"Anhaltspunkte" für Sicherheitsprobleme bei Huawei

Berlin () – In Deutschland könnte bestimmter Netzwerkkomponenten der chinesischen Ausrüster Huawei und ZTE in öffentlichen 5G-Mobilfunknetzen näherrücken. Das legen Einschätzungen des Bundesinnenministeriums nahe.

“Es liegen Anhaltspunkte vor, dass ihr weiterer Einsatz die öffentliche Ordnung oder der Bundesrepublik voraussichtlich beeinträchtigen könnte”, sagte eine Ministeriumssprecherin dem “Handelsblatt” (Montagausgabe). Der FDP-Digitalpolitiker Maximilian Funke-Kaiser verlangte Konsequenzen: Nötig sei nun “die schnellstmögliche Umsetzung der Fade-Out-Klausel, um einen geplanten, geordneten Austausch kritischer Komponenten in Gang zu setzen”. Mit der Klausel soll ein Zeitraum festgelegt werden, in dem die kritischen Bauteile von den Mobilfunkkonzernen ausgetauscht werden müssen. Auch Politiker von SPD und CDU machen sich für den Ausbau von Komponenten unzuverlässiger Anbieter stark.

Grundlage hierfür ist das Gesetz über das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI-Gesetz). Nach einer darin enthaltenen Klausel des Paragrafen 9b kann die Bundesregierung bei zu erwartenden “schwerwiegenden” Sicherheitsproblemen “den Einsatz aller kritischen Komponenten des Herstellers (…) untersagen”. Konkret betroffen wären die Telekommunikationsanbieter , Vodafone und Telefónica. Seit Frühjahr prüft die oberste Cybersicherheitsbehörde BSI alle kritischen – also sicherheitsrelevanten – Teile, die schon von den Konzernen im Netz verbaut sind.

Die Prüfung soll im Sommer abgeschlossen sein. Die EU-Kommission hatte am Donnerstag die EU-Länder aufgefordert, ihre 5G-Mobilfunknetze gegen aus ihrer Sicht risikobehaftete Anbieter wie Huawei oder ZTE besser zu schützen und für einen Verzicht auf deren Technik plädiert. Die Sprecherin des Innenministeriums sagte dazu: “Wir prüfen gegenwärtig, welche Auswirkungen die Entscheidung der EU-Kommission für die sicherheitspolitische Bewertung der Bundesregierung im Rahmen der laufenden Prüfungsverfahren hat.” Der FDP-Politiker Funke-Kaiser wertet das Vorgehen Brüssels als eine “Warnung an ganz ”.

“Wer sich in die Abhängigkeit eines systemischen Rivalen wie der Volksrepublik China begibt, wird als Spielball der Kommunistischen Partei enden”, sagte er.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Huawei

"Anhaltspunkte" für Sicherheitsprobleme bei Huawei

Zusammenfassung

  • Verbot von Huawei und ZTE Netzwerkkomponenten in deutschen 5G-Mobilfunknetzen möglich
  • Bundesinnenministerium sieht Anhaltspunkte für Beeinträchtigung der öffentlichen Ordnung oder Sicherheit
  • FDP-Digitalpolitiker fordert schnelle Umsetzung der Fade-Out-Klausel zum geordneten Austausch kritischer Komponenten
  • Telekommunikationsanbieter Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica könnten betroffen sein
  • BSI-Gesetz ermöglicht Bundesregierung den Einsatz bestimmter Komponenten zu untersagen bei schwerwiegenden Sicherheitsproblemen
  • EU-Kommission fordert besseren Schutz der 5G-Mobilfunknetze gegen risikobehaftete Anbieter wie Huawei oder ZTE

Fazit

Ein Verbot bestimmter Netzwerkkomponenten der chinesischen Ausrüster Huawei und ZTE in öffentlichen 5G-Mobilfunknetzen in Deutschland könnte näher rücken, so das Bundesinnenministerium. Grundlage für das Verbot wäre das Gesetz über das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI-Gesetz), das die Bundesregierung bei zu erwartenden “schwerwiegenden” Sicherheitsproblemen den Einsatz aller kritischen Komponenten des Herstellers verbieten kann. Die EU-Kommission hatte letzte Woche EU-Länder aufgefordert, ihre 5G-Mobilfunknetze gegen risikobehaftete Anbieter besser zu schützen und deren Technik zu vermeiden.

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