Wirtschaft und Reformen in Deutschland
Frankfurt am Main () – Bundesbankpräsident Joachim Nagel ist unzufrieden mit dem Veränderungstempo in der Europäischen Union und in der Eurozone.
„Der Draghi-Bericht zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit liegt seit über einem Jahr vor, aber ich kann nicht erkennen, dass wir substanziell vorangekommen sind“, sagte Nagel dem „Stern“. Die Probleme seien erkannt, aber vieles hänge im politischen Prozess. „Da muss mehr passieren“, so Nagel. Die Reformfortschritte, etwa auch beim Projekt der europäischen Banken- und Kapitalmarktunion, bezeichnete er als „traurig“.
Hauptprobleme der EU seien eine überbordende Bürokratie und langsame Entscheidungsstrukturen. „Wir haben uns zu lange den Luxus geleistet, dass die Dinge in Europa eben länger gedauert haben. Das geht nicht mehr“, so Nagel. Es brauche künftig für Reformvorhaben „klare Vorgaben durch die Politik und einen verbindlichen Zeitplan“.
Mit Blick auf die Bundesregierung forderte er unterdessen ein Gesamtkonzept für Reformen. „Wir Deutschen sind gut in der Analyse, aber wir müssen dramatisch besser werden in der Umsetzung“, sagte er dem „Stern“. Ausdrücklich lobte er, dass jetzt Bewegung in den wochenlangen Koalitionsstreit um die Rente gekommen sei. „Da muss jetzt ein Momentum entstehen. Wir haben keine Zeit mehr für Untätigkeit.“
Konkret sprach sich Nagel dafür aus, das Renteneintrittsalter ab dem Jahr 2031 an die Lebenserwartung zu koppeln. „Wenn diese wie erwartet weiter steigt, dann könnte das Renteneintrittsalter bis 2070 schrittweise auf etwa 69 Jahre steigen“, erklärte Nagel. Grund für die Reform seien die demografische Entwicklung und der Verlust von Millionen Arbeitskräften, die in den kommenden Jahren in den Ruhestand gingen. „Um das abzumildern, werden wir mehr arbeiten müssen.“
Darüber hinaus verlangte der Bundesbankpräsident auch eine Reform der privaten Altersvorsorge, hier müssten Union und SPD „neu ansetzen und die Fehler der Vergangenheit vermeiden“. Es lägen schon ausreichend Reformvorschläge auf dem Tisch, um nun zügig Beschlüsse zu fassen. Insgesamt brauche Deutschland eine umfassende Reformagenda für die öffentliche Verwaltung, die Energieversorgung sowie bei Gesundheit und Pflege. Oberstes Ziel müsse sein, die Belastungen für Unternehmen und Beitragszahler zu senken und das Wirtschaftswachstum in Deutschland zu stärken.
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| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Deutsche Bundesbank (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Joachim Nagel
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Bundesbank, Europäische Union, Eurozone, Draghi-Bericht, Stern, Bundesregierung, Union, SPD
Wann ist das Ereignis passiert?
Nicht erwähnt
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Frankfurt am Main, Europäische Union, Eurozone, Deutschland
Worum geht es in einem Satz?
Bundesbankpräsident Joachim Nagel kritisiert das langsame Reformtempo in der EU und Deutschland, fordert klare politische Vorgaben sowie umfassende Reformen bei der Rente und der öffentlichen Verwaltung, um die Wettbewerbsfähigkeit und das Wirtschaftswachstum zu steigern.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Unzufriedenheit mit Veränderungstempo in EU und Eurozone
- Draghi-Bericht zur Wettbewerbsfähigkeit seit über einem Jahr vorgelegt
- Erkannten Probleme hängen im politischen Prozess
- Überbordende Bürokratie und langsame Entscheidungsstrukturen in der EU
- Bedarf an klaren Vorgaben und verbindlichem Zeitplan für Reformen
- Notwendigkeit eines Gesamtkonzepts für deutsche Reformen
- Anstieg des Renteneintrittsalters aufgrund demografischer Entwicklung
- Verlust von Arbeitskräften durch Ruhestand
- Reformbedarf bei privater Altersvorsorge und öffentlicher Verwaltung
- Stärkung des Wirtschaftswachstums in Deutschland als Ziel
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Bundesbankpräsident Joachim Nagel kritisiert langsame Reformfortschritte in der EU.
- Draghi-Bericht über Wettbewerbsfähigkeit seit über einem Jahr ohne substanziellen Fortschritt.
- Hauptprobleme sind Bürokratie und langsame Entscheidungsstrukturen in der EU.
- Forderung nach klaren Vorgaben der Politik und verbindlichem Zeitplan für Reformen.
- Nagel verlangt Gesamtkonzept für Reformen von der Bundesregierung.
- Lob für Fortschritte im Koalitionsstreit zur Rente und Aufforderung zur schnellen Umsetzung.
- Vorschlag, Renteneintrittsalter ab 2031 an die Lebenserwartung zu koppeln.
- Reform der privaten Altersvorsorge gefordert, um Fehler der Vergangenheit zu vermeiden.
- Notwendigkeit einer umfassenden Reformagenda für öffentliche Verwaltung, Energieversorgung, Gesundheit und Pflege.
- Ziel: Senkung der Belastungen für Unternehmen und Beitragszahler sowie Stärkung des Wirtschaftswachstums in Deutschland.
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Unzufriedenheit mit Veränderungstempo in der EU und Eurozone
- Fehlende substanzieller Fortschritt bei Reformen
- Überbordende Bürokratie und langsame Entscheidungsstrukturen
- Bedarf an klaren politischen Vorgaben und verbindlichem Zeitplan
- Forderung nach Gesamtkonzept für Reformen der Bundesregierung
- Notwendigkeit, Umsetzung von Analysen zu verbessern
- Notwendigkeit, Renteneintrittsalter an Lebenserwartung zu koppeln
- Zunehmender Ruhestand von Millionen Arbeitskräften
- Reform der privaten Altersvorsorge gefordert
- Notwendigkeit für umfassende Reformagenda in verschiedenen Bereichen
- Ziel, Belastungen für Unternehmen und Beitragszahler zu senken
- Stärkung des Wirtschaftswachstums in Deutschland
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme des Bundesbankpräsidenten Joachim Nagel zitiert. Er äußert sich unzufrieden über das Veränderungstempo in der EU und fordert ein Gesamtkonzept für Reformen, um die Umsetzung zu verbessern.
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