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Drohnenpiloten brauchen jetzt einen Führerschein

Drohnenpiloten brauchen jetzt einen Führerschein

Für das Motorrad, das Auto und das Boot sind sie schon lange Pflicht, aber ab dem 1. Oktober 2017 gibt es auch den Führerschein für Drohnen. Die Politik reagiert damit auf die immer größere Beliebtheit der Flugobjekte und die zunehmende Gefahr, die Drohnen darstellen. Es sind vor allem die sogenannten Quadrocopter, also Drohnen mit vier Rotoren, die für Unruhe am Himmel sorgen. 60 Zwischenfälle gab es bis Ende August an den großen Flughäfen, insgesamt haben Piloten in diesem Jahr 64 Zwischenfälle gemeldet.

Wer braucht einen Führerschein?

Jeder, der eine Drohne steuern möchte, die mehr als zwei Kilogramm wiegt, braucht nach der neuen Verordnung einen Führerschein. Machen dürfen den Führerschein Personen, die mindestens 16 Jahre alt sind, wer nur Flugmodelle steuern will, muss mindestens 14 Jahre alt sein. Den Führerschein für Flugmodelle stellt der Luftsportverband aus, für den Führerschein für Drohnen ist das Luftfahrt-Bundesamt zuständig. Wer den Führerschein bekommen möchte, muss Fragen aus den Fachgebieten Meteorologie, Navigation, Luftrecht und Flugbetrieb entweder online oder mündlich beantworten. Die Fragebogen gibt es aktuell an 18 verschiedenen Stellen in Deutschland, darunter sind Flugschulen, aber auch Ingenieurbüros.

Die neuen Vorschriften

Neben dem Führerschein für Drohnen gibt es seit dem 1. Oktober 2017 noch weitere neue Verordnungen. So müssen Drohnen, die mehr als 250 Gramm wiegen, eine Kennzeichnung haben, um den Besitzer in einem Schadensfall schneller feststellen zu können. Auf dieser Plakette sind der Name und die Adresse des Eigentümers zu sehen. Alle Drohnen, die mehr als fünf Kilogramm wiegen, brauchen zudem eine sogenannte Aufstiegserlaubnis, die es bei der Luftfahrtbehörde des jeweiligen Bundeslands gibt.

Drohnen dürfen nicht überall fliegen

Drohnen dürfen zukünftig nicht höher als 100 Meter gesteuert werden und der Besitzer muss sie immer im Auge haben. Über sensiblen Zonen, wie Menschenansammlungen, Krankenhäusern, Industriegebieten und Gefängnissen, sind Drohnenflüge verboten. Das gilt außerdem bei Einsatzgebieten von Polizei, Feuerwehr und Rettungskräften, besonders für die Drohnen, die mit einer Kamera ausgestattet sind und die Videoaufnahmen machen können. Mit diesen Verordnungen will die Polizei verhindern, dass zum Beispiel Kriminelle die Drohne nutzen, um Drogen zu transportieren.

Die deutschen Luftfahrtbehörden rechnen damit, dass es bis zum Ende des Jahres über eine Million Drohnen in Deutschland gibt. Alle, die eine Drohne fliegen lassen und keinen Führerschein vorweisen können, müssen mit einem Bußgeld von mehreren hundert Euro rechnen.

Bild: @ depositphotos.com / PixelsAway

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Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig. eMail: u.dietz@tixio.de