Hofreiter warnt vor bröckelnder US-Militärhilfe für Ukraine

Berlin () – Der Vorsitzende des EU-Ausschusses im Bundestag, Anton Hofreiter (Grüne), fordert die Mitgliedstaaten der Europäischen Union zu mehr Anstrengungen bei der Militärhilfe für die Ukraine auf. Die Bereitschaft, die Ukraine militärisch zu unterstützen, werde in den USA brüchiger, sagte er der “Welt” (Montagsausgabe).

“Bei den Republikanern gibt es einen starken Flügel, der sich im Grunde auf Putins Seite geschlagen hat und die Ukraine nicht unterstützen will. Aber auch bei manchen Demokraten habe ich Zurückhaltung erlebt, was die künftige Unterstützung angeht”, sagte Hofreiter, der kürzlich in Washington war. Für viele in den USA sei die Ukraine weit weg, viele sähen den russischen Angriffskrieg in erster Linie als ein Problem der Europäer an. “Es ist zu befürchten, dass im anstehenden Wahlkampf die `America first`-Rufe immer lauter werden. Deshalb kommt es darauf an, der Ukraine im Jetzt und Hier noch tatkräftiger zu helfen. Auch wir Europäer stehen da in der Pflicht.”

In der EU müsse man in Betracht ziehen, “dass die USA, möglicherweise mit einem Präsidenten Trump, die Militärhilfe für die Ukraine reduziert oder einstellt”. Dann werde es noch mehr auf und die europäischen Partner ankommen, warnte der -Politiker.

Umso wichtiger sei es, jetzt bei der Unterstützung nicht nachzulassen. “Wir müssen die USA überzeugen, jetzt so viel und so schnell wie möglich zu liefern, etwa F-16 Kampfjets”, sagte Hofreiter. Deutschland solle im Bündnis mit Schweden Taurus-Marschflugkörper und Gripen-Kampfflugzeuge liefern. “Das würde der Ukraine an der Front sehr helfen.”

Hofreiter forderte auch eine deutliche Erhöhung der Lieferung von Leopard-Panzern. Es gebe die Option, 120 Leopard-Panzer nachzubestellen. “Das sollte sofort passieren. Im Zweifel muss danach aber noch mehr passieren. Wir müssen uns darauf einstellen, die Ukraine noch sehr lange zu unterstützen”, so Hofreiter in der “Welt”.

Von einer politischen Polarisierung wie den USA sei Deutschland “glücklicherweise noch weit entfernt, auch wenn mir der Ton mancher Debatten hier Sorgen macht”, sagte Hofreiter nach seinem USA-Besuch. “Allerdings nehmen wir in Europa den hybriden Krieg der Russen gegen liberale Demokratien zu sehr auf die leichte Schulter”, sagte der Bundestagsabgeordnete. Der Kreml stütze nicht nur die deutschen Rechtsradikalen bei ihren Angriffen auf das demokratische System.

“Unsere Abwehr gegen , gegen russische Propaganda und Spaltungsversuche ist nicht ausreichend”, warnte Hofreiter. Das Bewusstsein für die Macht von Propaganda sei in Deutschland “noch nicht so ausgeprägt”. In Brüssel werde das stärker beobachtet. “Wir müssen die EU bei ihren Bemühungen, soziale Netzwerke zu regulieren, stärker unterstützen. Da liegen die Einfallstore für Propaganda und Spaltung.”

Dass westliche Staaten noch immer aufgearbeitetes Uran aus beziehen, bezeichnete Hofreiter als “absurd”. Er sei zwar gegen Atomkraft, aber “in dieser Lage” fände er es besser, die Aufbereitung von Uran würde von Frankreich und den USA übernommen. Dort gebe es Kapazitäten. Es sei langfristig günstiger, “als das Zeug in Russland zu kaufen und damit auch noch Putins Militärmaschine zu finanzieren”, so Hofreiter.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Anton Hofreiter (Archiv)

Hofreiter warnt vor bröckelnder US-Militärhilfe für Ukraine

Zusammenfassung

  • Anton Hofreiter, Vorsitzender des EU-Ausschusses im Bundestag, fordert die EU-Mitgliedstaaten zu mehr Anstrengungen bei der Militärhilfe für die Ukraine auf.
  • Die Bereitschaft der USA, die Ukraine militärisch zu unterstützen, wird schwächer; insbesondere bei den Republikanern.
  • Hofreiter warnt davor, dass möglicherweise unter einem US-Präsidenten Trump die Militärhilfe für die Ukraine reduziert oder eingestellt werden könnte.
  • Er plädiert dafür, der Ukraine mehr Leopard-Panzer, F-16 Kampfjets sowie Taurus-Marschflugkörper und Gripen-Kampfflugzeuge (im Bündnis mit Schweden) zu liefern.
  • Hofreiter kritisiert eine unzureichende Abwehr gegen Fake News und russische Propaganda in Deutschland und fordert eine stärkere Unterstützung der EU bei Regulierungsbemühungen in sozialen Netzwerken.
  • Er bezeichnet es als “absurd”, dass westliche Staaten weiterhin aufbereitetes Uran aus Russland beziehen und schlägt eine Übernahme der Aufbereitung durch Frankreich und die USA vor.

Fazit

Grünen-Politiker Anton Hofreiter forderte die EU zu mehr Anstrengungen bei der militärischen Hilfe für die Ukraine auf und warnte davor, dass die US-Unterstützung in dieser Angelegenheit brüchiger werde. Hofreiter glaubt, dass es ungewiss ist, wieviel Unterstützung die USA der Ukraine in Zukunft bieten werden, und dass dies bedeutet, dass europäische Länder in die Bresche springen müssten. Er ruft die Europäer dazu auf, ihre Abwehr gegen hybride Kriegsführung besser aufzustellen, ihr Bewusstsein für die Macht von Propaganda zu schärfen und Stellung gegen die Finanzierung von Russlands Militärmaschine durch den Kauf von Uran zu beziehen.

Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
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