EU-Zusagen für Energieimporte aus USA übertreffen aktuelle Importe

Energiepolitik der EU und USA 2025

Brüssel () – Die Zusagen der Europäischen für Energieimporte aus den USA übertreffen die aktuellen Importe. Die EU bezog vergangenes Jahr Energierohstoffe im Wert von 58,8 Milliarden Euro aus den USA – das sind rund 66,4 zum Wechselkurs von 2025, berichtet die „Welt am Sonntag“ unter Berufung auf Zahlen der EU-Statistikbehörde Eurostat. In ihrem im vergangenen Sommer geschlossenen Zoll-Deal mit US-Präsident Donald hatte die EU versprochen, in den drei Jahren von 2026 bis 2028 insgesamt 750 Milliarden Dollar an aus den USA zu kaufen.

Damit müsste der Wert der importierten Energie rechnerisch in den drei Jahren jeweils 250 Milliarden Dollar betragen. Dies würde gemessen an den Einfuhrwerten des Jahres 2025 eine Vervierfachung erfordern.

Das Zoll-Abkommen zwischen der EU und den USA liegt auf Eis, seit der Oberste Gerichtshof der USA sein Veto eingelegt und US-Präsident Trump neue, höhere Zölle auf anderer Rechtsgrundlage angekündigt hatte. Das EU-Parlament hatte die Ratifizierung des Zoll-Abkommens bis zur Klärung der Lage vertagt, hält aber grundsätzlich am Abkommen fest.

„Ich kann nicht erkennen, wie es angesichts dieser Zahlen bis 2028 möglich sein soll, auf insgesamt 750 Milliarden US-Dollar zu kommen, zumal der Einfuhrwert für Energie aus den USA in die EU im Vergleich zu 2024 sogar gesunken ist“, erklärte Hans-Wilhelm Schiffer, Honorarprofessor für Energiewirtschaft an der Rheinisch-Westfälischen Technische Hochschule (RWTH) Aachen in der „Welt am Sonntag“. Er hatte die Berechnungen auf Grundlage von Eurostat-Zahlen für die Zeitung angestellt.

Die Energiekäufe der EU in den USA enthalten den Zahlen zufolge Kohle-Importe über 2,6 Milliarden Euro, Öl-Einfuhren für 32 Milliarden Euro sowie Flüssiggas-Käufe für 24,2 Milliarden Euro. Die USA waren mit einem Anteil von 52,5 Prozent im vergangenen Jahr mit weitem Abstand der wichtigste Flüssiggas-Lieferant für Europa. Russland war mit einem Anteil von 16 Prozent Europas zweitwichtigster LNG-Lieferant. Die Lieferungen Moskaus bezahlten die Europäer mit 7,3 Milliarden Euro.

Zwar hat die Europäische Union beschlossen, die Energiebezüge aus Russland ab 1. November 2027 komplett einzustellen. Das könnte den US-Lieferanten einen steigenden Marktanteil bescheren. Doch auch wenn US-Energiekonzerne die bisherigen russischen Liefermengen komplett übernähmen, würde das die Erfüllung der 250-Milliarden-Dollar-Zusage kaum einfacher machen.

„Selbst bei vollständigem Ersatz durch Bezüge aus den USA bliebe die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit gewaltig“, urteilte RWTH-Experte Schiffer. „Da weder ein nachhaltiger Zuwachs der Energie-Einfuhrmengen der EU noch ein signifikanter Anstieg der Energiepreise auf den internationalen Märkten bis 2028 absehbar sind, müsste der Beitrag der USA zu den gesamten Energieimporten der EU von 19,4 Prozent im Jahr 2025 auf mehr als 50 Prozent im Durchschnitt der Jahre 2026 bis 2028 ansteigen, um dem Ambitionsniveau gemäß Abkommen gerecht zu werden.“

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Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Schwimmendes LNG-Terminal in (Archiv)

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?

Die vollständigen Namen von Personen im Artikel sind: Donald Trump, Hans-Wilhelm Schiffer.

Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?

Europäische Union, USA, US-Präsident Donald Trump, EU-Statistikbehörde Eurostat, EU-Parlament, Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule (RWTH) Aachen

Wann ist das Ereignis passiert?

Das Datum oder der Zeitraum, in dem das beschriebene Ereignis stattfand, ist: 2024 bis 2028.

Wo spielt die Handlung des Artikels?

Die beschriebenen Ereignisse finden in Brüssel, den USA und Wilhelmshaven statt.

Worum geht es in einem Satz?

Die EU hat sich verpflichtet, von 2026 bis 2028 Energielieferungen im Wert von 750 Milliarden Dollar aus den USA zu importieren, steht jedoch vor großen Herausforderungen, um dieses Ziel zu erreichen, da die aktuellen Importe und Marktbedingungen kaum einen deutlichen Anstieg erwarten lassen.

Was war der Auslöser für den Vorfall?

  • Zusagen der EU für Energieimporte aus den USA übertreffen aktuelle Importe
  • Energieimporte aus den USA im Jahr 2022 im Wert von 58,8 Milliarden Euro
  • Zoll-Deal mit den USA von 2026 bis 2028 verspricht 750 Milliarden Dollar an Energieeinkäufen
  • Abkommen liegt auf Eis aufgrund eines Vetos des Obersten Gerichtshofs der USA
  • Ratifizierung des Abkommens durch das EU-Parlament vertagt
  • Rückgang des Einfuhrwerts für US-Energie im Vergleich zu 2024
  • Russland war wesentlicher Energieanbieter mit 16 Prozent Marktanteil
  • US-Anteil an Flüssiggas-Lieferungen für Europa bei 52,5 Prozent
  • EU plant vollständigen Stopp der Energiebezüge aus Russland bis 2027
  • Experten warnen vor Diskrepanz zwischen Anspruch und Realität der Energieimporte

Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?

  • EU plant signifikante Erhöhung der Energieimporte aus den USA bis 2028
  • Zoll-Abkommen zwischen EU und USA liegt auf Eis wegen US-Gerichtsurteils
  • Ratifizierung des Abkommens vom EU-Parlament vertagt
  • Experten äußern Bedenken über die Erfüllbarkeit der Import-Ziele
  • EU beabsichtigt, Energiebezüge aus Russland bis 2027 komplett einzustellen
  • Zweifel bestehen an der Realisierbarkeit des angestrebten Anteils der US-Lieferungen
  • Mangel an nachhaltigem Zuwachs der Energie-Einfuhrmengen und Anstieg der Energiepreise bis 2028 erwartet

Welche Konsequenzen werden genannt?

  • Erforderliche Vervierfachung des Einfuhrwerts der Energie
  • Zoll-Abkommen zwischen EU und USA liegt auf Eis
  • Ratifizierung des Zoll-Abkommens vom EU-Parlament vertagt
  • Unklarheit über Erreichbarkeit der 750-Milliarden-Dollar-Zusage
  • Risiko eines Anstiegs des Marktanteils US-Lieferanten
  • Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit hinsichtlich Energiemengen
  • Notwendigkeit, US-Anteil an Energieimporten über 50 Prozent zu steigern
  • Fehlende Anzeichen für Zuwachs der Energie-Einfuhrmengen oder Anstieg der Energiepreise bis 2028

Gibt es bereits eine Stellungnahme?

Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme von Hans-Wilhelm Schiffer zitiert. Er äußert, dass er Schwierigkeiten sieht, die Zusage von 750 Milliarden US-Dollar bis 2028 zu erreichen, insbesondere da die Einfuhrwerte für Energie aus den USA gesunken sind.

Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
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