DGB übt scharfe Kritik an Bürgergeld-Reform der Koalition

DGB übt scharfe Kritik an Bürgergeld-Reform der Koalition

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Soziale Ungleichheit und Bürgergeld in Deutschland

Berlin () – Die DGB-Chefin Yasmin Fahimi hat sich entsetzt über die Einigungen des Koalitions-Ausschusses zum Bürgergeld gezeigt und die Bundesregierung scharf dafür kritisiert.

„Statt darüber zu diskutieren, wie wir Menschen in den Arbeitsmarkt integrieren können, sollen nun drakonische Sanktionen verhängt werden, um vielleicht ein paar Hundert Menschen aus dem Bürgergeld zu drängen. Das ist absurd“, sagte Fahimi dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“.

„Wir brauchen einen Sozialstaat, der Perspektiven schafft und Leistungsbezieher nicht als Almosenbezieher diskreditiert“, forderte sie. „Der Job-Turbo hat sich als äußerst wirksames Instrument bewährt. Darauf sollte der Fokus liegen.“

Die Wirksamkeit der Sanktionen hält Fahimi für überschaubar. Stattdessen warnt sie vor den juristischen Folgen. „Das wird eine Klagewelle auslösen. Ich denke nicht, dass das verfassungsgemäß ist, sollte es zu einer Umsetzung kommen. Das gilt insbesondere bei vollständigem Leistungsentzug.“

„Mich überrascht das Ergebnis nicht, denn wir erleben seit Jahren eine Hetzkampagne gegen Bürgergeldempfänger“, sagte die DGB-Chefin. „Deswegen glauben viele, dass es massenhaft Leistungsbetrug gäbe, was nicht der Fall ist.“

Kritik kam auch vom Sozialverband VdK, dem Sozialverband Deutschland (SoVD) und dem Paritätischen Gesamtverband. „Es ist zu befürchten, dass die neuen Sanktionen wenig hilfreichen Druck auf viele Menschen ausüben werden, nicht nur auf diejenigen in der neuen Grundsicherung, sondern auch auf Arbeitnehmer mit kleinen Einkommen, die aufgrund von Stellenabbau ihren Job verlieren“, sagte VdK-Präsidentin Verena Bentele der „Rheinischen Post“ (Freitag).

Zusätzliche Qualifizierungsangebote für Jüngere und Langzeitarbeitslose können laut Bentele neue Chancen sein, müssten aber „echte Lösungen“ für bestehende Integrationshemmnisse anbieten. „Ältere Arbeitnehmer müssen weiterhin die Chance haben, sich an die wandelnden Anforderungen des Arbeitsmarktes anzupassen“, sagte Bentele.

„Ich hoffe, dass mit dem Vorstoß nun die Bürgergelddebatte endlich ein Ende nimmt. Denn die war einfach würdelos, weil sie alle Bürgergeldbeziehende unter Generalverdacht stellt“, sagte SoVD-Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier. Für ein solidarisches Miteinander brauche es nicht nur Bedingungen für Leistungsbeziehende.

„Ich bin überzeugt davon, dass wir auch in die andere Richtung blicken müssen – nämlich nach oben. Solidarität bedeutet nämlich auch, dass diejenigen mehr beitragen, die auch mehr haben.“ Der Staat lasse sich jedes Jahr Milliarden der Hochvermögenden „durch die Lappen gehen“. „Wir müssen endlich hin zu einer Debatte kommen, wie wir Vermögende in unsere solidarische Gesellschaft stärker einbeziehen können statt nur nach unten zu treten“, forderte Engelmeier.

Der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes, Joachim Rock, lehnt die Pläne der Bundesregierung ab. „Statt dem versprochenen Rückenwind für Arbeitsmarktintegration, schafft die Koalition ein Bürokratie-Monster“, sagte Rock. So bringe man niemanden in Arbeit, sondern treibe Betroffene in existenzielle Not. Rock befürchtet, dass Wohnungslosigkeit verschärft wird, falls selbst die Kosten der Unterkunft sanktioniert werden können. „Die Pläne der Bundesregierung sind ein ungerechtfertigtes und unsoziales Misstrauensvotum gegen Arbeitsuchende“, sagte Rock.

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Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Friedrich Merz und Bärbel Bas am 09.10.2025

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?

Yasmin Fahimi, Verena Bentele, Michaela Engelmeier, Joachim Rock, Friedrich Merz, Bärbel Bas

Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?

DGB, Sozialverband VdK, Sozialverband Deutschland (SoVD), Paritätischer Gesamtverband

Wann ist das Ereignis passiert?

09.10.2025

Wo spielt die Handlung des Artikels?

Berlin

Worum geht es in einem Satz?

DGB-Chefin Yasmin Fahimi kritisiert die neuen Sanktionen im Bürgergeld als absurd und warnt vor deren verfassungsrechtlichen Problemen und negativen Auswirkungen auf Arbeitsuchende, während verschiedene Sozialverbände ähnliche Bedenken äußern und mehr Fokus auf Integration statt Bestrafung fordern.

Was war der Auslöser für den Vorfall?

  • Einigungen im Koalitionsausschuss zum Bürgergeld
  • Kritische Reaktionen von DGB, Sozialverbänden und Experten
  • Forderung nach drakonischen Sanktionen gegen Bürgergeldempfänger
  • Vorwurf der Diskreditierung von Leistungsbeziehern
  • Wahrnehmung einer Hetzkampagne gegen Bürgergeldempfänger
  • Diskussion um Maßnahmen zur Arbeitsmarktintegration
  • Kritik an Bürokratisierung und administrativen Hürden
  • Bedenken hinsichtlich der Verfassungsmäßigkeit von Sanktionen

Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?

  • DGB-Chefin Yasmin Fahimi kritisiert die Einigungen des Koalitionsausschusses scharf.
  • Forderung nach einem Sozialstaat, der Perspektiven schafft.
  • Warnung vor juristischen Folgen und Klagewelle bei Sanktionen.
  • Aussage, dass es seit Jahren eine Hetzkampagne gegen Bürgergeldempfänger gibt.
  • Kritik vom Sozialverband VdK und anderen Organisationen zu den neuen Sanktionen.
  • VdK-Präsidentin warnt vor Druck auf Menschen mit kleinen Einkommen.
  • SoVD-Vorstandsvorsitzende spricht von einer würdelosen Debatte über Bürgergeldbeziehende.
  • Forderung nach mehr Solidarität von Vermögenden.
  • Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes lehnt Pläne der Regierung ab.
  • Bedenken, dass Bürokratie-Monster Betroffene in existenzielle Not treibt und Wohnungslosigkeit verschärft.

Welche Konsequenzen werden genannt?

  • Juristische Folgen durch Klagewelle
  • Möglicher vollständiger Leistungsentzug
  • Zuschreibung von Leistungsbetrug an Bürgergeldempfänger
  • Geringe Wirksamkeit der Sanktionen
  • Erhöhter Druck auf Menschen in Grundsicherung und Arbeitnehmer mit kleinen Einkommen
  • Verschärfung der Wohnungslosigkeit durch Sanktionen auf Unterkunftskosten
  • Schaffung von Bürokratie
  • Existenzielle Not für Betroffene
  • Misstrauensvotum gegen Arbeitsuchende

Gibt es bereits eine Stellungnahme?

Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme einer Person zitiert. DGB-Chefin Yasmin Fahimi äußert sich entsetzt über die Einigungen des Koalitions-Ausschusses zum Bürgergeld und kritisiert die Bundesregierung scharf.

Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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