Studie: Zahl neuer Wohnungen könnte unter 200.000 sinken

() – Die Zahl der neu gebauten Wohnungen in könnte im nächsten Jahr unter 200.000 sinken. Grund dafür seien die hohen Zinsen und gestiegenen Baukosten, heißt es in einer Studie des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), die am Dienstag veröffentlicht wurde.

Die Zahl der neu fertiggestellten Wohneinheiten in Mehr- und Einfamilienhäusern könnte demnach von 295.000 im Jahr 2022 auf im schlechtesten Fall schätzungsweise 223.000 in diesem und nur noch 177.000 im fallen. Damit könnte 2024 fast wieder der historische Tiefststand von 2009 erreicht werden. Das von der Bundesregierung angestrebte Ziel von jährlich 400.000 neuen Wohnungen läge damit in weiter Ferne. Der mögliche Einbruch bei den Fertigstellungen würde einem Rückgang der realen Wohnungsbauinvestitionen um knapp 21 Milliarden Euro in diesem beziehungsweise gut 16 Milliarden Euro im kommenden Jahr entsprechen.

Angesichts solcher Aussichten sollten die Ausgaben für öffentlich geförderten Wohnungsbau erhöht und die Strukturen für eine schnellere Umsetzung gestärkt werden, empfehlen die Forscher. So lasse sich Risiken begegnen, dass sich die Wohnungsknappheit noch weiter zuspitzt und die Kapazitäten der Bauwirtschaft dauerhaft zurückgefahren werden. Um den absehbaren Einbruch der privaten Bauinvestitionen zumindest teilweise auszugleichen, plädiert das IMK für eine spürbare weitere Aufstockung der öffentlichen Ausgaben für den sozialen Wohnungsbau. Damit könne nicht nur ein Absturz der Baubranche verhindert, sondern auch der Anteil günstigerer und energieeffizienter Wohnungen gesteigert werden, die zuletzt von privaten Bauträgern angesichts zu hoher Bau- und Finanzierungskosten zu selten gebaut wurden.

Befürchtungen, ein verstärktes Engagement der öffentlichen Hand werde dazu beitragen, die Baupreise und indirekt auch die Inflation anzuheizen, halten die in der gegenwärtigen Situation für überzogen. Die Risiken seien beherrschbar, insbesondere, wenn man die Ausgaben schrittweise aufstocke, die Lage im Jahresrhythmus evaluiere, die sonstige Bautätigkeit im Blick behalte und auf die weiteren Ausbaustufen bei gegebenenfalls besserer Entwicklung verzichte. Zudem könne es andererseits auch zur Inflation beitragen, wenn zu wenig Wohnungen gebaut werden und durch die Knappheit Mieten weiter anziehen, so das IMK.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Hochhaus- im Juli 2023

Studie: Zahl neuer Wohnungen könnte unter 200.000 sinken

Zusammenfassung

  • Zahl der neu gebauten Wohnungen in Deutschland könnte 2024 unter 200.000 sinken.
  • Hauptgründe: hohe Zinsen und gestiegene Baukosten laut einer Studie des IMK.
  • Bundesregierung verfehlt Ziel von jährlich 400.000 neuen Wohnungen.
  • Möglicher Einbruch entspräche Rückgang der realen Wohnungsbauinvestitionen um Milliarden Euro.
  • Forscher empfehlen höhere Ausgaben für öffentlich geförderten Wohnungsbau und stärkere Strukturen für schnellere Umsetzung.
  • Aufstockung der öffentlichen Ausgaben für sozialen Wohnungsbau soll Baubranche und Anteil günstiger, energieeffizienter Wohnungen stärken.
  • Befürchtungen einer überzogenen Inflation durch verstärktes Engagement der öffentlichen Hand in der aktuellen Situation für beherrschbar gehalten.

Fazit

Die Zahl der neu gebauten Wohnungen in Deutschland könnte 2024 auf unter 200.000 sinken, fast den Tiefststand von 2009 erreichen, warnt eine Studie des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK). Hauptgründe sind hohe Zinsen und gestiegene Baukosten. Die Studie empfiehlt, die Ausgaben für den öffentlichen Wohnungsbau zu erhöhen und die Strukturen für eine schnellere Umsetzung zu stärken. Dadurch könnten ein Absturz der Baubranche verhindert und der Anteil günstigerer und energieeffizienter Wohnungen gesteigert werden.

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