Studie: Alleinerziehende besonders häufig unzufrieden

Wiesbaden () – Alleinerziehende sind in besonders häufig unzufrieden. Das geht aus dem am Donnerstag veröffentlichten “Monitor Wohlbefinden” des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung hervor.

Während nur rund ein Drittel der Befragten, die mit einem Partner und Kindern zusammenleben, wenig zufrieden ist, ist dieser Anteil in Ein-Eltern-Haushalten demnach fast doppelt so hoch (57 Prozent). “Einsamkeit und bei Singles mit Kindern auch die besonderen Herausforderungen, sich ohne Partner oder Partnerin im um Kinder zu kümmern, gehen mit einer geringeren Lebenszufriedenheit einher”, sagte BiB-Direktorin Christa Katharina Spieß. “Der Anteil von Singles mit Kindern hat in den letzten Jahrzehnten immer weiter zugenommen. Hier herrscht ein ganz großer Unterstützungsbedarf vor, um ihr Wohlbefinden zu steigern, da dieses auch beeinflussen kann”, ergänzte sie. Ferner geben Personen mit eigener Zuwanderungserfahrung, die sogenannte “erste Generation”, mit einem Durchschnittswert von 6,8 auf einer Skala von 0 bis 10 eine hohe Lebenszufriedenheit an. Die Kinder der Zugewanderten, die sogenannte “zweite Generation”, sind dagegen etwas weniger zufrieden (6,5), obwohl sie im Hinblick auf Bildungsabschlüsse und Einkommen tendenziell erfolgreicher sind als ihre Eltern. “Vermutlich vergleichen Zugewanderte der ersten Generation ihr Leben eher mit der Situation im Herkunftsland, während die zweite Generation ihr Leben häufiger im Vergleich zu Personen ohne Migrationshintergrund bewertet. Sie ist dadurch stärker für bestehende Unterschiede zu diesen sensibilisiert”, so Spieß. Das subjektive Wohlbefinden ist direkt und indirekt von der Elterngeneration geprägt: So wirkt sich der Bildungsabschluss der Eltern nicht nur auf die bildungsbezogenen Chancen ihrer Kinder aus, sondern auch auf das Wohlbefinden. Erwachsene Kinder von Eltern ohne Hochschulabschluss geben häufiger an, weniger zufrieden zu sein. Auch die Distanz zum Elternhaus spielt eine Rolle für das Wohlbefinden der erwachsenen Kinder. Die größte Zufriedenheit berichten diejenigen, die bis zu einer Stunde Fahrzeit mit dem entfernt von den Eltern wohnen.

Liegt der Arbeitsplatz weiter vom Wohnort entfernt, müssen Pendeln und Umzug gegeneinander abgewogen werden. Lange tägliche Arbeitswege können einen Stressfaktor darstellen, der die Lebenszufriedenheit verringert: Laut BiB berichten Personen mit langen täglichen Arbeitswegen eine geringere Lebenszufriedenheit, berufliche Umzüge hingegen stehen mit einem Anstieg der Lebenszufriedenheit in Zusammenhang (26 Prozent sehr Zufriedene vs. 17 Prozent bei Personen ohne Umzug). “Seit der Corona-Zeit, aus der die Daten der Erhebung stammen, ist Homeoffice weiter verbreitet und bietet eine Alternative zum täglichen Pendeln. Wenn lange Pendelstrecken entfallen, kann sich das letztlich positiv auf die Lebenszufriedenheit auswirken”, sagte BiB-Forscher Nico Stawarz.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Mutter mit Kind und Kinderwagen (Archiv)

Studie: Alleinerziehende besonders häufig unzufrieden

Zusammenfassung

  • Alleinerziehende in Deutschland sind besonders häufig unzufrieden, laut “Monitor Wohlbefinden” des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung.
  • 57% der Ein-Eltern-Haushalte sind wenig zufrieden, im Vergleich zu nur rund einem Drittel der Befragten, die mit einem Partner und Kindern zusammenleben.
  • Einsamkeit und besondere Herausforderungen in Ein-Eltern-Haushalten führen zu einer geringeren Lebenszufriedenheit.
  • Die erste Generation von Zugewanderten gibt eine recht hohe Lebenszufriedenheit an, während die zweite Generation, trotz tendenziell höheren Erfolgs, etwas weniger zufrieden ist.
  • Das Wohlbefinden erwachsener Kinder ist direkt und indirekt von der Elterngeneration geprägt, z. B. vom Bildungsabschluss der Eltern und der Distanz zum Elternhaus.
  • Lange tägliche Arbeitswege verringern die Lebenszufriedenheit, während berufliche Umzüge einen Anstieg der Lebenszufriedenheit in Zusammenhang stehen.
  • Homeoffice seit der Corona-Zeit könnte sich positiv auf die Lebenszufriedenheit auswirken, wenn lange Pendelstrecken entfallen.

Fazit

Alleinerziehende in Deutschland sind besonders häufig unzufrieden, wie aus dem “Monitor Wohlbefinden” des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung hervorgeht. Während nur etwa ein Drittel der Befragten in einer Partnerschaft mit Kindern wenig zufrieden ist, beträgt dieser Anteil bei Ein-Eltern-Haushalten fast 57 Prozent. Die steigende Anzahl von Alleinerziehenden weist auf einen großen Bedarf an Unterstützung hin, um ihr Wohlbefinden zu erhöhen. Personen mit Migrationshintergrund der ersten Generation geben eine recht hohe Lebenszufriedenheit von 6,8 von 10 an, wohingegen die zweite Generation etwas weniger zufrieden ist (6,5), obwohl sie tendenziell erfolgreicher sind als ihre Eltern.

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