Familie Gesundheit

Schlaganfall bei Kindern – ein Albtraum für die Eltern

Schlaganfall bei Kindern – ein Albtraum für die Eltern

Ein Schlaganfall ist immer ein großes gesundheitliches Risiko, aber besonders schlimm ist ein Schlaganfall bei Kindern. Jedes Jahr trifft es in Deutschland rund 300 Kinder, wobei die Dunkelziffer um einiges höher liegen dürfte. Vielfach wird der Schlaganfall bei Kindern nicht richtig oder zu spät erkannt, umso wichtiger ist es, die ersten Anzeichen zu erkennen und richtig zu bewerten. Auch wenn ein Schlaganfall bei Kindern nicht so gravierende Folgen hat wie bei einem erwachsenen Menschen, eine medizinische Behandlung ist jeden Fall erforderlich.

Spätfolgen vermeiden

Der Schlaganfall trifft den elfjährigen Jungen wie aus heiterem Himmel auf dem Fußballplatz, aber auch das vierjährige Mädchen im Kindergarten. Einige Kinder erleiden einen Schlaganfall schon im Mutterleib und nicht selten haben sie für den Rest ihres Lebens unter den Folgen zu leiden. Daher ist es enorm wichtig, den Schlaganfall bei Kindern frühzeitig zu erkennen. Sonst kann es passieren, dass es zu Behinderungen in der motorischen und geistigen Entwicklung kommt. In vielen Fällen klagen die Kinder über heftige Kopfschmerzen, aber das ist nicht das einzige Anzeichen, das auf einen Schlaganfall bei Kindern hindeutet.

Wie kommt es zu einem Schlaganfall?

Immer wenn das Gehirn nicht mehr richtig durchblutet wird, dann kommt es zu einem gefährlichen Schlaganfall. Die Ursachen für diese Durchblutungsstörungen sind vielfältig. Ein verstopftes Blutgefäß kann der Auslöser sein, aber auch eine Hirnblutung, zum Beispiel nach einem heftigen Schlag oder einem Sturz. In der Folge wird das Gehirn dann nicht mehr mit ausreichend Sauerstoff und wichtigen Nährstoffen versorgt. Es kommt zu Ausfällen bei den wichtigen Funktionen, zudem sterben Zellen ab.

Wie macht sich ein Schlaganfall bei Kindern bemerkbar?

Plötzliche Lähmungen sind ebenso wie starke Kopfschmerzen Anzeichen dafür, dass es sich um einen Schlaganfall bei Kindern handeln könnte. Wenn das Kind sich schwach fühlt, unsicher auf den Beinen ist und auch wenn eine Körperhälfte zuckt, dann ist Eile geboten. Das gilt ebenfalls, wenn das Kind nicht mehr deutlich, sondern eher verwaschen spricht und Beschwerden beim Schlucken bekommt. Ein untrügliches Zeichen dafür, dass es sich tatsächlich um einen Schlaganfall handelt, sind aber Sehstörungen. Klagt ein Kind darüber, dass es plötzlich doppelt oder nur verschwommen sieht, dann sollten die Eltern keine Minute zögern, sondern sofort in die Notaufnahme eines Krankenhauses fahren.

Welche Kinder sind gefährdet?

Auch wenn der Schlaganfall bei Kindern einen ganz anderen Verlauf nimmt als bei einem erwachsenen Menschen, die Faktoren, die einen Schlaganfall auslösen, sind die gleichen. Übergewicht gehört zu den Risikofaktoren, ebenso wie ein zu hoher Blutdruck. Diabetes mellitus, zu hohe Fettwerte im Blut und ein zu hoher Alkoholkonsum sind die größten Risiken, wenn es um einen Schlaganfall geht. Bei Kindern kommen noch genetische bedingte Krankheiten dazu, wie zum Beispiel Störungen bei der Blutgerinnung, Herzfehler oder eine Verengung der Gefäße. Infektionen sind ein weiterer Grund, warum es bei Kindern zu einem Schlaganfall kommt. Besonders gefährdet sind Kinder, die gerade eine Infektion wie die Windpocken überstanden haben. Vor allem Kinder, in deren Familien es bereits zu Schlaganfällen gekommen ist, sollten daher unbedingt gegen die Kinderkrankheit geimpft werden.

