Wirtschaftsinstitute kalkulieren Kriegsfolgen für Deutschland

Wirtschaftliche Folgen des Iran-Kriegs in Deutschland

() – Die fünf großen Wirtschaftsforschungsinstitute kalkulieren die Folgen des Iran-Kriegs für unterschiedlich stark.

Das Ifo-Institut in München und das RWI in Essen kommen in vorläufigen Schätzungen jeweils zum Ergebnis, dass der im Nahen Osten nach derzeitigem Stand das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr um knapp 0,2 Prozentpunkte drücken könnte, schreibt die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Freitagsausgabe).

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin (DIW) rechnet gemäß der derzeitigen Terminkurse an den Öl- und Gasmärkten mit einem Minus von 0,1 und 0,2 Prozentpunkten. Bei einem erwartenden Wirtschaftswachstum von etwa ein Prozent reichen diese negativen Effekte nicht aus, um die moderate Erholung in Deutschland abzuwürgen.

DIW und RWI erwarten nach derzeitigem Stand eine um 0,4 oder um 0,5 Prozentpunkte höhere Inflationsrate in diesem Jahr. Ifo setzt vorläufig ein Plus von 0,2 Prozentpunkten für die Inflation an. „Ausweislich der bisherigen Reaktionen an den Energiemärkten sind die unmittelbaren Folgen für die deutsche nicht gravierend, sofern der Konflikt auf wenige Monate beschränkt bleibt“, sagte Stefan Kooths, der Konjunkturchef des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel. „Anlass zu nennenswerten Revisionen der Konjunkturaussichten gibt der Irankonflikt bislang nicht.“ Kooths spricht von „überschaubaren Dämpfern.“

Trotz des Krieges „halten wir am Bild einer fragilen Erholung fest“, sagte Oliver Holtemöller vom Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH). Er wies darauf hin, dass die Energieversorgung weniger das Problem zu sein scheine.

Bislang sehen die Konjunkturchefs der Institute den Konflikt im Nahen Osten vor allem als Kostenschock. „Kritisch wird es erst, wenn aus dem Konflikt ein echter Öl- und Transportschock wird, also wenn die Straße von Hormus länger beeinträchtigt bleibt“, sagte Geraldine Dany-Knedlik vom DIW. „Sollten die Rohöl- und Erdgaspreise nur für wenige Monate auf dem aktuellen erhöhten Niveau bleiben, weil der Konflikt schnell beendet wird, dürften die Auswirkungen auf Deutschland gering bleiben“, sagte Timo Wollmershäuser vom Ifo-Institut.

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Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Hamburger Hafen (Archiv)

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?

Stefan Kooths, Oliver Holtemöller, Geraldine Dany-Knedlik, Timo Wollmershäuser

Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?

Ifo-Institut, RWI, Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), Institut für Weltwirtschaft (IfW), Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH)

Wann ist das Ereignis passiert?

Nicht erwähnt

Wo spielt die Handlung des Artikels?

Die beschriebenen Ereignisse finden an folgenden Orten statt: Berlin, München, Essen, Kiel, Halle, Naher Osten.

Worum geht es in einem Satz?

Die fünf großen Wirtschaftsforschungsinstitute in Deutschland schätzen die Auswirkungen des Iran-Kriegs auf das deutsche Wirtschaftswachstum unterschiedlich, wobei negative Effekte von maximal 0,2 Prozentpunkten erwartet werden, während sie insgesamt eine moderate wirtschaftliche Erholung prognostizieren, sofern der Konflikt nicht länger anhält.

Was war der Auslöser für den Vorfall?

  • Verlauf des Iran-Kriegs
  • Unsicherheiten auf den Energiemärkten
  • Steigende Öl- und Gaspreise
  • Politische Spannungen im Nahen Osten
  • Vorläufige Wirtschaftsschätzungen der Institute

Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?

  • Fünf große Wirtschaftsforschungsinstitute kalkulieren unterschiedliche wirtschaftliche Folgen des Iran-Kriegs für Deutschland
  • Ifo-Institut und RWI schätzen Wirtschaftswachstumseinbußen um knapp 0,2 Prozentpunkte
  • DIW rechnet mit einem Minus von 0,1 bis 0,2 Prozentpunkten
  • Negative Effekte lassen moderate Erholung in Deutschland nicht abwürgen
  • Inflationsrate könnte um 0,4 bis 0,5 Prozentpunkte steigen laut DIW und RWI
  • Ifo erwartet Inflationsplus von 0,2 Prozentpunkten
  • Stefan Kooths vom IfW sieht keine gravierenden Folgen, sofern Konflikt kurz bleibt
  • Oliver Holtemöller hält an Bild einer fragilen Erholung fest
  • Der Konflikt wird als Kostenschock angesehen, kritische Auswirkungen erst bei längerem Transport- und Ölschock
  • Rohöl- und Erdgaspreise bleiben kurzfristig hoch, aber Auswirkungen bleiben gering

Welche Konsequenzen werden genannt?

  • Deutsches Wirtschaftswachstum könnte um knapp 0,2 Prozentpunkte drücken
  • Inflationsrate könnte um 0,4 bis 0,5 Prozentpunkte höher ausfallen
  • Ifo prognostiziert ein Plus von 0,2 Prozentpunkten für die Inflation
  • Unmittelbare Folgen für die deutsche Wirtschaft sind nicht gravierend, sofern der Konflikt kurzfristig bleibt
  • Wirtschaftliche Erholung bleibt fragil
  • Energieversorgung scheint weniger problematisch
  • Konfikt wird als Kostenschock wahrgenommen
  • Auswirkungen bleiben gering, falls Konflikt schnell beendet wird

Gibt es bereits eine Stellungnahme?

Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme zitiert. Stefan Kooths vom Institut für Weltwirtschaft (IfW) äußert sich zu den Auswirkungen des Iran-Kriegs auf die deutsche Wirtschaft, indem er sagt, die unmittelbaren Folgen seien nicht gravierend, sofern der Konflikt kurz bleibt.

Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
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