Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen in Berlin
Berlin () – Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, rechnet mit Protesten der Ärzteschaft gegen die drohenden Sparmaßnahmen im ambulanten Bereich. Das sagte er dem Nachrichtenmagazin Politico.
Am Montag präsentierte die Finanzkommission von Gesundheitsministerin Nina Warken 66 Vorschläge, um die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) zu entlasten. Das gesamte Sparpotenzial ihres Berichts belief sich auf über 42 Milliarden Euro, obwohl laut Experten nur um die 15 Milliarden eingespart werden müssen, um die Beiträge stabil zu halten. Auf die ärztliche Versorgung entfielen Vorschläge in Höhe von rund fünf Milliarden Euro.
„Bei den Ärzten wird von der ohnehin zu geringen Vergütung jetzt noch was abgeknapst“, sagte Gassen. Er fügte hinzu, dass „logischerweise sich da Aktionen entwickeln werden“. Das sei nicht Sache seiner Körperschaft, aber „das werden die Berufsverbände organisieren“. Zuletzt hatte die Apothekerschaft am 23. März einen bundesweiten Protesttag durchgeführt und ein höheres Apothekenfixum von 9,50 Euro gefordert.
Laut Gassen ist die Situation für die Ärzte aber eine grundlegend andere: „Hier geht es nicht darum, dass eine Erhöhung nicht hoch genug ist. Sondern hier geht es darum, dass Honorar abgeknappst wird und zwar in erheblichem Umfang“, sagte der KBV-Chef. „Wir haben ja gerade erlebt, dass die (Vergütungen für) Psychotherapeuten um 4,5 Prozent abgesenkt werden. Das stelle man sich mal bei einer anderen Berufsgruppe in Deutschland vor.“
Gassen warnte, dass die Kürzungen zu einem verringerten Leistungsangebot führten. Denn man könne nicht erwarten, dass Ärzte für weniger Geld mehr arbeiten würden. „Das klingt nicht nur idiotisch, das ist es auch.“ Das hat laut dem KBV-Chef auch Konsequenzen für die Patienten: Es gebe dann „auf jeden Fall längere Wartezeiten“. Die durchschnittliche Wartezeit für einen Facharzttermin für gesetzlich Versicherte lag im Jahr 2024 bei 42 Tagen – neun Tage mehr als 2019. Warken will die Wartezeit mit ihrer Primärversorgungsreform verkürzen. Ein Referentenentwurf wird zeitnah erwartet.
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| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Ärztehaus (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Andreas Gassen, Nina Warken
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Gesundheitsministerium, Politico, gesetzliche Krankenversicherung (GKV), Berufsverbände, Apothekerschaft
Wann ist das Ereignis passiert?
Nicht erwähnt
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Die Orte, an denen das beschriebene Ereignis stattfindet oder stattfand, sind:
Berlin, Deutschland.
Worum geht es in einem Satz?
Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, kündigt Proteste der Ärzteschaft gegen massive Sparmaßnahmen im ambulanten Bereich an, die die Vergütung der Ärzte betreffen und zu längeren Wartezeiten für Patienten führen könnten, während Gesundheitsministerin Nina Warken eine Reform zur Reduzierung der Wartezeiten plant.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Drohende Sparmaßnahmen im ambulanten Bereich
- Präsentation von 66 Vorschlägen zur Entlastung der gesetzlichen Krankenversicherung
- Gesamtes Sparpotenzial über 42 Milliarden Euro
- Expertenmeinung: Nur 15 Milliarden für stabile Beiträge notwendig
- Vorschläge zur Kürzung bei ärztlicher Versorgung in Höhe von rund fünf Milliarden Euro
- Absenkung der Vergütungen für Psychotherapeuten um 4,5 Prozent
- Unzufriedenheit über bereits zu geringe Vergütung der Ärzte
- Erwartung von Protestaktionen durch Berufsverbände
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Andreas Gassen rechnet mit Protesten der Ärzteschaft gegen Sparmaßnahmen im ambulanten Bereich
- Finanzkommission von Nina Warken präsentierte 66 Vorschläge zur Entlastung der gesetzlichen Krankenversicherung
- Sparpotenzial von über 42 Milliarden Euro, nur 15 Milliarden notwendig zur Stabilisierung der Beiträge
- Vorschläge zur ärztlichen Versorgung betragen etwa fünf Milliarden Euro
- Gassen kritisiert, dass Honorar der Ärzte trotz bereits geringer Vergütung weiter gekürzt wird
- Berufsverbände werden die Protestaktionen organisieren
- Vorheriger Protesttag der Apothekerschaft forderte höheres Apothekenfixum
- Gassen warnt vor verringertem Leistungsangebot und längeren Wartezeiten für Patienten
- Durchschnittliche Wartezeit für Facharzttermine 2024 bei 42 Tagen, neun Tage mehr als 2019
- Warken plant Primärversorgungsreform zur Verkürzung der Wartezeiten
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Proteste der Ärzteschaft
- Aktionen durch Berufsverbände
- Verringertes Leistungsangebot
- Längere Wartezeiten für Patienten
- Durchschnittliche Wartezeit für Facharzttermine erhöht
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme des Vorsitzenden der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, zitiert. Er äußert sich besorgt über drohende Sparmaßnahmen und deren Auswirkungen auf die ärztliche Versorgung.
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