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Gibt es bald ein Mindesthaltbarkeitsdatum für Elektrogeräte?

Gibt es bald ein Mindesthaltbarkeitsdatum für Elektrogeräte?

Wer in einem Supermarkt oder bei einem Discounter einkaufen geht, der schaut bei den Lebensmitteln auch nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum, um festzustellen, wie lange das Brot, die Milch oder der Käse noch haltbar sind. Wer aber ein Elektrogerät kauft, der hat diese Möglichkeit nicht, denn ein Mindesthaltbarkeitsdatum für Elektrogeräte gibt es leider nicht. Viele Verbraucher ärgern sich darüber, dass der Toaster, die Kaffeemaschine oder auch der Fernseher grundsätzlich immer dann kaputt gehen, wenn die Gewährleistung oder die Garantie gerade abgelaufen sind. Genau das wollen die Grünen jetzt ändern und ein Mindesthaltbarkeitsdatum für Elektrogeräte einführen.

Eine praktische Idee

Kaum jemand würde einen Joghurt kaufen, der nur noch wenige Tage haltbar ist, wer aber einen neuen Fernseher kauft, der muss zwangsläufig dem Hersteller vertrauen und hoffen, dass das Gerät möglichst lange hält. Sollte der Käse vor Ablauf des Haltbarkeitsdatums schimmelig werden, dann wird er einfach zum Händler zurückgebracht oder man beschwert sich beim Hersteller. Geht der Toaster eine Woche nach der sechsmonatigen Gewährleistung oder ein paar Tage nach dem Ablauf der Garantie kaputt, dann hat der Verbraucher das Nachsehen und kann sich nur noch ärgern. Die Grünen wollen mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum für Elektrogeräte zweierlei erreichen: Zum einen wollen sie noch mehr Elektromüll vermeiden und zum anderen wollen sie den Verbrauchern die Möglichkeit geben, sich zu entscheiden, ob sie vielleicht einen günstigen Fernseher kaufen wollen, der nur zwei Jahre haltbar ist, oder lieber ein teures Gerät, das sechs Jahre hält.

Die Verbraucherschützer sind dafür

Auch die Verbraucherschützer können sich für die Idee der Grünen begeistern, ein Mindesthaltbarkeitsdatum für Elektrogeräte einzuführen. Sie sind der Ansicht, dass es nur fair wäre, wenn die Hersteller Angaben zur Haltbarkeit ihrer Geräte machen, sie stellen sich aber auch die Frage, wie realistisch ein solches Mindesthaltbarkeitsdatum für Elektrogeräte eigentlich ist. In anderen Branchen gibt es bereits ein Haltbarkeitsdatum, zum Beispiel steht auf den Verpackungen von Lampen, wie lange sie wahrscheinlich haltbar sind. Die Grünen und die Verbraucherschützer wollen jedoch nicht nur ein Mindesthaltbarkeitsdatum für Elektrogeräte, sie möchten auch, dass in Zukunft die Beweislast bei der Gewährleistung beim jeweiligen Hersteller liegen soll. Wie wichtig diese Neuregelung wäre, das zeigt der jüngste Skandal bei VW.

Mindesthaltbarkeitsdatum für Elektrogeräte – die Hersteller sagen nein

Wie nicht anders zu erwarten, sprechen sich die Hersteller gegen ein Mindesthaltbarkeitsdatum für Elektrogeräte aus und sie erhalten Unterstützung von Bitkom, dem Branchenverband, in dem viele Hersteller organisiert sind. Anders als bei Lebensmitteln gibt es bei Elektrogeräten verschiedene Kriterien, die ein solches Haltbarkeitsdatum unmöglich machen. Wenn ein Gerät zum Beispiel nur selten genutzt wird, dann wird es sehr wahrscheinlich länger halten als ein Gerät, das ständig in Betrieb ist. Auch wenn der Besitzer unvorsichtig oder rabiat mit dem Gerät umgeht, dann wird es schneller kaputtgehen. Um einen Toaster oder einen Fernseher mit einem Haltbarkeitsdatum auszustatten, müsste eine Definition zur standardisierten Nutzung gefunden werden und das ist kaum machbar.

Was sollten Verbraucher beachten?

Vonseiten der Hersteller wird es also kein Haltbarkeitsdatum für Elektrogeräte geben, aber das es vielleicht doch noch kommen könnte, dafür spricht, dass es bereits bei Lebensmitteln und auch bei Lampen möglich ist. Bis es so weit ist, müssen die Verbraucher einige Dinge beachten, damit sie möglichst lange Freude an ihrem Fernseher oder ihrer Kaffeemaschine haben. Grundsätzlich gilt, günstige Geräte haben tatsächlich eine kürzere Lebensdauer als teure Geräte und wer sich über Bewertungen und Testberichte informiert, der kann sich daran orientieren. Wenn es um Geräte für Heimwerker geht, wie zum Beispiel Bohrmaschinen, dann ist es immer eine gute Wahl, ein Gerät zu kaufen, das auch Profihandwerker verwenden.

Trotzdem gleicht der Kauf eines Elektrogeräts nach wie vor einer Art Lotterie und wer Glück hat, der hat lange Freunde daran.

Bild: © Depositphotos.com / smithore

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Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig. eMail: u.dietz@tixio.de