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Star Wars – die Saga geht weiter

Star Wars – die Saga geht weiter

Manche Filme sind so schlecht, dass man sie schon wieder als gut bezeichnen kann. Wenn es nach den ersten Kritiken geht, dann gehört der neue Star Wars Film „Die letzten Jedi“ zu diesen Filmen. Ausgesprochen misslungen, aber gleichzeitig wieder großartig, ein echtes Meisterwerk, aber im Grunde nur eine langweilige Aufzählung von Zitaten aus den früheren Star Wars Filmen. Der Film bleibt sehr weit hinter seinen Möglichkeiten zurück und das ist für die Zuschauer zum Weinen, aber auch zum Lachen. Sehr komplex ist er, der achte Film der Star Wars Saga.

Ein künstlicher Hype

Ein kluger Mann hat gesagt: Star Wars ist für die Welt der Filme das, was Pink Floyd für die Welt der Musik ist: Mehr Schein als Sein. Ein künstlich erzeugter Hype hat die Filme zu Legenden gemacht, obwohl es weitaus bessere Filme in diesem Genre gibt. Diesem Hype bleiben die Macher auch beim achten Teil der Reihe treu. Es wird viel vermutet und gemunkelt, aber da es ein striktes Spoilerverbot gibt, weiß keiner, was in die „Die letzten Jedi“ tatsächlich passiert. Diejenigen, die den Film schon gesehen haben, sind entweder maßlos enttäuscht oder ganz und gar begeistert. Die neuen Figuren sind wie die alten und bekannten Figuren, sie tragen die gleichen Waffen und selbst für die neuen Probleme gibt es nur altbekannte Lösungen.

Die helle und die dunkle Seite

Gut gegen Böse und Dunkel gegen Hell – die Zutaten, aus denen die Star Wars Filme entstehen, sind denkbar simpel. Es geht um Freiheit und um Diktatur, gleichzeitig ist Star Wars auch eine Familiengeschichte. Erzählt wird die Story der Familie Skywalker und das über mehrere Generationen. Das kann sehr ermüdend sein, aber die Fans der Filme sehen das selbstverständlich anders. Wer kein Fan ist, der hat das Nachsehen, denn es lohnt sich nicht, Star Wars Nummer acht anzusehen, wenn die anderen sieben Teile fehlen. Auf der anderen Seite muss der Zuschauer nicht zwingend in die Familiengeschichte einsteigen. Für gute Unterhaltung sorgt der achte Film der Star Wars Reihe auf jeden Fall. Wie in fast allen Filmen kämpft das Gute gegen das Böse und das mit viel Aufwand und noch mehr Tricks. Einfaches Popcorn-Kino eben.

Vielleicht besser als Fernsehserie

Alle, die sich den neuen Star Wars Film ab dem 14. Dezember 2017 im Kino ansehen wollen, müssen gutes Sitzfleisch mitbringen. Zweieinhalb Stunden dauert der Film, was annähernd drei Folgen einer Fernsehserie entspricht. Da die Handlung in „Die letzten Jedi“ sehr komplex ist und eine Menge Handlung bietet, sind viele der Meinung, dass das Material für zwei Fernsehserien ausreicht. Es gibt zumindest vier verschiedene Handlungsstränge, vier unterschiedliche Schauplätze und zwei bewaffnete Auseinandersetzungen in der Luft so wie einen Waffengang am Boden. Das alles ist für einen Star Wars Film eine Menge Aktion, die es auf diese Weise bislang nur in „Das Imperium schlägt zurück“ gab. Irgendwie war alles schon einmal da. Es gibt Anlehnungen an den Vorgänger „Das Erwachen der Macht“ und an den ersten aller Star Wars Filme „Krieg der Sterne“, der 1977 in die Kinos kam.

Viel zu brav

Es gibt einige Gags, über die die Zuschauer lachen sowie mehrere Szenen, die zu Tränen rühren, ansonsten bleibt alles im Rahmen. Im Grunde ist der achte Star Wars Film ein Film, der mit angezogener Handbremse entstanden ist, mehr Mut hätte dem Film letzten Endes gutgetan. Zu brav ist die Inszenierung von Autor und Regisseur Rian Johnson, dabei hätte „Die letzten Jedi“ ein klein wenig mehr Tempo gut vertragen können. Rian Johnson greift die Geschichte aus dem siebten Teil der Saga auf und arbeitet sich mehr pflichtschuldig als wirklich begeistert durch den ganzen Film. Ganz unterschiedliche Elemente werden wild miteinander vermischt und der Zuschauer fragt sich irgendwann einmal, ob er nicht vielleicht in einem Kinderfilm, einem Blockbuster über Superhelden, in einer sehr schlechten Klamotte oder in einem Martial-Arts-Film sitzt. Johnson will es allen recht machen und das kann natürlich nicht funktionieren. Immerhin, die Schlachten sind gut choreografiert und erinnern an alte Kampfkunstszenen aus Asien. Es ist nicht zu übersehen, woher die Vorbilder kommen.

Die Bilder sind fantastisch

Auch wenn die Nummer acht der Star Wars Filme viele Kritiker nicht aus dem Kinosessel hebt, die Handlung funktioniert. Das Gleiche gilt auch für die Dramaturgie und vor allen Dingen für einen Schauspieler. Ein besonderes Highlight ist mit Sicherheit der Auftritt von Mark Hamill. Der Schauspieler stand 1977 zum ersten Mal als Luke Skywalker vor der Kamera. 40 Jahre später ist Hamill wieder in dieser Rolle zu sehen, dieses Mal aber ernster, klüger und reifer. Das gilt leider nicht für die anderen Schauspieler. Oscar Issac kann mehr, bleibt aber in seiner Rolle als Nachfolger von Han Solo völlig unterfordert. Erschreckend sind zum Teil auch die sehr simplen Dialoge, die ungefähr so anspruchsvoll sind wie die Bedienungsanleitung für einen Kinderroller. Enttäuschend auch Benicio del Toro, der sich mit einem Trick versucht und dann wieder von der Bildfläche verschwindet. Überschaubar das Spiel von Laura Dern, die eine kleine Nebenrolle hat, dafür aber ohne Sinn und Verstand agieren darf. Dafür wurde bei den Effekten aus dem Vollen geschöpft. Es gibt fantastische Bilder und vieles sieht aus, als wäre es liebevoll von Hand gezeichnet und nicht am Computer erstellt worden.

Noch mehr Star Wars?

Zugegeben war es für Regisseur Johnson nicht so einfach, eine Brücke zwischen dem ersten und dem dritten Teil der letzten Trilogie zu bauen. Es mussten dramaturgische Entscheidungen getroffen werden, die Einfluss auf einen eventuell neunten Teil der Saga haben. Ja, richtig gelesen, 2019 wird es aller Voraussicht nach einen neuen Star Wars Film geben. Die Fans hören diese Nachricht sicher gerne und wer mit den Filmen nichts anfangen kann, der muss sie sich ja nicht ansehen.

Fazit

„Die letzten Jedi“ ist ein Film, der über weite Strecken enttäuscht, da er gerade nicht das bietet, was Star Wars Fans eigentlich wollen. Es sollte immer Schluss ein, wenn es besonders schön ist, sagt der Volksmund. Das gilt anscheinend auch für die Star Wars Reihe, denn mehr geht nicht. Das machen die zweieinhalb langen Stunden mit Film Nummer acht „Die letzten Jedi“ schmerzhaft deutlich.

Bild: @ depositphotos.com / scanrail

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Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig. eMail: u.dietz@tixio.de