Gesundheitspolitik in Berlin: Facharzttarif Vorschlag
Berlin () – In der Debatte um eine bessere Steuerung und eine höhere Kostenbeteiligung der Patienten hat Kassenarzt-Chef Andreas Gassen einen neuen Vorschlag vorgelegt.
Versicherte, die auch künftig generell ohne Überweisung eines Hausarztes oder eine digitale Ersteinschätzung direkt zu einem Facharzt gehen wollen, müssen danach einen zusätzlichen „Facharzttarif“ mit jährlichen Kosten von voraussichtlich 200 bis 350 Euro abschließen.
„Das Vorhaben der schwarz-roten Koalition, die Versicherten vom Hausarzt steuern zu lassen, ist zwar insbesondere für ältere Menschen mit vielen Krankheiten und Chroniker sinnvoll, aber eben nicht für alle Versicherten“, sagte Gassen dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Gerade jüngere Menschen würden den zusätzlichen Gang zum Hausarzt aber als überflüssig empfinden. „Wer den Facharzttarif abschließt, hat die Wahlfreiheit und kann auch in Zukunft immer direkt zum Facharzt gehen“, sagte der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV).
Gassen stellte klar, dass ein derartiger Zusatztarif nicht nötig ist, wenn ein Versicherter im Rahmen der geplanten primärärztlichen Versorgung vom Hausarzt an einen Facharzt überwiesen oder ihm bei einer digitalen Ersteinschätzung ein Facharztbesuch empfohlen wird, „Hier bestimmt aber die medizinische Dringlichkeit die Geschwindigkeit dieser Termine“, so der KBV-Chef.
Er argumentierte, durch das Hausarztsystem stehe kein einziger Facharzttermin mehr zur Verfügung. Untersuchungen bei bereits genutzten Hausarztmodellen zeigten vielmehr, dass sich die Inanspruchnahme von Fachärzten nicht ändere. „Nur wenn die Fachärzte einen finanziellen Anreiz für ihre Mehrarbeit bekommen, können und werden sie tatsächlich auch mehr Termine anbieten“, sagte Gassen. „Die Mehreinnahmen aus dem Facharzttarif sollen daher dazu dienen, die zusätzlichen Termine außerhalb des Budgets voll zu vergüten“, sagte er mit Blick auf den bestehenden Kostendeckel, der dafür sorgt, dass die Fachärzte ihre Leistungen derzeit im Schnitt nur zu 80 Prozent vergütet bekommen.
Die von CDU-Politikern vorgeschlagene Gebühr von 200 Euro für jeden direkten Facharztbesuch nannte Gassen zu hoch gegriffen. „Man muss die Kirche im Dorf lassen: Ein Facharztbesuch kostet die gesetzliche Krankenversicherung im Quartal zwischen 60 und 75 Euro“, sagte er.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Andreas Gassen
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), CDU, Redaktionsnetzwerk Deutschland
Wann ist das Ereignis passiert?
Nicht erwähnt
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Berlin
Worum geht es in einem Satz?
Der Kassenarzt-Chef Andreas Gassen schlägt vor, dass Versicherte, die direkt ohne Überweisung zum Facharzt gehen wollen, einen zusätzlichen "Facharzttarif" von 200 bis 350 Euro jährlich abschließen müssen, um Wahlfreiheit zu ermöglichen, während er die Notwendigkeit eines solchen Tarifs in Frage stellt und höhere Gebühren für einzelne Facharztbesuche als unangemessen ansieht.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Unzufriedenheit mit der aktuellen Steuerung der Patientenversorgung
- Bedürfnis nach direkter Facharztanbindung ohne Hausarztüberweisung
- Diskussion über zusätzliche Kostenbeteiligung für Versicherte
- Differenzen zwischen älteren und jüngeren Versicherten im Bezug auf Hausarztmodelle
- finanzieller Druck auf Fachärzte durch Kostendeckel der gesetzlichen Krankenversicherung
- Wunsch nach mehr Terminen bei Fachärzten
- Vorschläge der schwarz-roten Koalition zur primärärztlichen Versorgung
- Notwendigkeit von Anreizen für Fachärzte zur Angebotserhöhung
- Observationsdaten zu bestehenden Hausarztmodellen und deren Auswirkungen auf Facharztbesuche
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Einführung eines Facharzttarifs mit jährlichen Kosten von 200 bis 350 Euro
- Wahlfreiheit für Versicherte, direkt zu Fachärzten zu gehen
- Keine Notwendigkeit für den Tarif bei Hausarztüberweisung oder digitaler Ersteinschätzung
- Entscheidungsfindung über Termine basierend auf medizinischer Dringlichkeit
- Fachärzte benötigen finanzielle Anreize, um mehr Termine anzubieten
- Mehreinnahmen aus dem Facharzttarif sollen zusätzliche Termine außerhalb des Budgets vergüten
- Kritik an der vorgeschlagenen Gebühr für direkte Facharztbesuche
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme von Kassenarzt-Chef Andreas Gassen zitiert, der seine Ansichten zur Steuerung der Patientenbehandlung und zum Facharzttarif äußert.
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