit einer anderen Führungskultur und Verantwortungsbewusstsein von Führungskräften

Welche Konsequenzen werden genannt?

  • Emotionaler Erschöpfung der Betroffenen
  • Wunsch nach Arbeitsplatzwechsel
  • Keine Meldung der Vorfälle durch 75 % der Betroffenen
  • Fehlende wirksame Konsequenzen
  • Berufliche Nachteile befürchtet
  • Dringender Handlungsbedarf im Gesundheitswesen
  • Notwendigkeit zur Zusammenarbeit von Betriebsräten, Beschwerdestellen und Geschäftsführungen
  • Anforderung an eine andere Führungskultur
  • Qualifikation und Verantwortung von Führungskräften müssen verbessert werden

Gibt es bereits eine Stellungnahme?

Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme des Marburger Bundes zitiert. Andreas Botzlar, der zweite Vorsitzende des Marburger Bundes, fordert eine andere Führungskultur in Krankenhäusern und betont, dass sexuelle Belästigung nicht folgenlos bleiben dürfe.

Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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