Migrationsexperte Knaus: EU-Binnengrenzkontrollen sind gescheitert

() – Aus Sicht des Migrationsexperten Gerald Knaus lässt sich die irreguläre Migration in der Europäischen Union nicht durch verstärkte Grenzkontrollen an den EU-Binnengrenzen eindämmen. “Migranten lassen sich so nicht von Grenzübertritten abhalten, sie werden es immer wieder versuchen, denn sie bleiben ja in der EU”, sagte Knaus der “Rheinischen Post” (Dienstagausgaben).

Die von Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) angeordneten “flexiblen Schwerpunktkontrollen” an den deutschen Grenzen zu Polen und Tschechien bezeichnete Knaus als “im besten Fall ein Placebo”. Wenn ein Mensch einen Asylantrag stelle, sei eine Zurückweisung ohne Verfahren EU-rechtswidrig. “Daher sind bisher alle Binnengrenzkontrollen in der EU gescheitert. Sie reduzieren keine Asylanträge. Wir brauchen eine andere , die dazu führt, dass grundsätzlich weniger irregulär in die EU kommen”, so der Sozialwissenschaftler, der den Thinktank Europäische Stabilitätsinitiative leitet.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Grenzkontrolle im Zug (Archiv)

Migrationsexperte Knaus: EU-Binnengrenzkontrollen sind gescheitert

Zusammenfassung

  • Migrationsexperte Gerald Knaus sieht verstärkte Grenzkontrollen an EU-Binnengrenzen als ungeeignet, irreguläre Migration einzudämmen.
  • Migranten werden weiterhin Grenzübertritte versuchen, da sie in der EU bleiben.
  • Knaus bezeichnet Bundesinnenministerin Nancy Faesers “flexible Schwerpunktkontrollen” als “im besten Fall ein Placebo”.
  • Bisherige EU-Binnengrenzkontrollen scheiterten, da Zurückweisung ohne Verfahren EU-rechtswidrig ist.
  • Gerald Knaus fordert andere Politik, um weniger Menschen irregulär in EU kommen zu lassen.

Fazit

Migrationsexperte Gerald Knaus glaubt nicht, dass verstärkte Grenzkontrollen an den EU-Binnengrenzen die irreguläre Migration eindämmen können. Er bezeichnet die von der deutschen Innenministerin Nancy Faeser angeordneten Kontrollen an den Grenzen zu Polen und Tschechien als “Placebo” und betont, dass sie keine Asylanträge reduzieren. Knaus fordert eine andere Politik, um grundsätzlich weniger Menschen irregulär in die EU kommen zu lassen.

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