Finanzen

Dividendenstrategie bei Aktien-Investment immer beliebter

Dividendenstrategie bei Aktien-Investment immer beliebter

Noch immer werden Aktien bei zahlreichen Bundesbürgern stiefmütterlich behandelt, obwohl es zahlreiche Studien und Belege gibt, dass Aktienwerte bestens für ein langfristiges Investment geeignet sind. Dennoch bringen zahlreiche Anleger in Deutschland Aktien fast ausschließlich im Zusammenhang mit einer risikoreichen Spekulation, was allerdings nur für ein sehr kurzfristiges Investment gilt.

Mit Aktien lassen sich nicht nur Kursgewinne realisieren, sondern darüber hinaus gibt es sogar durch die gezahlten Dividenden die Möglichkeit, eine kontinuierliche Rendite zu vereinnahmen. Unter anderem aus diesem Grund wird eine bestimmte Strategie im Zusammenhang mit dem Investment in Aktien immer beliebter, nämlich die sogenannte Dividendenstrategie. Im folgenden Beitrag erfahren Sie, was eine Dividende ist, wie Sie damit dauerhaft Erträge erzielen, was es mit der Dividendenstrategie auf sich hat und worin der Unterschied zwischen einer nominalen Dividende sowie einer Dividendenrendite liegt.

Zahlreiche Aktiengesellschaften schütten Dividende aus

Die Dividende können Sie sich im Prinzip wie eine Verzinsung beim Festgeld vorstellen, nur dass in diesem Fall ein Ertrag auf Aktien ausgeschüttet wird. Zahlreiche Aktiengesellschaften in Deutschland und weltweit schütten Jahr für Jahr eine Dividende aus, die den Aktionär am erzielten Unternehmensgewinn beteiligen soll. Zwar gibt es seitens der Aktionäre kein generelles Recht, dass die Aktiengesellschaft eine Dividende ausschütten muss. Findet jedoch eine Ausschüttung statt, muss jeder Aktionär mit dividendenberechtigten Aktien auch an der Ausschüttung beteiligt werden.

Es existieren am Markt nicht wenige Unternehmen, die schon seit Jahren oder sogar Jahrzehnten dauerhaft Dividenden ausschütten. Dazu zählen in Deutschland insbesondere die DAX-Konzerne, aber auch Aktiengesellschaften aus der sogenannten zweiten oder dritten Reihe zahlen ihren Aktionären nicht selten durchaus attraktive Dividenden. Wichtig zu wissen ist allerdings, dass die reine nominale Dividende noch nichts darüber aussagt, ob es sich für den Aktionär um eine gute Rendite handelt oder nicht. Zu diesem Zweck muss man sich stattdessen die sogenannte Dividendenrendite betrachten, die dann auch Grundlage dafür ist, ob die entsprechende Aktie in einer Dividendenstrategie Verwendung finden kann oder nicht.

Worum handelt es sich bei der Dividendenrendite?

Mit der Dividendenrendite wird der Ertrag bezeichnen, den Sie als Anleger mit der ausgezahlten Dividende erzielen können. Die nominal gezahlte Dividende sagt allerdings nichts darüber aus, ob die entsprechende Aktie auch mit einer guten Dividendenrendite ausgestattet ist. Eine Aussage dazu kann man erst machen, wenn man die nominale Dividende in einen Bezug zum jeweils aktuellen Kurs des Wertpapieres stellt. In der Praxis kommt es so häufiger vor, dass eine Aktiengesellschaft im Vergleich zu einem anderen Unternehmen zwar eine nominal höhere Dividende zahlt, der Aktionär jedoch beim zweiten Unternehmen dennoch die bessere Dividendenrendite erzielt, weil der Kurs des Wertpapieres geringer ist.

Was sich zunächst einmal sehr theoretisch anhört, lässt sich gut durch ein Praxisbeispiel verdeutlichen.

