Regierung korrigiert Zahl der Ungelernten nach oben

– 2,64 Millionen junge Menschen (20-35 Jahre) in Deutschland hatten 2021 keine Berufsausbildung
– Anteil der jungen Menschen ohne Berufsabschluss stieg in einem Jahr von 15,5% auf 17,8%
– Gesamtzahl der Ungelernten steigt seit zehn Jahren, 2016 erstmals über zwei Millionen
– Geschlechtsunterschied: 16% der jungen ungelernt, 19% der jungen
– Stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack nennt Anstieg “bildungspolitischen Skandal”
– Vizehauptgeschäftsführer der DIHK, Achim Dercks, mahnt auch zur Vorsicht bei den hohen Zahlen
– Sonderfaktoren wie Pandemie und hohe Zahl geflüchteter junger Menschen prägen die Situation
– Flüchtlinge aus der Ukraine bei Auswertung noch nicht berücksichtigt

Berlin () – 2,64 Millionen junge Menschen in Deutschland zwischen 20 und 35 haben im Jahr 2021 keine Berufsausbildung gehabt. Das zeigt die Endfassung des Berufsbildungsberichts 2023, mit dem sich das Kabinett am Mittwoch befasst und über den das “Handelsblatt” berichtet.

Ein Entwurf war noch von 2,5 Millionen ausgegangen – doch auch das wäre schon ein neuer Rekord gewesen. Denn im Jahr 2020 waren es noch 2,33 Millionen. Damit stieg zugleich der Anteil der jungen Menschen ohne Berufsabschluss in dieser Altersgruppe in nur einem Jahr von 15,5 auf 17,8 Prozent, zeigt der Bericht des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) für die . Die Gesamtzahl der Ungelernten steigt seit zehn Jahren, 2016 waren es erstmals mehr als zwei Millionen.

Auffällig ist der Geschlechtsunterschied: Von den jungen Frauen waren nach den aktualisierten gut 16 Prozent ungelernt, bei den jungen Männern dagegen gut 19 Prozent. “Die Entwicklung ist noch schlimmer, als es zunächst aussah”, sagte die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack und nannte den steilen Anstieg einen “bildungspolitischen Skandal”. Hannack fürchtet, dass sich der Negativtrend in den kommenden Jahren noch “weiter verschärft”. Denn nach wie vor fielen zu viele junge Menschen durch das Raster.

Die Zahl der Ungelernten “ist in der Tat viel zu hoch”, mahnt auch der Vizehauptgeschäftsführer der Deutschen - und Handelskammer (DIHK), Achim Dercks, auch wenn sie von Sonderfaktoren wie der Pandemie und einer hohen Zahl geflüchteter junger Menschen geprägt sei. Flüchtlinge aus der Ukraine spielen bei dieser Auswertung allerdings noch keine Rolle, da sie erst 2022 ins Land kamen.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Arbeitsamt in Aschersleben

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