Ampel will mehr Zinszahlungen als Verteidigungsausgaben anrechnen

() – Um das Ziel einer -Quote von zwei Prozent im zu erreichen, will die Bundesregierung weitere Zinsausgaben als “verteidigungsrelevant” anrechnen. Der Anteil des Verteidigungsministeriums soll erstmals an den Kosten des Schuldendienstes im Bundeshaushalt herausgerechnet werden, berichtet die “Welt”.

Auf diese Weise würden die für die Nato-Quote relevanten Ausgaben im kommenden Jahr um rund fünf Milliarden steigen. Bislang war nur bekannt, dass die Zinsausgaben, die im Sondervermögen anfallen, einberechnet werden sollen. Weder Verteidigungs- noch Finanzministeriums wollten sich auf Anfrage der “Welt” zu den Plänen äußern. Dort verwies man darauf, dass der Öffentlichkeit keine Details zu den Berechnungen mitgeteilt würden.

Kritik an den Plänen kommt von der Opposition: “Sollte die Bundesregierung tatsächlich dazu übergehen, Zinszahlungen in breitem Stil als Verteidigungsausgaben zu deklarieren, wäre das ein echter Skandal”, sagte CDU-Haushaltspolitiker Ingo Gädechens der “Welt”. Schon die bisherige Praxis, Zinsen des Sondervermögens Bundeswehr anzurechnen, bezeichnete er als grenzwertig. Auch beim Münchner Ifo-Institut sieht man die Pläne kritisch: “Für uns sind die Zinsen keine Verteidigungsausgaben”, sagte Ökonom Marcel Schlepper der Zeitung. Bereits bei den als Verteidigungsausgaben klassifizierten Ausgaben anderer Ressorts müsse man sich fragen, ob diese Zahlungen wirklich in Gänze der Verteidigungsfähigkeit dienten.

“Am Ende hat die Bundeswehr dadurch nicht mehr Gerät auf dem Hof”, so Schlepper.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Bundesverteidigungsministerium (Archiv)

Ampel will mehr Zinszahlungen als Verteidigungsausgaben anrechnen

Zusammenfassung

– Bundesregierung will weitere Zinsausgaben als “verteidigungsrelevant” anrechnen, um 2%-NATO-Quote zu erreichen
– Anteil des Verteidigungsministeriums soll erstmals an Schuldendienst-Kosten herausgerechnet werden
– NATO-Quote relevante Ausgaben würden um rund 5 Milliarden Euro steigen
– Kritik kommt von CDU-Haushaltspolitiker Ingo Gädechens und Münchner Ifo-Institut

Fazit

Die Bundesregierung plant, weitere Zinsausgaben als “verteidigungsrelevant” zu betrachten, um die Nato-Quote von 2% im Jahr 2020 zu erreichen. Dadurch würden die für die Nato-Quote maßgeblichen Ausgaben im kommenden Jahr um etwa €5 Milliarden steigen. Kritiker sehen diese Pläne als Skandal und bemerken, dass die Bundeswehr trotz höherer Quote dadurch “nicht mehr Gerät auf dem Hof” hätte.

Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
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