Der Schlaganfall bei der Geburt und in der Pubertät

Rund ein Drittel der Schlaganfälle, die Kinder erleiden, passieren während der Geburt. Ausgelöst durch den großen Stress während der Geburt, sind diese Schlaganfälle meist nur sehr schwer zu diagnostizieren. Die Kinder zeigen meist die typischen Symptome erst nach einigen Monaten. Sie können zum Beispiel die rechte oder die linke Hand nicht mehr zum Greifen benutzen und beim Krabbeln wird eine Körperhälfte mehr beansprucht als die andere. Eine weitere gefährliche Lebensphase, in der es bei Kindern häufig zu einem Schlaganfall kommt, ist die Pubertät. Das hängt in erster Linie mit der Umstellung im Hormonhaushalt zusammen, aber auch das Rauchen und die Einnahme der Antibabypille gehören zu den Risikofaktoren. Junge Leute, die gerne und viel Sport treiben, leben ebenso mit der Gefahr einer Gefäßverletzung. Ruckartige Bewegungen des Halses, zum Beispiel bei einer Fahrt auf der Achterbahn, können unter Umständen dazu führen, dass die Halsschlagader reißt, was wiederum zu einem Schlaganfall führt.

Welche Auswirkungen hat ein Schlaganfall bei Kindern?

Anders als bei einem Erwachsenen ist ein Schlaganfall bei Kindern nur in seltenen Fällen lebensgefährlich. Kinder erholen sich nach dem Schlaganfall körperlich meist sehr schnell. Eine Langzeitstudie der Universität Münster zeigt, dass das kindliche Gehirn die neurologischen Ausfälle sehr gut wieder ausgleichen kann. Der Grund dafür ist einfach, denn das kindliche Gehirn ist flexibel. So übernehmen die gesunden Areale des Hirns die Aufgaben der geschädigten Regionen. Das gilt allerdings nur bei Schlaganfällen, die Kinder unter 14 Jahren treffen. Kommen die Kinder in die Pubertät und es kommt zu einem Schlaganfall, dann nehmen die Kompensationen durch die anderen Gehirnsektoren deutlich ab. Anders sieht es bei einem nicht erkannten Schlaganfall aus.

Die schlimmen Spätfolgen

Ein unerkannter Schlaganfall hinterlässt bei Kindern eine Narbe im Gehirn, die zu schwerwiegenden Problemen auf dem weiteren Lebensweg führen kann. In der Schule kann es unter anderem zu Aufmerksamkeitsstörungen, Problemen mit dem Gedächtnis und zu Schwierigkeiten beim Lernen kommen. Das wiederum sorgt dann für komplexe psychosoziale Probleme. Viele Kinder leiden unter Verhaltensstörungen, sie bekommen Angststörungen und leiden nicht selten unter Depressionen und Aggressionen. Oftmals zeigen sich die Folgen eines nicht erkannten Schlaganfalls erst viele Jahre später. Kinderärzte und Neurologen fordern daher, Kinder, die bereits einen Schlaganfall erlitten haben, ganz besonders zu fördern und sie zu begleiten, wenn sie in die Pubertät kommen. Immer wenn ein Hirninfarkt nicht behandelt wird, dann besteht ein erhöhtes Risiko, dass es zu weiteren, folgenschweren Schlaganfällen kommt, von denen einer letztendlich tödlich sein kann.

Fazit

Gibt es in der Familie bereits Mitglieder, die einen Schlaganfall erlitten haben, dann sollten Eltern besonders sensibilisiert sein, wenn es um die eigenen Kinder geht. Wenn sie bei ihren Kindern die oben beschriebenen Auffälligkeiten bemerken, dann ist es sehr wichtig, dass sich ein Arzt umgehend diese Symptome genauer anschaut. Je schneller die Symptome richtig gedeutet werden, umso kleiner ist die Gefahr, dass es zu bleibenden Hirnschäden kommt. Kopfschmerzen sind auch bei Kindern keine Seltenheit, aber wenn diese Kopfschmerzen stark sind und das Kind dazu über Sehstörungen oder Übelkeit klagt, dann deutet alles auf einen Schlaganfall hin.

Bild: @ depositphotos.com / ArturVerkhovetskiy

1 Bewertung, Bewertung: 10,00 von 101 Bewertung, Bewertung: 10,00 von 101 Bewertung, Bewertung: 10,00 von 101 Bewertung, Bewertung: 10,00 von 101 Bewertung, Bewertung: 10,00 von 101 Bewertung, Bewertung: 10,00 von 101 Bewertung, Bewertung: 10,00 von 101 Bewertung, Bewertung: 10,00 von 101 Bewertung, Bewertung: 10,00 von 101 Bewertung, Bewertung: 10,00 von 10 (1 Bewertungen, durchschnittlich: 10,00 von 10)
Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig. eMail: u.dietz@tixio.de