Aktiengesellschaft A

Nominal gezahlte Dividende: 3,38 Euro je Aktie

Aktienkurs: 45,85 Euro

Dividendenrendite: 7,37 Prozent

 

Aktiengesellschaft B

Nominal gezahlte Dividende: 5,80 Euro je Aktie

Aktienkurs: 125,70 Euro

Dividendenrendite: 4,61 Prozent

 

Aktiengesellschaft C

Nominal gezahlte Dividende: 10,25 Euro

Aktienkurs: 280 Euro

Dividendenrendite: 3,66 Prozent

Wenn Sie nun die Dividendenrendite nicht beachten und nur die jeweils ausgeschüttete nominale Dividende kennen würden, würden Sie sich vermutlich sofort für die Aktien der Aktiengesellschaft C entscheiden. Diese haben nämlich den mit Abstand höchsten nominalen Dividendenwert. Setzen Sie nun allerdings die Dividende in ein Verhältnis zum aktuellen Aktienkurs, werden Sie feststellen, dass eben nicht die Aktien der Aktiengesellschaft C die größte Dividendenrendite verbriefen, sondern stattdessen sind es die Wertpapiere der Aktiengesellschaft A, die die nominal geringste Dividende aufweisen.

Die passenden Aktien für die Dividendenstrategie finden

Eine wichtige Voraussetzung dafür, dass die Dividendenstrategie möglichst gut funktioniert, besteht darin, die passenden Aktien zu finden. In erster Linie sollte es sich natürlich um Aktienwerte handeln, die sich durch eine überdurchschnittliche Dividendenrendite auszeichnen können. Häufig handelt es sich dabei allerdings nur um eine Momentaufnahme, denn – wie in den vorherigen Abschnitten erläutert – die Dividendenrendite ist in nicht unerheblichen Umfang auch von der Kursentwicklung abhängig. So kann es durchaus passieren, dass eine Aktie mit einer Dividendenrendite in Höhe von beispielsweise 3,8 Prozent in vier Monaten nur noch eine Dividendenrendite von 2,6 Prozent verbrieft, falls der Kurs deutlich angestiegen ist. Aus diesem Grund ist es wichtig, bei der Wahl der passenden Aktien für die Dividendenstrategie nicht nur auf die Höhe der Dividendenrendite zu achten, sondern darüber hinaus sind noch weitere Faktoren interessant, insbesondere:

  • Kontinuität der Dividendenzahlung
  • Entwicklung der Dividendenhöhe
  • Volatilität der Aktie
  • Gewinnsituation im Unternehmen (langfristig)

Ein weiterer Anhaltspunkt dafür, ob es sich um eine für die Dividendenstrategie gut geeignete Aktie handelt, ist ein Blick auf die Aktien der Mitbewerber. Oftmals gibt es eine Art Branchendurchschnitt, wie hoch die durchschnittlich gezahlte Dividende bzw. die Dividendenrendite ist. Beschäftigen Sie sich dann mit einem Aktienwert aus dieser Branche, der deutlich von diesem Durchschnitt abweicht, ist es wichtig, sich über die Gründe zu informieren.

Besonders gut geeignet für eine Dividendenstrategie sind Aktienwerte, welche die folgenden Eigenschaften aufweisen können:

  • Dividende wird seit Jahren kontinuierlich und in gleicher oder steigender Höhe gezahlt
  • Überdurchschnittliche Dividendenrendite auch in der Vergangenheit
  • Relativ geringe Volatilität des Aktienkurses
  • Stabiles Unternehmen mit guter Marktposition

Auf Grundlage dieser Eigenschaften und Kriterien haben Sie die Möglichkeit, die Aktienwerte zu finden, die persönlich die am besten zu Ihrer persönlichen Dividendenstrategie passen. Wichtig ist es zudem, dass Sie eine Diversifizierung vornehmen. Das bedeutet, dass Sie sich beispielsweise für 5, 10 oder noch mehr unterschiedliche Aktien entscheiden und nicht nur auf wenige Aktienwerte oder gar eine einzelne Aktie setzen.

Bild: © Depositphotos.com / Ai825

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Oliver Schoch ist gelernter Banker und seit 10 Jahren freiberuflicher Finanz-Journalist.